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Werkstatt
Eine Werkstatt oder Werkstätte im ursprünglichen Sinn ist ein handwerklicher Betrieb, in dem technische oder künstlerische Gegenstände gefertigt, entwickelt oder repariert werden.
Von den Werkstätten dieses Typs sind die wichtigsten:
- Autowerkstatt (auch KFZ-Werkstatt)
- allgemein: Reparaturwerkstatt
- Tischler-, Schlosserwerkstatt, Schneiderei, Spenglerei
- Atelier, Bildhauer- und Kunstwerkstatt
- Lernwerkstatt
Im übertragenen Sinn umfasst der Begriff auch Arbeitsstätten mit geistigen Themen, wie
- Kulturwerkstatt
- Theaterwerkstatt.
Siehe auch: Deutscher Werkbund
Kategorie:Wirtschaft Kategorie:Technik Kategorie:Kunst
HandwerkAls Handwerk wird der Berufsstand und die gewerbliche Tätigkeit bezeichnet, bei der meist auf Bestellung ein Produkt oder eine Dienstleistung unmittelbar für den Verbraucher hergestellt wird. Es steht somit im Gegensatz zur industriellen Massenproduktion auf Vorrat. Wer Handwerker ist und wer ein sonstiges Gewerbe betreibt, ist in der Handwerksordnung festgelegt.
Geschichte
Handwerksordnung
Im ländlich orientierten frühen Mittelalter gab es nur wenige Berufe, die durch Handwerker verrichtet wurden. In geistlichen Grundherrschaften waren dies zumeist Mönche, die sich spezialisiert hatten, zum Beispiel im Kunsthandwerk oder der Glasherstellung. Das Bauhandwerk, Steinmetze und Maurer, waren zu dieser Zeit ebenfalls technisch weit fortgeschritten. Alle anderen Tätigkeiten wurden auf den Fronhöfen oder von den freien Bauern selbst erzeugt oder verarbeitet. Ausnahmen waren hierbei der Schmied und der Müller, da bei diesen Berufen eine umfangreiche Ausrüstung notwendig war.
Ab dem Hochmittelalter, mit dem Entstehen von Städten änderte sich die Situation des Handwerks. Immer mehr handwerklich begabte Menschen zogen in die Städte, da dort hohe Absatz- und Gewinnchancen lockten. Die hohe Nachfrage nach Produkten änderte das Arbeitsverhalten von Auftragsarbeit hin zur ständigen Produktion. Die hergestellten Waren wurden dann auf den regelmäßig stattfindenden Märkten verkauft oder in den bei den Werkstätten befindlichen Läden zum Verkauf ausgestellt.
Die verschiedenen Handwerksberufe schlossen sich zu Zünften zusammen.
Handwerker, die unabhängig und selbständig tätig waren, hatten es sehr schwer, da sie nur selten von einem Händler beliefert wurden. Letztere waren stark in die Zunft eingebunden und richteten sich maßgeblich nach ihren Vorgaben.
Unzünftige Handwerker wurden ordnungspolizeilich verfolgt. In der Stadt flüchteten sie dann (wenn die Häuser mit der Traufseite zur Straße standen) quer über die Hausböden von Giebeldurchschlupf zu Giebeldurchschlupf ganze Straßenzüge entlang, daher ihr (ursprünglich niederdeutscher) Name "Bönhasen".
In ländlichen Gegenden gab es lange Zeit wandernde Handwerker, manchmal als Stöer bezeichnet.
Organisationsstruktur
Das Handwerk ist in Deutschland sehr stark organisiert:
Jeder Handwerksbetrieb ist Pflichtmitglied in der für ihn zuständigen Handwerkskammer (vergleichbar der Industrie- und Handelskammer) und Berufsgenossenschaft. Diese Kammern bilden regionale Kammertage, die Mitglied im Zentralverband des deutschen Handwerks sind. Oberstes Organ der Handwerkskammern: Deutscher Handwerkskammertag
Darüber hinaus sind viele Handwerksbetriebe freiwillig in Innungen organisiert. Diese Innungen sind in der Regel regional in Kreishandwerkerschaften und fachlich in Landesfach- bzw. Landesinnungsverbänden organisiert, die auf Bundesebene Zentralfachverbände bilden. Als Juniorenorganisation vertreten die Junioren des Handwerks die Interessen der jungen Handwerksmeister/innen und Führungskräfte im Handwerk.
Die 54 Handwerkskammern und 43 Zentralfachverbände bilden mit weiteren bedeutenden Einrichtungen des Handwerks den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
Siehe auch
- Kunsthandwerk (Kunstgewerbe), Berufe von A-Z
- Portal:Architektur und Bauwesen
Weblinks
- [http://www.zdh.de Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)]
- [http://www.handwerk.de Portal des deutschen Handwerks]
- [http://www.buhev.de Handwerker für das Recht auf Selbstständigkeit ohne Meisterbrief]
- [http://www.handwerksfilme.de Filme über alte Handwerksberufe]
- [http://www.handwerksjunioren.de Junioren des Handwerks e.V.]
Kategorie:Handwerk
th:หัตถกรรม
GegenstandDas Wort Gegenstand wird als Substantiv zu entgegenstehen auch gegenstehen seit dem 16. Jh. verwendet. Erst seit dem 18. Jh. wird es durch den philosophischen Diskurs in der aktuellen Bedeutung gebraucht, als Objekt, ähnlich wie Sache oder Ding
Der Begriff Gegenstand wird unterschiedlich verwendet:
- synonym und analog zu Sache und Ding, siehe Sache, Gegenstand, Ding
- synonym und analog zu Objekt
- als innerer Gehalt einer Sache, beispielsweise eines Textes, siehe Inhalt oder Bedeutung
- Gegenstand findet sich - ebenso wie Objekt - als Wortbestandteil in zahlreichen Komposita:
- Kunstgegenstand
ReparaturUnter Reparatur bzw. Instandsetzung wird der Vorgang verstanden, bei dem ein defektes Objekt in den ursprünglichen, funktionsfähigen Zustand zurückversetzt wird. Sie ist Bestandteil der Instandhaltung.
Eine Reparatur kann beispielsweise durch den Austausch defekter Teile, durch das Hinzufügen von Teilen oder durch eine Neuordnung von Teilen (zum Beispiel Zusammenkleben oder Schweißen) erfolgen. Bei modernen Computern, Maschinen und in Autowerkstätten wird außerdem in zunehmendem Maß die Elektronik oder die elektrische Steuerung durch Programme zum Gegenstand von Reparaturen oder vorbeugendem Service.
Der Begriff der Reparatur ist auch Gegenstand des zertifizierbaren Qualitätsmanagements. Er war bereits in der DIN EN ISO 8402, 1995-08 Ziffer 4.18 definiert und bedeutet jede an einem fehlerhaften Produkt mit dem Ziel auszuführende Maßnahme, um sicherzustellen, dass dieses die Forderungen für den beabsichtigten Gebrauch erfüllen wird, obwohl es die ursprünglich festgelegten Forderungen möglicherweise nicht erfüllt.
Reparatur ist demnach also eine der Arten der Behandlung eines fehlerhaften Produkts. Dabei kann in der Definition der nunmehr gültigen DIN EN ISO 9000:2000, Ziffer 3.6.9 eine Reparatur Teile eines Produktes beeinflussen oder auch verändern.
Siehe auch
- Bruch, Schaden, Schadensfall
- Kraftfahrzeug, Spielzeug, Werkzeug
- Werkstätte, Arbeitszeit, Computer, Gewährleistung, Instandhaltung
Kategorie:Arbeit
Kategorie:Technik
Tischler
Schreiner bzw. Tischler ist die Berufsbezeichnung für Menschen, die Möbel, Bauelemente und Innenausbauten herstellen. Der Schutzheilige der Tischler ist St. Josef.
Das Handwerk wird grob in den Bereich Innenausbau und Bautischlerei gegliedert.
Benennung
Je nach Region des deutschen Sprachgebietes hat diese Art Handwerker einen anderen Namen. Nach dem "Wortatlas der deutschen Umgangssprachen", Bern/München 1977, Karte 20, ist die regionale Verteilung wie folgt:
- in den neuen Bundesländern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Österreich und Südtirol sagt man Tischler
- im übrigen Deutschland sowie in der Deutschschweiz sagt man Schreiner.
Allerdings ist der in Deutschland und Österreich allein amtliche Name Tischler. In der Schweiz ist Schreiner ein Überbegriff für holzverarbeitende Berufe, die Möbelschreiner (Tischler), Bauschreiner oder Zimmermann beinhalten können.
Das Wort Schreiner leitet sich von Schrein (= Schrank) her, während das Wort Tischler vom Tisch abgeleitet ist.
Berufsbild
Tischler stellen neben Möbeln wie Tischen, Stuhl, Schrank und Einbauküchen auch Ladenbauobjekte, Türen und Fenster her. Für den Innenausbau werden Einbaumöbel, Wand- und Deckenverkleidungen hergestellt und vor Ort montiert.
Das hauptsächlich zur Verarbeitung kommende Material ist Holz in seinen verschiedenen Ausprägungen (Schnittholz, Furniere). In den letzten Jahrzehnten kamen jedoch immer mehr Holzwerkstoffe (meist in Form von Plattenwerkstoffen) und Kunststoffe hinzu. Der am häufigsten verarbeitete Werkstoff ist die Spanplatte.
Arbeitet eine Tischlerei für den Messebau, können auch Aluminiumprofilteile zugeschnitten und zusammengefügt werden. Kombiniert mit Plattenwerkstoffen entstehen hieraus zerlegbare Messestände oder Einrichtungsgegenstände im Ladenbau.
Kunststoffprofile werden vor allem bei der Fensterherstellung zugeschnitten, zusammengefügt und mit Scharnieren verarbeitet.
In den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts rangierte der Beruf dauerhaft unter den beliebtesten Ausbildungsberufen. Seit etwa 5 Jahren sind die Auszubildendenzahlen bundesweit um nahezu 50 Prozent zurückgegangen. Ursachen liegen zum Einen in den sich verändernden Ausbildungswünschen der Jugendlichen, zum Anderen aber auch in der wirtschaftlich schwierigen Situation der Ausbildungsbetriebe.
Das einstige Meister-Eder-Image des Berufes beginnt sich mehr und mehr aufzulösen. Tatsächlich haben die bundesdeutschen Schreinereien/Tischlereien nurmehr rund acht Prozent Anteil am Möbelmarkt.
Neben den veränderten Marktbedingungen und den neu hinzugekommenen Materialien revolutionieren zusehends moderne computergestützte Fertigungstechniken (CNC) das Berufsbild.
Aus- und Weiterbildung in Deutschland
CNC
Es besteht die Möglichkeit der Ausbildung im Handwerk zum Tischler oder in der Industrie zum Holzmechaniker. Die Ausbildung des Holzmechanikers verläuft ähnlich der einer Tischlerlehre, die im folgenden näher ausgeführt wird.
Schwerpunkte von Tischlereien in Deutschland:
- Eine Möbeltischlerei baut Möbel
- Eine Bautischlerei baut Fenster und Türen bzw. fertigt Arbeiten im Innenausbau wie Treppen, Böden, Wand- und Deckenverkleidungen.
- Bau- und Möbeltischlereien vereinen beide Schwerpunkte.
- Innenausbau, Messebau, Treppenbau, Ladenbau und Restauration werden als spezielle Schwerpunkte extra aufgeführt.
Die Ausbildung zum Bau- und Möbeltischler:
In Deutschland durchläuft der angehende Tischler eine dreijährige Berufsausbildung, wovon das erste Jahr als Berufsgrundbildungsjahr bzw. Berufsgrundschuljahr (BGJ) im Vollzeitunterricht an Berufsschulen stattfinden kann. Im Berufsgrundbildungsjahr findet sowohl eine theoretische wie auch praktische Ausbildung (Fachpraxisunterricht in der Werkstatt der Berufsschule) statt. Im Fachpraxisunterricht werden vor allem Grundfertigkeiten im Umgang mit Handwerkzeugen anhand der Techniken der Holzverbindungen (z.B. Zinken, Nuten, Dübeln, Überblatten) vermittelt. Das Suchen des Ausbildungsplatzes findet oft erst während des Berufsgrundbildungsjahres statt.
Das zweite und dritte Ausbildungsjahr wird in einer Tischlerei absolviert. Einen Tag in der Woche findet ein Berufsschulbesuch statt. Es gibt aber auch die Variante des Berufsschulunterrichtes im mehrwöchigen Block. Innerhalb der Lehrzeit findet ein Kurs zur Oberflächenbehandlung und ein Maschinenlehrgang statt.
Die Ausbildung endet mit dem Bestehen der Gesellenprüfung und dem Erhalt eines Gesellenbriefes. Zum Bestehen wird neben der theoretischen Prüfung und einer praktischen Prüfung auch das eigenständige Entwerfen und Anfertigen eines Möbelstückes bzw. einer Haustüre gefordert. Je nach dem Schwerpunkt in der Ausbildung kann der angehende Bau- und Möbeltischler selber wählen, ob er ein Möbelstück oder eine Haustür baut.
Zur beruflichen Fortbildung steht dem Tischler die Möglichkeit offen, den Meisterbrief zu erwerben oder sich in einer zweijährigen Fachschule zum Holztechniker fortzubilden.
Zur Berufliche Weiterbildung des Tischler, gehört auch die Möglichkeit sich als Restaurators fortzubilden.
Arbeitsmittel
Zur täglichen Arbeit des Tischlers gehören eine Vielzahl von Handwerkzeugen, leichten Handmaschinen und schwereren Maschinen.
Holztechniker
Handwerkzeuge
- Hammer
- Sägen
- Stecheisen
- Hobel
- Schraubendreher
Handmaschinen
- Handoberfräse
- Formfederfräse
- Elektrohobel
- Stichsäge
- Bohrmaschine
- Schwingschleifer
- Excenterschleifer
- Bandschleifer
- Handkreissäge
Maschinen
- Kreissägemaschine
- Abrichthobelmaschine
- Dickenhobelmaschine
- Kantenautomat
- Langbandschleifmaschine
- Breitbandschleifmaschine
- Kantenschleifmaschine
- Tischbandsägemaschine
- Langlochbohrmaschine
- Furnierpresse
- Plattensäge
- CNC-Maschine
- Kantenleimer
Kultur
- folgt
Kategorie:Handwerk
Kategorie:Handwerksberuf
Schlossersiehe auch: Schlosser (Begriffsklärung)
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Ein Schlosser ist ein Handwerker oder Industriearbeiter, der Metall ver- oder bearbeitet oder Metallgegenstände repariert oder instand hält.
Entsprechend der Spezialisierung gibt es u. a. Autoschlosser (Kraftfahrzeugschlosser), Bauschlosser, Schiffsschlosser, Betriebsschlosser, Maschinenschlosser, Stahlbauschlosser, Kunstschlosser und Werkzeugschlosser.
In Deutschland war Schlosser bis 1989 ein Ausbildungsberuf im Handwerk mit in der Regel dreijähriger Lehrzeit. Durch eine Neuordnung der Ausbildung wurde der Beruf des Schlossers mit dem des Schmiedes zum Metallbauer zusammengefasst. Die Lehrzeit dauert seitdem 3 1/2 Jahre und man unterscheidet zwischen 5 Fachrichtungen:
- Konstruktionstechnik (vorher Bauschlosserei)
- Nutzfahrzeugbau (vorher KFZ-Schlosserei)
- Metallgestaltung (vorher Kunstschmied/Kunstschlosser)
- Anlagen- und Fördertechnik (inzwischen aufgehoben)
- Landtechnik (inzwischen aufgehoben)
Im Bereich der Industrie wurden die ehemaligen Ausbildungsberufe Bauschlosser, Betriebsschlosser, Blechschlosser, Maschinenschlosser und Stahlbauschlosser 1987 in die neue Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker integriert.
Siehe auch: Liste von Berufen
Kategorie:Handwerksberuf
Schneider
Schneider bzw. Schneiderin ist ein handwerklicher Lehrberuf der Textilverarbeitung. Die Aufgabe des Schneiders ist, bestimmte Stoffkomponenten zuzuschneiden und zusammenzufügen. Die Arbeitswerkzeuge des Schneiders sind seit altersher Nadel, Faden und Schere, seit dem 19. Jahrhundert zunehmend auch die Nähmaschine.
Heutzutage werden die wichtigen Bestandteile des Schneiderberufs größtenteils von Maschinen übernommen. Deswegen entstanden Berufe wie Modeschneider und Modedesigner. Es gibt aber immer noch herkömmliche Maßschneider mit eigenem Atelier, wo der Kunde sich z.B. ein individuell gefertigtes Kostüm, Kleid oder Anzug "bauen" bzw. nach Maß fertigen lassen kann. Einige Schneider sind auch auf Leder und Pelz spezialisiert, siehe Kürschner.
Nicht damit zu verwechseln sind die Änderungsschneider, die keine besondere Ausbildung benötigen: Dieser Beruf wird in Deutschland sehr häufig von nähkundigen Hausfrauen - gelegentlich auch Männern - im selbständigen Ein-Mann-Betrieb ausgeübt. Nicht selten sind die Inhaber Griechen, Türken oder Italiener, aber auch Jugoslawen oder Thailänderinnen.
Geschichte
Bis zum 12. Jahrhundert wurde Kleidung meist in Klöstern oder von der Familie selbst hergestellt, daher kam der Beruf des Schneiders erst mitte des 12. Jahrhunderts auf. In Frankreich unterschied man zu dieser Zeit die Berufe Schneider und Näher. Der Schneider war im Unterschied zum Kleidermacher nicht in einer Zunft organisiert und hatte daher wenig Ansehen und Aufträge. Aus diesem Grunde wurde der Beruf häufig von Juden, denen der Zugang zu den Zünften verwehrt war, ausgeübt. Ein Zustand, der bis zur französischen Revolution 1789 anhielt, als die Zünfte abgeschafft wurden.
Sprichwort
Der Spruch "Herein, wenn's kein Schneider ist" hat wirklich mit dem Beruf zu tun. Er ist eine Verballhornung von "Herein, wenn's ein Schneider ist". Diesen Spruch pflegten die Mitglieder der Schneiderzusammenkünfte, bei denen nur Schneider zugelassen waren, zu rufen, wenn an die Tür des Raumes geklopft wurde.
Eine andere ebenso plausible Etymologie leitet den Spruch von dem ursprünglichen Sprichwort "Herin, wans nit der Schnitter is!" ab, wobei mit Schnitter der Tod gemeint ist.
Eine weitere durchaus einleuchtende Erklärung geht auf die schlechte Zahlungsmoral des Bürgertums zurück. Der Schneider als kleiner schmächtiger Geselle war nicht sehr gut angesehen und musste seinen Außenständen wahrscheinlich häufig genug hinterherlaufen. Die mit der Zahlungsaufforderung verbundenen Hausbesuche des Schneiders waren demzufolge nicht sonderlich beliebt und man mochte den Schneider lieber draußen als drinnen sehen.
Siehe auch
- Textilmaschinenführer
- Das tapfere Schneiderlein
Das tapfere Schneiderlein]
Kategorie:Handwerksberuf
AtelierEin Atelier (frz. Werkstatt) ist der Arbeitsplatz bzw. die Werkstatt eines Künstlers oder Fotografen.
Es gibt Ateliers in den verschiedensten Kunstsparten: Filmateliers, Modeateliers, etc.
Bei einem Atelier eines Künstlers der bildenden Kunst (Maler, Fotograf, etc.) ist eine gute Beleuchtung mit Tageslicht von ausschlaggebender Bedeutung; daher sind hier Dachateliers häufig, die nach Norden ausgerichtet sind (gleichmäßiger Lichteinfall).
Ateliers waren insbesondere ab dem 19. Jahrhundert selbst Motive bildlicher Darstellung. Künstler, die bekannte Werke geschaffen haben, welche das Atelier des Künstlers zum Thema haben oder einen Künstler bei der Arbeit zeigen, sind zum Beispiel
- Diego da Silva Velázquez
- Vermeer van Delft
- Gustave Courbet
- Carl von Spitzweg
- Adolph von Menzel
Künstleratelier
Adolph von Menzel
Die reich ausgestatteten Atelierräume mit den Nachlässen der Kunst- und Tiermaler Anton Braith und Christian Mali von 1906 aus München sind heute im Braith-Mali-Museum in Biberach an der Riß zu sehen. Diese Braith-Mali-Salons sind die einzigen vollständig erhaltenen Künstlerateliers des 19. Jahrhunderts, ein Kulturdenkmal ersten Ranges.
Kategorie:Raum
LernwerkstattEine Lernwerkstatt bezeichnet in der modernen Pädagogik eine materialreiche Lernumgebung für schulisches und außerschulisches Lernen. Im Zentrum stehen praktisches Lernen, eigenaktives Lernen und eigene Erfahrungen.
Entwicklung
Erste Ansätze erfahrungsnahen Lernens wurden von John Dewey entwickelt. Auch die Arbeitspädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat wichtige Impulse auf der Seite des praktischen Lernens (Kerschensteiner) und des Lernens in Schulen mit differenzierten Lernumgebungen (Ellen Key) entwickelt. Für die heutige Zeit hat Célestin Freinet die wesentlichen Impulse für den Sachunterricht und generell die Schulpädagogik entwickelt. Aber auch die offenen Curricula der englischen Primarschulen in den 70er Jahren waren durch differenzierte Versuchsanregungen im Sinne des Konzeptes von Lernwerkstätten gekennzeichnet. Die ersten Lernwerkstätten entstanden in Reformschulen, später auch in Fortbildungszentren und Universitäten.
Lernwerkstätten haben unterschiedliche Konzepte, oft werden sie als Sammelort von gedrucktem Lernmaterial verstanden. Damit wird der Anspruch praktischen Lernens weitgehend aufgegeben. Die Lernwerkstatt RÖSA in Oldenburg (Regional ökologische Sachunterrichtswerkstatt) hat dagegen den Ansatz, wiederverwertetes Material zu verarbeiten, um konkret handelndes Lernen zu ermöglichen. Andere Lernwerkstätten sehen darin den Ort des Arbeitens für Lehrpersonen oder Kinder (Lernwerkstatt Kassel, Lernwerkstatt Bremen) oder eine Stätte von Lehrerfortbildung (Lernwerkstatt Bielefeld).
Aussichten
Es ist eine Zunahme von Schulen mit dem Profil Lernwerkstatt zu verzeichnen. Mittlerweile gibt es auch virtuelle Lernwerkstätten, in denen die Materialien online präsentiert werden.
Mittlerweile sind Lernwerkstätten zu einem unter pädagogischen Gesichtspunkten positiven Begriff geworden und werden noch unterschiedlich definiert. Die Lernwerkstattbewegung in Deutschland veranstaltet verschiedene Kommunikationsforen für den wechselseitigen Austausch. Lernwerkstätten werden mittlerweile auch in Kindertagesstätten errichtet. Häufig sind diese allerdings lediglich reine Materialsammlungen und nicht jene Arbeits- und Erprobungsräume, wie sie im ursprünglichen Lernwerkstattskonzept vorgesehen waren.
Literatur
Bolland, Angela: Lernwerkstätten und Sachunterricht. In: Kaiser, A./Pech, D. (Hrsg.): Unterrichtsplanung und Methoden. Baltmannsweiler 2004, S. 177-186
Flick, Katharina: Das AOL-Lernwerkstattbuch: 25 Bausteine für das andere Lernen in der Grundschule. AOL-Verlag, Lichtenau 2002. ISBN 3-89111-323-4
Virtuelle Lernwerkstätten
- [http://www.uni-oldenburg.de/roesa/ Lernwerkstatt der Uni Oldenburg]
- [http://www.lesa21.de/ Lernwerkstatt Sachunterricht]
- [http://www.medienwerkstatt-online.de/products/lernwerkstatt_gs/ Lernwerkstatt 6.0 Medienwerkstatt Mühlacker]
Kategorie:Pädagogik
Deutscher WerkbundDer Deutsche Werkbund (DWB) e.V. wurde 1907 als »Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Sachverständigen« auf Anregung von Hermann Muthesius in München gegründet.
Gründungsmitglieder
Gründungsmitglieder des Deutschen Werkbundes waren zwölf Künstler und zwölf Firmen. Es waren die Künstler: Peter Behrens, Theodor Fischer, Josef Hoffmann, Wilhelm Kreis, Max Laeuger, Adelbert Niemeyer, Joseph Maria Olbrich, Bruno Paul, Richard Riemerschmid, Jakob Julius Scharvogel, Paul Schultze-Naumburg, Fritz Schumacher. Auf der anderen Seite waren es die Firmen: P. Bruckmann & Söhne, Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst Dresden, Eugen Diederichs, Gebr. Klingspor, Kunstdruckerei Künstlerbund Karlsruhe, Poeschel & Trepte, Saalecker Werkstätten, Vereinigte Werkstätten für Kunst und Handwerk München, Werkstätten für deutschen Hausrat Theophil Müller Dresden, Wiener Werkstätten, Wilhelm & Co., Gottlob Wunderlich.
Zielsetzung
Der Deutsche Werkbund zielte auf eine »Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk, durch Erziehung, Propaganda und geschlossene Stellungnahme zu einschlägigen Fragen«. Unter Berufung auf einen moralisch fundierten Qualitätsbegriff suchte man eine neue Warenästhetik für die kunstgewerbliche Industrieproduktion zu etablieren, die sich bislang überwiegend mit Kopien und Adaptionen der alten handwerklichen Formvorbilder mit ihrer oft reichen Ornamentik begnügt hatte. Zentrales Anliegen war die Suche nach einer neuen durch "Zweck", "Material" und "Konstruktion" bedingten Formgebung (auch als „Form follows function“ bekannt), die man auch als "Sachlichkeit" bezeichnete – und die in den 20er Jahren dann unter dem Topos „Neue Sachlichkeit“ erneut thematisiert werden sollte. Diese Forderung nach einer technisch wie ästhetisch hochwertigen Qualitätsproduktion wurde in einen programmatischen Gegensatz gesetzt zu einer scheinbar nur am Profit orientierten bisherigen Praxis des industrialisierten Kunstgewerbe.
Um dem in diesem Zusammenhang beklagten Qualitätsverfall des Kunstgewerbes entgegenzuwirken, sollte nun eine den spezifischen Bedingungen der maschinellen Produktion adäquate Gestaltungsweise entwickelt werden, die sich insbesondere durch Ornamentlosigkeit und Schlichtheit der Formen auszeichnete, eben das, was heute als "Industrial Design" bezeichnet wird. In den zahlreichen Publikationen und Ausstellungen des Werkbundes sollte dieser neuen Ästhetik durch beispielhafte Formgestaltungen von Gebrauchsgegenständen bei Konsumenten und Herstellern zugleich zu größerer Popularität verholfen werden.
Außerdem hoffte man unter dem expansiven Motto Vom Sofakissen zum Städtebau auch weit über die Industrieproduktion hinaus für die ganze Welt der alltäglichen Gebrauchsgegenstände einschließlich der Architektur einen damals sog. 'modernen' 'Stil unserer Zeit' von epochaler Dauerhaftigkeit etablieren zu können. Im Hintergrund stand dabei die berühmte Prognose Gottfried Sempers, dass der Neuanfang in der Architektur nur vom Kunstgewerbe und den Kunstindustrien ausgehen könne. Entsprechend richte man hinsichtlich der Verbreitung der neuen Formen besondere Erwartungen an die marktbeherrschenden Kräfte der industriellen Massenproduktion und wünschte schließlich auf diesem Wege auch eine Art 'Geschmackskartell' aufzubauen. (Siehe dazu etwa die Rede von Hermann Muthesius auf der Werkbundtagung in Köln 1914.)
Die Frage des Urheberschutzes
Der Werkbundgründung unmittelbar vorangegangen war eine Novellierung des Urheberschutzgesetzes, so dass es zum ersten Mal möglich wurde, die Formerfindungen des Künstlers des Kunstgewerbes, bzw. des neuentstehenden 'Industial Designs' (etwa eines Peter Behrens) vor beliebiger Nachahmung zu schützen, wodurch der Künstler bzw. 'Designer' in rechtlicher Hinsicht zu einem gleichberechtigten Partner des industriellen Herstellers geworden waren. Der Werkbund suchte wie die neue Gesetzgebung zum Geschmacksmusterschutz eine Antwort auf die mit dem sog. Jugendstil entstandene Problematik der Plagiate, die nicht nur etliche Künstler um die wirtschaftlichen Früchte ihrer entwerferischen Leistungen gebracht hatte, sondern in Augen vieler Kritiker auch dazu geführt hatte, dass der Jugendstil im Zusammenspiel mit den seit der Industrialisierung entfesselten Marktkräften als Modewelle ebenso rasch verebbte, wie die im 19. Jahrhundert vorausgegangenen Stilmoden. Die Stilmoden des Historismus suchten ihre Formvorbilder allerdings im historischen Material, weshalb die Frage nach den Rechten des Entwerfers an seinen Formen und Zeichen erst mit dem Jugendstil und der rasch anwachsenden industriellen Massenproduktion wirklich akut wurde.
Geschichtliche Fortentwicklung
Historismus]]
- 1907 Gründung des Deutschen Werkbundes in München
- 1914 Ausstellung: Industrielle Formgebung in Köln
- 1924 Ausstellung: Industrielle Formgebung in Berlin
- 1926 Herausgabe der Zeitschrift „Die Form“ (bis 1934)
- 1927 Ausstellung: Industrielle Formgebung in Stuttgart (Weißenhofsiedlung)
- 1929 Ausstellung: Industrielle Formgebung in Breslau
- 1932 Ausstellung: Werkbundsiedlung Wien
- 1934 DWB wurde von den Nationalsozialisten aufgelöst.
- 1949 Neugründung nach föderalistischem Prinzip mit acht Landesbünden.
- 1952 Herausgabe der Zeitschrift „Werk und Zeit“
- 1972 Gründung des Werkbundarchivs als Museum der Alltagskultur des 20. Jahrhunderts (im Martin-Gropius-Bau)
Die Vorsitzenden des Deutschen Werkbundes
- 1907–1909 Theodor Fischer
- 1909–1919 Peter Bruckmann
- 1919–1921 Hans Poelzig
- 1921–1926 Richard Riemerschmid
- 1926–1932 Peter Bruckmann (1932 Ehrenvorsitzender)
- 1932–1933 Ernst Jaeckh
- 1933 Carl Christoph Lörcher
- 1935–1938 Hermann Gretsch
- 1950–1963 Hans Schwippert
- 1963–1964 Otto Haupt
- 1964–1969 Adolf Arndt
- 1969–1973 Hans Paul Bahrdt
- 1973–1976 Julius Posener
- 1976–1983 Lucius Burckhardt
- 1983–1985 Anna Teut
- 1985–1996 Hermann Glaser
- 1996–1999 Peter Zlonicky
- seit 1999 Hans Rudolf Güdemann
Siehe auch
Friedrich Naumann, Hermann Muthesius, Lucy Hillebrand, Margarete Schütte-Lihotzky, Hermann Gretsch , Heinrich Straumer
Werkbund Werkstatt Nürnberg
Literaturhinweise
- Campbell, Joan: Der Deutsche Werkbund 1907-1934. Ü: Toni Stolper. Stuttgart: Klett-Cotta 1981.ISBN 3-12-911980-9
- Ikeda, Yuko (Hg.): Vom Sofakissen zum Städtebau. Hermann Muthesius und der Deutsche Werkbund: Modern Design in Deutschland 1900-1927. Ausstellungskatalog. The National Museum of Modern Art, Kyoto. 2002. ISBN 87642-165-X
- Schwartz, Frederic J.: Der Werkbund. Ware und Zeichen 1900-1914. Ü: Brigitte Kalthoff. Dresden: Verl. der Kunst, 1999. ISBN 90-5705-116-8
- Werkbund-Archiv (Hg.): Hermann Muthesius im Werkbundarchiv. Ausstellungskatalog. Berlin 1990.
Weblinks
- http://www.deutscher-werkbund.de
- http://www.werkbund-werkstatt.de
- http://www.museumderdinge.de/werkbund_archiv/
- http://www.werkbundsiedlung.at.tf
- http://www.werkbundsiedlung.at
Kategorie:Architekturgeschichte
Kategorie:Architekturtheorie
Kategorie:Mode und Design
Kategorie:Künstlergruppe
Kategorie:Technik
Kategorie:!Hauptkategorie
Kategorie:Thema
ja:Category:技術
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