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| Opernhaus |
OpernhausEin Opernhaus ist eine Musikbühne, also ein Gebäude für Musiktheater, in dem vor allem Opern, Operetten und Ballette aufgeführt werden.
In der Regel handelt es sich um ein geschlossenes Gebäude (Ausnahme: Arena di Verona), das über eine große Bühne mit aufwändiger Bühnenmaschinerie, einen Orchestergraben und einen Zuschauerraum mit einer oder mehreren Ebenen (übereinander oder mit Logen), verfügt.
Ein Opernhaus kann, wie dies an den größeren Häusern in Deutschland üblich ist, über ein festes Ensemble verfügen; im weiteren Sinne werden dann zu einem Opernhaus auch das Ensemble (Gesangs-Solisten, Chor, Ballett, Orchester, Statisten) sowie die künstlerische Leitung (Intendanten, Dirigenten, Regisseure, Abendspielleiter, Inspizient) gezählt. Hinzu kommen kaufmännische Verwaltung, Garderobe und Werkstätten (z.B. für Bühnenbild). In einigen westeuropäischen Ländern wie Großbritannien und Frankreich verfügen die Opernhäuser i.d.R. nicht mehr über feste Ensemble.
In Österreich sind einige Wiener Bühnen in der Wiener Bundestheater-Holding GmbH organisiert; diese fasst die Theater Burgtheater GmbH, Wiener Staatsoper GmbH sowie die Volksoper Wien GmbH zusammen; für diese drei Betriebe übernimmt eine gemeinsame Einrichtung, die Theater Service GmbH ART FOR ART, die Werkstätten, Gebäudetechnik sowie das Marketing und die Verwaltung.
Nach diesem Modell werden zunehmend auch in Deutschland Opernhäuser aus dem öffentlichen Dienst ausgegliedert und in, zumindest teilweise, privatwirtschaftliche Strukturen überführt. So wurde beispielsweise zum 1. Januar 2004 in Berlin die Stiftung Oper Berlin (kurz: Opernstiftung) gegründet, zu der die drei Berliner Opernhäuser Staatsoper Unter den Linden, Deutsche Oper und Komische Oper sowie das Ballett der Stiftung Oper in Berlin gehören.
Typen von Opernhäusern
Opernhäuser können anhand verschiedener Kriterien klassifiziert werden.
- Meist wird mit dem Begriff "Großes Opernhaus" die künstlerisch hohe Bedeutung im internationalen Kontext bezeichnet. Diese künstlerische Bedeutung kommt meist durch Kritiken in Fachzeitschriften (in Deutschland beispielsweise Opernwelt, Opernglas, Musiktheater) zustande. Schenkt man diesen Organen glauben, so gehören zu den international bedeutendsten Opernhäusern (2003):
- Oper Frankfurt am Main
- Arena di Verona (künstlerischer Rang umstritten)
- Mailänder Scala
- Bolschoi-Theater Moskau
- Mariinski-Theater St. Petersburg
- Münchner Nationaltheater (Bayerische Staatsoper)
- Metropolitan Opera New York, MET (künstlerischer Rang umstritten)
- Pariser Oper
- Wiener Staatsoper
- In Deutschland werden Opernhäuser nach der Ensemblegröße in A-, B- und C-Häuser eingeteilt; zu den A-Opern zählen u.a. die Staatsoper Unter den Linden und die Deutsche Oper in Berlin sowie die Opernhäuser in Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart.
Problematisch ist die Zweigleisigkeit des Begriffs "Künstlerischer Rang":
- Versteht man unter der Künstlerischen Rang v.a. die Innovation und Experimentierfreudigkeit, so können hier v.a. nur staatl. subventionierte Opernhäuser mithalten.
- Versteht man unter Künstlerischen Rang das Engagieren zahlreicher, teurer Sänger-Stars, für meist traditionelle und populäre Opern -(Schlager), die große Zuschauerzahlen garantieren, so gehören hier sicher die meisten halb-privatwirtschaftlichen Opernhäuser, wie z.B. die MET, dazu.
Bedeutende Opernhäuser
Deutschland
Das erste Openhaus Deutschlands wurde 1678 in Hamburg eröffnet (Am Gänsemarkt).
Das bedeutendste Opernhaus in Deutschland in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war die Staatsoper Unter den Linden in Berlin.
- Bayreuth:
- Markgräfliches Opernhaus
- Festspielhaus
- Berlin:
- Staatsoper Unter den Linden (so genannte Lindenoper), Baujahr 1743, 1843 und 1955; ca. 1.500 Sitzplätze
- Deutsche Oper, Baujahr 1896 und 1961; ca. 1.900 Sitzplätze
- Komische Oper, Baujahr 1895, 1947, 1966; ca. 1.340 Sitzplätze
- Krolloper (historisches Opernhaus; Schließung in den 1930er Jahren)
- Bonn:
- Oper der Stadt Bonn
- Bremen:
- Oper der Freien Hansestadt Bremen
- Braunschweig:
- Staatstheater Braunschweig
- Chemnitz:
- Opernhaus Chemnitz
- Darmstadt:
- Staatstheater Darmstadt
- Dortmund:
- Theater Dortmund
- Dresden:
- Semperoper (Staatsoper Dresden, Kleines Haus und Großes Haus)
- Düsseldorf-Duisburg:
- Deutsche Oper am Rhein
- Essen:
- Aalto Theater
- Frankfurt am Main:
- Alte Oper (erb. 1880, zerst. 1944, Neueröffnung als Konzerthaus 1981)
- Opern- und Schauspielhaus Frankfurt
- Halle (Saale):
- Opernhaus Halle
- Hamburg:
- Hamburgische Staatsoper (Theater auf dem Gänsemarkt)
- Operetten-Theater
- Hannover:
- Opernhaus des Niedersächsischen Staatstheaters
- Karlsruhe:
- Badisches Staatstheater Karlsruhe
- Kassel:
- Staatstheater Kassel
- Kiel
- Opernhaus Kiel
- Köln:
- Oper Köln
- Leipzig
- Opernhaus Leipzig
- Mannheim
- Nationaltheater Mannheim
- München:
- Bayerische Staatsoper (Münchner Nationaltheater, 2100 Plätze)
- Staatstheater am Gärtnerplatz
- Nürnberg
- Staatstheater Nürnberg (Opernhaus Baujahr 1905, Schauspielhaus Baujahr 1959, Kammerspiele)
- Saarbrücken
- Saarländisches Staatstheater
- Stuttgart:
- Staatstheater Stuttgart (Opernhaus, Baujahr: 1912; ca. 1.400 Sitzplätze)
- Wiesbaden:
- Hessisches Staatstheater
- Wuppertal
- Wuppertaler Bühnen
Österreich
- Bregenz:
- Bregenzer Festspiele
- Graz:
- Vereinigte Bühnen Graz
- [http://www.vrgraz.at/sights/ Das Grazer Opernhaus in 3D]
- Innsbruck:
- Tiroler Landestheater
- Linz:
- Landestheater Linz
- Salzburg:
- Salzburger Festspiele
- Salzburger Landestheater
- Wien:
- Wiener Staatsoper
- Volksoper Wien
- Wiener Kammeroper
Schweiz
- Basel:
- Theater Basel
- Bern:
- Stadttheater Bern
- Biel/Solothurn:
- Theater Biel Solothurn
- Genf:
- Grand Théâtre de Genève
- Lausanne:
- Opéra de Lausanne
- Luzern:
- Luzerner Theater
- St.Gallen:
- Theater St. Gallen
- Zürich:
- Opernhaus Zürich
International
- Argentinien:
- Teatro Colón (Buenos Aires)
- Australien:
- Sydney Opera House (Sydney)
- Belgien:
- Théâtre de la Monnaie (Brüssel)
- Bulgarien:
- Nationalna Opera i Balet (Nationaloper, Sofia)
- Frankreich:
- Opéra National de Lyon (Lyon)
- Opéra de Marseille (Marseille)
- Opéra de Nice (Nizza)
- Opéra-Comique Paris (Paris)
- Opéra de Paris (Paris)
- Opéra National du Rhin (Straßburg, Colmar, Mulhouse)
- Großbritannien:
- Glyndebourne Festival (Glyndebourne)
- English National Opera (London)
- Royal Opera House (Covent Garden) (London)
- Italien:
- Teatro alla Scala di Milano (Mailand)
- Maggio Musicale Fiorentino (Florenz)
- Teatro Comunale (Florenz)
- Teatro San Carlo di Napoli (Neapel)
- Teatro La Fenice di Venezia (Venedig)
- Arena di Verona (Verona)
- Kanada:
- Canadian Opera Company of Toronto (Toronto)
- Niederlande:
- De Nederlandse Opera (Amsterdam)
- Polen:
- Teatr Wielki (Warschau)
- Russland:
- Mariinski teatr (Sankt Petersburg) (früher als Teatr im. Kirowa, Leningrad)
- Bolschoj teatr (Moskau)
- Kamernij opernij teatr (Moskau)
- Spanien:
- Gran Teatre del Liceu (Barcelona)
- Teatro Real (Madrid)
- Tschechien:
- Národní divadlo Praha (Nationatheater, Prag)
- Státní opera Praha (Staatsoper, Prag)
- Ungarn:
- Magyar Állami Operaház (Staatsoper, Budapest)
- USA:
- Metropolitan Opera (MET, New York)
- New York City Opera (NYCO, New York)
- Boston Lyric Opera (Boston)
- Lyric Opera of Chicago (LOC, Chicago)
- Dallas Opera (Dallas)
- Houston Grand Opera (Houston)
- Los Angeles Opera (Los Angeles)
- San Francisco Opera (San Francisco)
- Seattle Opera (Seattle)
Weblinks
- [http://www.andreas-praefcke.de/operlink.htm Liste mit Links zu deutschen, österreichischen und Schweizer Opernhäusern und Opernfestspielen]
- [http://www.operabase.com/index.cgi?lang=de Operabase - Opernhäuser und Spielpläne]
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ja:歌劇場
MusiktheaterMusiktheater ist eine der drei klassischen Sparten des Theaters, die anderen sind Sprechtheater (Schauspiel) und Tanztheater (Ballett). Es gibt auch Mischformen.
Zum Musiktheater gehören alle Formen, die dramatische Handlung, ausgedrückt in Bewegung und Sprache, mit Musik verbinden; so das Singspiel, die Oper, die Operette und das Musical. Ursprünglich gehörten zu Aufführungen des Musiktheaters sowohl Schauspieler und Sänger (ggf. in Personalunion) als auch Musiker (mindestens einer, meist aber mehrere oder ein Orchester). In neuerer Zeit erfolgt die Musikeinspielung oft auch von Tonträgern.
Musiktheater ist auch die Bezeichnung für das architektonisch wertvolle städtische
Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen.
Alles zum Thema Musiktheater finden Sie unter http://www.musik-theater.com: Oper, Operette, Musical, eine Theaterübersicht, Ausbildung, Rezensionen usw.
Kategorie:Klassische Musik
OperAls Oper (ital. opera in musica, von lat. opus - Arbeit, Werk) bezeichnet man seit etwa 1650 eine musikalische Gattung, in der eine szenisch-dramatische Handlung durch Musik gestaltet wird. Zur Gesamtwirkung der Oper vereinigen sich:
- Musik (Ausführende sind hierbei Orchester und Sänger)
- Dichtung (in Gestalt des Librettos)
- Darstellende Kunst bzw. Schauspiel
- Ballett und Tanz
- Bühnenbild (Malerei, Plastik, Dekoration und Architektur)
- Beleuchtung und div. Effekte
- Maske und Kostüme
Hierbei wird vor allem die Musik zum Träger der Handlung, der Stimmung und der Gefühle - im Gegensatz zur simultanen Untermalung eines Sprechstücks mit Musik (Melodram) oder der einlagenartigen musikalischen Auflockerung einer Handlung (Singspiel, Bühnenmusik).
Die Vielfalt der zusammenwirkenden Künste schafft viele Möglichkeiten für eine Oper, Gestalt anzunehmen, lässt aber auch Widersprüche entstehen. Die Musikgeschichte kennt daher viele unterschiedliche Ausprägungen der Oper.
Als Oper bezeichnet man auch die Aufführungsstätte, das Opernhaus, oder die Oper aufführende Kompagnie.
Opernhaus
Opernhaus
Form
Formal gesehen ist die Oper seit der Barockzeit eine Aneinanderreihung in sich geschlossener Musikstücke (Nummernoper), die durch Rezitative miteinander verbunden werden. Wie auch im Schauspiel kann eine Oper in Akte, in Bilder, in Szenen bzw. Auftritte gegliedert sein. Das Textbuch zu einer Oper heißt Libretto.
Die musikalischen Bestandteile der Oper sind
- Instrumentalstücke
:Ein anfangs eigenständiges Musikstück ist die Ouvertüre, ital. oft Sinfonia, die eine Oper oder einen Akt eröffnet. Oft wird thematisches Material aus der Oper selbst zitiert (z.B. "Hänsel und Gretel", Engelbert Humperdinck), oder die Ouvertüre schildert die wesentlichen Züge der Handlung im Voraus (Programmouvertüre). Das Vorspiel ist meist kürzer als eine Ouvertüre und geht oft direkt in die Musik der Szene über (Bsp. "Der Rosenkavalier", Richard Strauss). Ein Zwischenspiel, französisch Entr'acte, verbindet unterschiedliche Akte. Innerhalb der Opernakte finden sich Ballettmusik bzw. Tänze (z.B. "Tannhäuser", Richard Wagner), Märsche, Pantomimen, Auftrittsmusiken etc.
- Gesangsnummern mit Handlung schildernder Funktion
- Rezitativ, recht direkt der Sprache folgende, offene Formen
- Szene, ital. Scena, im 19. Jh aus dem Rezitativ hervorgegeangene, orchesterbegleitete Handlungsmusik
- Melodram, musikbegleitetes Sprechen
- Gesangsnummern als geschlossene Form
- Arie, Oberbegriff für alle Sologesänge in der Oper. Andere Bezeichnungen für Solostücke können sein: Lied, Couplets, Rondo, Ariette, Cabaletta, Romanze etc.
- Ensembles für mehrere Stimmen: Duett, Terzett, Quartett etc., ein vielstimmiges Ensemble heißt in Italien (pezzo) concertato
- Vaudeville, ein von mehreren Solisten gesungenes Strophenlied, oft mit gemeinsamem Refrain
- Chöre
- Introduktion und Finale, längere einleitende oder einen Akt beschließende Formen mit wechselnden Formen und Besetzungen
Durchkomponierte symphonische Großform
Richard Wagner schuf ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Form, welche die musikalische Nummernstruktur ersetzt und in welcher sich Musik und Dichtung zu einem durchkomponierten sinfonischen Ganzen verbinden. Wagners Opern bezeichnet man als "Musikdrama", das eine "unendliche Melodie" formt. Sein Werk Tristan und Isolde bezeichnete Wagner dementsprechend nicht als Oper, sondern als Handlung in Musik. Man bemerke hier die Ähnlichkeit zu Monteverdis Gattungsbezeichnung für seinen Orfeo: Favola in musica.
Die durchkomponierte Oper ist im Prinzip für alle Komponisten nach Wagner maßgeblich, auch wenn viele Komponisten immer wieder auf geschlossene Formen in Opern zurückgegriffen haben (z. B. Zoltán Kodály oder Kurt Weill). Die 'Nummernoper' lebt außerdem in Operette und Musical weiter.
Geschichte
Vorgeschichte
Bereits im der antiken griechischen Theater verband man szenische Aktion mit Musik. Der Chor hatte hierbei eine tragende Rolle: Chorgesang wurde einerseits zu den pantomimischen Tänzen herangezogen, welche das Theaterstück in verschiedene Teile gliederten; andererseits hatte der Chor auch die Aufgabe, die Handlung kommentierend zu begleiten (Bsp. "Antigone", Sophokles).
Es ist nicht bekannt, ob die Römer diese Tradition übernommen hatten. Mit der Zerstörung der römischen Theater im 6. Jahrhundert sind Aussagen hierüber nicht mehr zu belegen - das gilt auch für alle anderen Aktivitäten, die das Theater betreffen.
Im Mittelalter wurde die Tradition von musikbegleiteter Handlung fortgesetzt. Geistliche Themen wurden herangezogen, um dem einfachen Volk die Aussage der Bibel anschaulicher zu machen. Ganze Teile eines Gottesdienstes wurden mit den Mitteln des Theaters dargestellt. Beliebtes Thema war dabei die Geburt oder Auferstehung Christi. Dabei wurde durch das ganze Stück hindurch gesungen. Daraus entstanden die auch außerhalb der Kirche aufgeführten Mysterienspiele.
Weltliche Stücke, wie z.B. kurze Komödien, wurden in einigen Szenen nur teilweise mit Musikeinlagen unterstützt. Adam de la Halles melodienreiches Stück "Jeu de Robin and Marion", das um 1280 geschrieben wurde, bildet hier eine Ausnahme.
Auch in Intermedien, Tanzspielen, Masken- und Triumphaufzügen der Renaissance findet man die Verbindung von Szene und Musik.
Unmittelbare Vorläufer der Oper sind beispielsweise
- das im Mittelalter entstandene geistliche Mysterienspiel
- italienische Pastoralen (Schäferspiele) mit Musikbegleitung, etwa "Favola d'Orfeo" von Angelo Poliziano, 1471
- Madrigalkomödien, etwa "L'Amfiparnasso" O. Vecchi 1597
- das französische "Ballet comique de la Reine" (1581)
Entstehung der Oper
Die Oper selbst entstand am Ende des 16. Jahrhunderts in Florenz. Die Florentiner Camerata versuchte, die antike Form und auch die Vertonungsprinzipien der griechischen Tragödie wiederzubeleben, indem man nun textlich ausgearbeitete Dramenstoffe komplett mitsamt der Dialoge vertonte, statt wie zuvor nur die Zwischenchöre mit Musik zu versehen. Das bei den Florentinern vorherrschende System des vom Generalbass begleiteten rezitativischen Gesangs verzichtete zugunsten der Textverständlichkeit und -deklamation weitgehend auf freiere Formen- und Melodiebildung und setzte nur zuweilen Akzente durch kantablere Passagen oder dramatische Akzente.
Als erstes Werk der Gattung Oper gilt La Dafne von Jacopo Peri (1597). Weitere wichtige Werke aus der Anfangszeit der Oper sind L'Euridice von Jacopo Peri (1600) als älteste erhaltene Oper sowie Euridice (1602) und Il Rapimento di Cefalo von Giulio Caccini. Die erste deutsche Oper ist 1627 die (verschollene) Daphne von Heinrich Schütz, der die Oper bei seinem Studienaufenthalt 1609-1613 in Italien kennen gelernt hatte.
Besondere Bedeutung hat Claudio Monteverdis erste Oper L’Orfeo (1607). Hier sind im Vergleich zu seinen Vorgängern erstmals eine reichere Instrumentation, ausgebautere Harmonik, tonmalerisch-psychologische und bildhafte Ausdeutung von Wort und Figuren sowie eine personencharakterisierende Auswahl der Instrumente zu hören. Zwar nimmt Monteverdis persönliche Entwicklung im Orfeo erst ihren Anfang, seine Spätwerke „Il ritorno d'Ulisse in patria“ (1640) und L'incoronazione di Poppea (1643) stellen aber in Hinblick auf die Musikdramatik Höhepunkte der gesamten Opernentwicklung dar.
In der Geschichte der Oper unterscheidet man grob zwei Traditionsstränge, die sich jedoch vielfach berühren und mischen:
- Große, 'ernsthafte' Werke meist tragischen Inhalts, verwandt mit Tragödie und dem Historischen Drama, die Stoffe entspringen meist der Tragödie oder epischen Heldendichtung, später auch Roman und Novelle:
- Dramma per musica oder ähnliche Bezeichnungen der frühen Oper
- Opera seria – große oder ernsthafte Oper, meist über Helden und tragisch endend;
- Opera semiseria – Form des Barock, in der neben der heroischen Handlung auch volkstümlichere, komische Figuren vorkommen
- Melodramma – häufig verwendete Bezeichnung im Italien des 19. Jahrhunderts
- Grand Opéra in Frankreich (z. B. Giacomo Meyerbeer)
- Tragédie lyrique in Frankreich (z.. B. Jules Massenet)
- Musikdrama – durchkomponierte große Oper der Romantik, geprägt durch Richard Wagner
- Literaturoper – Form des 20. Jahrhunderts unter enger Anlehnung an bestehende Theaterstücke oder andere literarische Vorlagen
- Heitere, komische Formen, häufig mit gesprochenen Szenen - diese führen historisch weiter zu Operette und Musical, wobei auch hier die Grenzen fließend sind. Die Stoffe stammen aus dem Volkstheater und der Komödie. Stark beeinflusst durch die italienische commedia dell'arte, aber auch durch die deutsche Hanswurstiade, ferner Posse und Schwank nahestehend
- Opera buffa, (Opéra bouffe) – komische oder scherzhafte Oper, mit volkstümlichen oder komischen Szenen
- Singspiel – deutsches Pendant zur italienischen Opera buffa, allerdings mit Sprechszenen anstelle der Rezitative
- Opéra comique – französische Form des Singspiels im 19. Jahrhundert, nicht unbedingt heiteren Inhalts, aber in Abgrenzung zur Grand Opéra ohne Ballett und mit gesprochenen Dialogen (z. B. Carmen).
siehe auch:
- Geschichte der Oper
- Opernreform
Bedeutende Opernkomponisten (chronologisch)
Die hier aufgeführten Komponisten sind heute einerseits "Klassiker" des modernen Opernbetriebs und haben andererseits durch eines oder mehrere Werke Entscheidendes zur Entwicklung der Kunstform Oper beigetragen.
Aus heutiger Perspektive der erste bedeutende Opernkomponist. Er komponierte Anfang des 17. Jahrhunderts. Heute bekannteste Werke sind sein L'Orfeo sowie L'Incoronazione di Poppea - letztere ist insbesondere wegen ihres wenig moralischen Schlusses (die "Bösen" gewinnen und singen ein Liebesduett) bedeutsam.
Überaus produktiver Opernkomponist und einer der wichtigsten Komponisten des Barock. Geboren in Halle (Saale) wanderte er nach Aufenthalten in Hamburg (wo er seine erste Oper komponierte) und Italien nach England aus. Betrieb dort auch eine eigene Opernkompagnie. Wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts langsam wieder als Opernkomponist entdeckt, galt davor vor allem als Schöpfer großer Oratorien. Einige seiner heute wieder häufiger aufgeführten Werke sind: Alcina, Giulio Cesare, Serse, Rinaldo und Ariodante.
Reformierte die bis dahin gängige Opera Seria. Während noch G. F. Händel dem strengen Korsett der barocken Opera Seria blieb, die vor allem durch die strikte Trennung von Rezitativen und Arien und damit zwischen Reflexion und Emotion gekennzeichnet ist, beginnt Gluck damit, diese Elemente stärker ineinander zu verflechten. Wichtigstes Werk: Orfeo ed Euridice.
Neben Verdi, Wagner, Puccini und Strauss sicherlich der bedeutendste Komponist im heutigen Opernbetrieb. Seine frühen Opern, die er als Jugendlicher verfasste, waren noch stark am Modell der barocken Opera Seria orientiert. Entwickelte später mit Opern wie Don Giovanni oder Le nozze di Figaro und deutschsprachigen Singspielen wie Die Entführung aus dem Serail und Die Zauberflöte seinen eigenen unverwechselbar "klassischen" Stil. Mit letzteren wurde er zum Wegbereiter der deutschsprachigen Oper des 19. Jahrhunderts.
Prägten Anfang des 19. Jahrhunderts wesentlich den heute Bel Canto genannten Opernstil. Wie der Name Bel Canto (Schöner Gesang), (auch: Belcanto) bereits impliziert, sind die Werke dieser Komponisten stark auf virtuosen Gesang ausgerichtet. Partien wie Lucia di Lammermoor (Donizetti), Norma (Bellini) oder Semiramide (Rossini) sind eine Herausforderung für jede Sopranistin, da sie gleichermaßen Koloraturfähigkeit (Koloratur: auf einer Silbe gesungene Verzierung, früher oft Improvisationen, die sich die Sänger und Sängerinnen selbst schrieben) sowie dramatische Wucht erfordern. Eine herausragende Interpretin, insbesondere der Norma und der Lucia, war Maria Callas.
Entwickelte die italienische Tradition des Bel Canto weiter und stärkte den eigenständigen Charakter der Orchestermusik, ohne den Anspruch auf höchste Kantabilität (etwa: Gesanglichkeit) aufzugeben. Gleichzeitig nahm er sich für seine Kompositionen anspruchsvoller literarischer Vorlagen an. So zum Beispiel Alexandre Dumas' Kameliendame (Verdis La Traviata); vier seiner Opern gehen auf Theaterstücke Friedrich Schillers zurück (Don Carlo u.a.), mit den beiden Shakespeare-Opern Otello und Falstaff beendete er sein Opernschaffen. Weitere wichtige Opern: Nabucco, Macbeth, Rigoletto, Il Trovatore, Aida.
Zeitgenosse Verdis. Prägte als deutscher Antipode zu Verdi einen ganz eigenen Stil. Mit seinen Musikdramen verfolgte er das Ziel, ein Gesamtkunstwerk zu errichten. Widmete sich stark germanischen und mittelalterlichen Stoffen als Vorlagen für seine Werke. Der philosophische Überbau, den Wagner seinen Werken verpasste, führt auch heute noch dazu, dass er der vermutlich meistdiskutierte Opernkomponist aller Zeiten ist. Wichtiges musikalisches Mittel, dass seine Opern kennzeichnet, sind die so genannten Leitmotive - signifikante "Erkennungsmelodien" für bestimmte Charaktere oder Situationen, die im Verlauf eines Werkes mehrfach wiederkehren. Berühmteste Werke: Der Ring des Nibelungen (bestehend aus den 4 Teilen: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung) und Tristan und Isolde.
Neben Verdi berühmtester italienischer Opernkomponist des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Werke wie La Bohème, Madama Butterfly, Tosca oder Turandot finden sich im Repertoire jedes Opernhauses.
Neben Berg der wohl bedeutendste deutsche Opernkomponist des frühen 20. Jahrhunderts. Im Unterschied zu Alban Berg und anderen Komponisten dieser Zeit vollzog er nicht den Schritt in die Atonalität, auch wenn Werke wie Salome und Elektra mit diesen Stilelementen spielen. Strauss blieb auch während des Dritten Reiches als Komponist und Dirigent in Deutschland und war deshalb im Ausland umstritten. Obwohl er als Präsident der "Reichsmusikkammer" den wichtigsten offiziellen Musikerposten im NS-Staat bekleidete, stritt er später immer wieder ab, Sympathisant der Nationalsozialisten gewesen zu sein. Geistig lag ihm Mozart mehr als Wagner, und er wünschte sich, mit Werken wie Ariadne auf Naxos oder Der Rosenkavalier die mozartsche Komödie wiederzubeleben. Insbesondere "Der Rosenkavalier" ist eine Referenz an Mozart, nämlich an dessen Le Nozze di Figaro, dem nicht nur der Plot ähnelt, sondern vor allem die Besetzung mit jeweils zwei Sopranen in zentralen Frauenrollen und einer "Frau in Hosen" (einer so genannten Hosenrolle) als jugendlichen Liebhaber.
Einer der wichtigsten Schüler von Arnold Schönberg. Schuf mit seinen freitonalen Opern Wozzeck (nach Büchners "Woyzeck") und dem Fragment Lulu, das von Friedrich Cerha vollendet wurde, Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts.
Opernkomponisten nach 1950
Auch im 20. Jahrhundert wurden Opern komponiert, auch wenn das 19. Jahrhundert sicherlich als das Jahrhundert der Oper betrachtet werden muss, wenn man sowohl das Opernschaffen als auch die Rezeption bzw. das Publikum in Rechnung stellt. Im 17. und 18. Jahrhundert war die Oper ein überwiegend höfisches und somit adeliges Vergnügen.
Wichtige Komponisten nach 1950 sind beispielsweise Benjamin Britten, Luigi Nono, Bernd Alois Zimmermann, Luciano Berio, Philip Glass, Aribert Reimann und Hans Werner Henze.
Stockhausen entwarf mit seinem Zyklus "LICHT", der 1981 begonnen und 2005 vom Komponisten vollendet wurde, eine monumentale Heptalogie, aufgeschlüsselt auf die sieben Tage der Woche. Der Zyklus um Eva, Michael und Luzifer setzt enorme aufführungstechnische Schwierigkeiten, verlangt sehr spezialisierte Chöre, Solisten, Tänzer und Instrumentalisten. In seinen revolutionären Anforderungen lässt sich das Lebenswerk als zweiter "Ring der Nibelungen" für unsere Zeiten begreifen.
Oper heute: Weitere Aspekte
Regie
Bis etwa 1800 war Operntheater vor allem Uraufführungstheater. Komponist und Publikum lebten in derselben Zeit und somit in derselben Gesellschaft. Die Konventionen und "Spielregeln" für Theater waren für Aufführende wie Zuschauer allgemein klar. Mit der Aufführung auch älterer Werke bildete sich im 19. Jahrhundert das Repertoiretheater, das neben neuen Werken auch diejenigen historischen Opern aufführte, die in ihrer Zeit ein Publikum fanden. Hierbei änderte sich der Theaterstil der Aufführung gegenüber der Zeit ihrer Entstehung oft erheblich, da sich die Sicht der Zeit auf Stoffe, Themen und Motive verändert hatte. Die Werke Mozarts z. B. erfuhren im 19. Jahrhundert eine deutliche Romantisierung. Je weiter Entstehung und Aufführung eines Werkes zeitlich auseinander klafften, desto mehr bedurfte es der Interpretation eines Werkes. Dies führte schließlich zum Beruf des Regisseurs, also eines künstlerischen Gesamtleiters einer Opernaufführung, der Spielweise und ästhetische Gestaltung des Werkes festlegt.
Unter diesen Schlagworten lassen sich zwei gegensätzliche Positionen zur Aufführung von Opern heute fassen, die unter Zuschauern und Künstlern oft heftig und kontrovers gegeneinander gestellt werden.
- Werktreue. Anhänger der Auffassung, dass eine Oper "werktreu" aufgeführt werden solle, vertreten die Auffassung, dass die Absicht der Autoren eines Werkes für die Aufführung eine Gültigkeit hat und eine Oper entsprechend aufzuführen sei. Da die Autoren meist nicht mehr am Leben sind und es auch keine Ton- oder Bildaufzeichnungen aus deren Zeit gibt, ist nicht immer einfach, herauszufinden, was die Absicht der Autoren gewesen ist. Oft bezieht sich das Postulat der Werktreue daher auf eine Aufführungstradition, namentlich auf diejenige aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, fast immer sind Bühnenbild und Kostüm hier die maßgeblichen Kriterien für die Beurteilung. Zweifellos kann die Herangehensweise an eine Oper zunächst beim Werk und seiner Analyse beginnen. Ziel der Gestaltung ist dann vorrangig die Aufführung des Werkes selbst und seiner Inhalte im Sinne des Werkes. Hierfür ist der Begriff "Werkgerechtigkeit" wohl treffender als der der "Werktreue".
- Regietheater. Bei vielen Regisseuren steht bei einer Opernaufführung der Bezug zur heutigen Zeit und Gesellschaft oder zu ihrer eigenen Person im Vordergrund. Oftmals versuchen diese, eine Gestaltung zu wählen, die optisch einen deutlichen Bezug zur Jetztzeit hat. Aspekte des Werkes, die nur in der Entstehungszeit klar verständlich waren, werden interpretiert - oder uminterpretiert. Die Aufführungen dieser Regisseure können den Charakter von Werkbearbeitungen annehmen, bei denen die persönliche Interpretation durch den Regisseur das Werk überdeckt. Hierfür hat sich der Begriff Regietheater etabliert. Da seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch zunehmend im Schauspiel ausgebildete Regisseure Opern inszenieren, treten zuweilen auch musikalisch-praktische Notwendigkeiten in den Hintergrund.
Zwischen diesen beiden Polen steht heute jede Opernaufführung. Der Anspruch der meisten Künstler in der Oper ist jedoch, gleichermaßen dem Werk und der heutigen Realität gerecht zu werden. Adolf Dresen hat hierzu (sinngemäß) formuliert: Die Werktreue ist für eine Oper ebenso schädlich wie die Werkverwurstung.
Originalsprache
Bis zur Mitte der 1960er Jahre wurden Opern in der jeweiligen Landessprache des Aufführungsortes aufgeführt, so wurden Verdi-Opern in Deutschland in deutscher Sprache und Wagner-Opern in Italien in italienischer Sprache gesungen, wie auch Radio- und Fernsehaufzeichnungen belegen. Erst durch Herbert von Karajan kam die Wende. Mit seiner Begründung, die Einheit von Wort und Musik gehe bei Übersetzungen in eine andere Sprache verloren, wurden Opern allmählich immer mehr in der Originalsprache aufgeführt. Auch der Schallplatten-Markt, der sich zunehmend internationalisierte, trug entscheidend zu dieser Entwicklung bei. In der DDR gab es hingegen weiterhin eine große Tradition von Übersetzungen, jedoch wurde mit neuen Übertragungen (z.B. Walter Felsenstein, Siegfried Schoenbohm) versucht, den Inhalt des Originals genauer, sprachlich gelungener und vor allem musikalisch passender umzusetzen. Heute werden in fast allen Opernhäusern simultan zur Aufführung Übertitel eingeblendet. An vielen kleineren Theatern, vor allem im Osten Deutschlands, gibt es noch Aufführungen in deutscher Sprache. Auch gibt es in einigen Städten (z.B. Berlin, München, Wien) mehrere Opernhäuser, von denen eines Opern in Übersetzungen aufführt, wie etwa die Komische Oper Berlin. Hin und wieder gibt es auch eine autorisierte Übersetzung (wie im Falle der Opern Leoš Janáčeks, deren deutscher Text von Janáčeks Freund Max Brod stammt, so dass der deutsche Text als original gelten darf). Schwierig gestaltet sich die Aufführung in Originalsprache auch immer dann, wenn Dialoge in dem Werk vorkommen. Hier gibt es auch Mischformen, d.h. gesprochene Texte werden übersetzt, gesungene erklingen jedoch in Originalsprache. Im Bereich Singspiel, Operette, Musical ist daher die übersetzte Musiktheateraufführung weit verbreitet.
Opernführer und Programmhefte
Max Brod
Italienisch als lingua franca vergangener Jahrhunderte war den Opernbesuchern eine vertraute Sprache. Seit den Bemühungen Karajans werden die meisten Werke wieder in ihrer Originalsprache aufgeführt. Die Verständnisschwierigkeiten für heutige Zuschauer werden neben den Übertiteln auch durch Opernführer und Programmhefte ausgeglichen.
Durch die große Anzahl von Opern, die seit Richard Wagners Bayreuth-Repertoire stetig neu wiederholt werden, hat sich ein allgemeiner Kanon an Werken herausgebildet, die zum Repertoire vieler Theater gehören. Um dem wissenshungrigen Zuschauer eine Einführung in das ihm fremde Werk zu geben, sind im Buchhandel verschiedene Opernführer erhältlich, welche die bekanntesten Werke zu katalogisieren versuchen.
Für die Inszenierung der jeweiligen Aufführung werden die Programmhefte des Theaters herangezogen.
Nicht alle Werke sind in Opernführern aufgelistet, ebenso wie sich die Zusammensetzung der "Standards" sich auch zeit- und gesellschaftsbedingt wandelt. (So finden sich z.B. in Opernführern der DDR wesentlich mehr Werke russischer Komponisten.) Programmhefte bieten hier eine unverzichtbare Alternative für schwer zugängliche Werke.
Literatur
- Rudolf Kloiber, Wulf Konold, Robert Maschka: Handbuch der Oper, München (dtv) und Kassel (Bärenreiter), 9., erweiterte Auflage 2002, ISBN 3423325267 und ISBN 376181605,
- Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, 6 Bände und ein Registerband, hrsg. von Carl Dahlhaus und Sieghart Döhring, München: Piper 1986
- Ulrich Schreiber: Die Kunst der Oper, Bände 1-3, Frankfurt/Main: Büchergilde Gutenberg, 1988/1991/2000
- Praxis Musiktheater. Ein Handbuch, hrsg. von Arnold Jacobshagen, Laaber-Verlag, 2002, ISBN 3890075126
- Silke Leopold / Robert Maschka: Who's who in der Oper, Kassel [u.a.]: dtv, 2004, ISBN 3-423-34126-2
- Johannes Jansen: Schnellkurs Oper, Köln: Dumont Buchverlag, 1998 ISBN 3-7701-4280-2
Siehe auch
- Geschichte der Oper bis 1880
- Liste von Opern
- Singspiel, Operette, Musical, Kinderoper, Fernsehoper, Semi-Oper
- Chinesische Oper
- Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik
- Stimmlagen
- Portal:Musik
- Liste bekannter Regisseure
Weblinks
- http://www.karadar.com - Opernlibretti in Originalsprache
- http://operone.de
- http://www.theaterportal.de - Opern in den Spielplänen deutschsprachiger Bühnen
- http://www.sirene.at/ Musiktheater für Uraufführungen
Kategorie:Gattungen und Formen (Musik)
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OperetteDie Operette, (die Bezeichnung kommt aus dem Italienischen und heißt wörtlich übersetzt "Kleine Oper") ist ein musikalisches Bühnenwerk, das wohl aus dem Singspiel, nicht jedoch - wie man aus dem Namen schließen könnte - aus der Oper entstand und in der eine meist possenhafte Handlung mit gesprochenem Dialog kennzeichnend ist. Ursprünglich wollte die Operette die herkömmliche klassische Oper mit heiterem Inhalt und flotten Rhythmen auf die Schippe nehmen.
Geschichte
Die neue Musikgattung, Operette, entstand parallel in Frankreich und in Wien. 1858 wurde in Paris die Operette "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach mit großem Erfolg aufgeführt.
Danach konnte auch die Wiener Operette große Erfolge erzielen. Komponisten wie Franz von Suppé, Johann Strauß, Karl Millöcker und Carl Zeller wurden durch ihre Operetten sehr berühmt.
Auch in Berlin fasste die Operette schließlich Fuß und Komponisten wie Richard Heuberger, Franz Lehár, Leo Fall, oder Leon Jessel konnten ihre Werke zu großem Erfolg führen. Die "Berliner Operette" erfuhr durch Paul Lincke, Walter Kollo, Willi Kollo und andere einen eigenen Stil.
In England sind die Operetten ("Savoy Operas") von Arthur Sullivan sehr beliebt geworden und in Spanien erlebte die Sonderform der "Zarzuela" eine Blütezeit.
Die Glanzzeit der Operette dürfte um die Wende vom 19. in das 20. Jahrhundert gewesen sein. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie von der Revue verdrängt. Jedoch konnten auch in den 20er Jahren und bis nach dem Zweiten Weltkrieg noch Erfolge erzielt werden.
Andere Formen
Allerdings wurden jüngere Kompositionen dann eher als Singspiel bezeichnet (z. B. Der Vetter aus Dingsda, Im weißen Rößl).
Später wurde die Musikgattung Operette dann weitgehend vom Musical als dessen moderne Weiterentwicklung verdrängt.
Bekannte Operettenkomponisten und deren Werke
Siehe dazu die
- Liste von Operetten
- Liste von Operetten-Komponisten
- Weitere Operettenkomponisten
Literatur
- Volker Klotz: Operette - Porträt und Handbuch einer unerhörten Kunst, Bärenreiter Verlag, Kassel 2004, ISBN 3761815964
- Rolf Fath u. Anton Würz: Reclams Opern- und Operettenführer, (37. erw. und 23. Aufl.) Reclam, Stuttgart, 2002, ISBN 3150105137
- Stan Czech: Das Operettenbuch: ein Führer durch die Operetten und Singspiele der deutschen Bühnen, Muth, Stuttgart (1960)
Kategorie:Gattungen und Formen (Musik)
Kategorie:Operette
ja:オペレッタ
Ballett
Ballett (vom italienischen balletto, dem Diminutiv von ballo = Tanz), auch klassischer Tanz genannt, bezeichnet
- eine Tanzvorstellung auf einer Bühne zu Musikbegeleitung, wobei die Darbietung hauptsächlich aus Tanz bestehen oder Teil eines größeren Werkes (Oper, Operette, Musical) sein kann
- eine Kunstform/Sparte am Theater neben Oper, Schauspiel und Konzert
- ein Bühnenwerk, bei dem der Tanz im Mittelpunkt steht
- ein Musikstück, das als Begleitung für Bühnentanz geschrieben wurde (Ballettmusik)
- ein Tänzerensemble am Theater (Corps de Ballet).
Im klassischen Ballett wird mit den Mitteln von Musik, Tanz, Körpersprache, Mimik, Kostümen und Bühnenbild eine Geschichte erzählt. Dabei unterstützen sich die einzelnen Elemente gegenseitig.
Geschichte des Balletts
Das Ballett entwickelte sich im 15. Jahrhundert und 16. Jahrhundert aus den an italienischen und französischen Fürstenhöfen aufgeführten Schauspielen. Zu dieser Zeit war es noch keine eigenständige Kunstform.
Das älteste Ballett, dessen Partitur erhalten ist, ist Le Ballet comique de la Reine aus dem Jahr 1581.
1661 gründete Ludwig XIV. die Academie royale de la danse in Paris. In dieser Zeit erfuhr das Ballett ein enorme Weiterentwicklung. Ballett wird zum Bühnenstück, das zunehmend von Berufstänzern aufgeführt wird. Ab 1681 dürfen auch Frauen erstmals offiziell tanzen.
Die Tanztechniken, Schritte und Positionen seiner Zeit beschrieb Raoul Feuillet um 1700 in seinem Buch Chorégraphie. Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden die ersten Handlungsballette. Zuvor waren die Tänze nur durch ein gemeinsames Motiv, nicht aber durch eine durchgängige Handlung verbunden. So spielen die einzelnen Teile von Jean-Philippe Rameaus Les Indes galante alle in exotischen Ländern, haben aber keinen inhaltlichen Zusammenhang. 1760 veröffentlichte Jean Georges Noverre seine Briefe über die Tanzkunst und das Ballett, die viele seiner Zeitgenossen beeinflussten. Seine Ideen setzte er in dem Ballett Medea und Jason um, das 1763 vom Pariser Opern Ballett uraufgeführt wurde.
Die Zeit des romantischen Balletts began mit der Uraufführung von La Sylphide 1832. in der Folgezeit durchlief das Ballett eine Reihe von dramatische Veränderungen. Sowohl die Themen der Ballettproduktionen als auch die Kostüme und der Tanz selbst wurden verändert. Der Spitzentanz wurde erfunden und die Kostüme wurden so verändert, dass die Fuß- und Beinarbeit für die Zuschauer sichtbar wurde.
Als erste Meisterin des Spitzentanz gilt Maria Taglioni.
Eine Blütezeit erlebte das Ballett in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Russland. Unter der Leitung von Marius Petipa entstanden klassische Meisterwerke wie Schwanensee, Dornröschen und Der Nussknacker zur Musik Pjotr Iljitsch Tschaikowskis.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte in Westeuropa und Nordamerika eine Renaissance des Balletts ein. Unter anderem ausgelöst durch die Gründung des Ballets Russes, 1909, durch Sergei Diaghilev. Das Ballett des 20. Jahrhunderts war vor allem durch Künstler geprägt, die nach der Gründung der Sowjetunion ins westliche Exil gingen. Dazu gehören Michail Fokin, Wazlaw Fomitsch Nischinski und George Balanchine.
Ballettmusik
George Balanchine
Zu allen Zeiten wurde zur Musik getanzt. Doch erst in der zweiten Hälfte des 17ten Jahrhunderts entstand Ballettmusik im heutigen Sinn.
Besonders während der Blütezeit des Balletts in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Sankt Petersburg wurde die Komposition auf die Gegebenheiten des Theaters und die Größe und Zusammensetzung des Ensembles abgestimmt. Dabei arbeiteten der Komponist und der Choreograf oft eng zusammen. Erst im 20. Jahrhundert verwendeten Choreografen auch Stücke, die ursprünglich nichts mit Ballett zu tun hatten.
Zu den ältesten klassischen Ballettmusiken gehören Coppélia von Léo Delibes und Giselle von Adolphe Adam, beide wurden zuerst Mitte des 19ten Jahrhunderts von dem Paris Opera Ballet uraufgeführt.
In der Blütezeit des klassischen Balletts, Ende des 19ten Jahrhunderts schrieb Pjotr Iljitsch Tschaikowski für das Sankt Petersburger Mariinski-Theater Stücke die heute zum Repertoir einer jeden klassischen Ballettkompanie gehören, zum Beispiel Schwanensee, Dornröschen und Der Nussknacker.
Die bekanntesten Ballettmusiken des beginnenden 20sten Jahrhunderts sind Sergej Prokofjews Romeo und Julia und Cinderella sowie Igor Strawinskys Feuervogel und Le sacre du printemps.
Bekannte Komponisten und ihre Ballette
- Adolphe Adam: Giselle, Le Corsaire
- Léo Delibes: Coppélia, Sylvia
- Léon Minkus: La Bajadere, Paquita
- Sergej Prokofjew: Romeo und Julia, Cinderella
- Igor Strawinsky: Feuervogel, Petruschka, Le sacre du printemps
- Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Schwanensee, Dornröschen, Der Nussknacker, Eugen Onegin
- Frédéric Chopin: Die Kameliendame, Les Sylphides
Technik
Grundprinzipien
Die Grundprinzipien des Klassisch-Akademischen Tanzes sind
- en dehors (französisch "Auswärts"), am offensichtlichsten in den Auswärtspositionen der Beine und Füße s.u.
- equilibre (französisch "Gleichgewicht"), die stetige Ausrichtung des Tanzenden an der Vertikalachse des Raumes bzw. an seiner eigenen Körperachse, Kunstwort hierfür: "aplomb"
- geo- und stereometrische Strukturen wie die Fußpositionen und -bewegungen, aber auch die Ausrichtung im Raum (zu den Seiten/den Ecken, gekreuzte oder offene Beinposition, Haltung der Arme etc.)
Ballettpositionen
Die Basis der klassischen Balletttechnik sind auswärts gedrehte Beine und Füße. Ausgangspunkt für fast alle Schritte sind die 6 Positionen des Balletts.
- erste Position In der ersten Position bilden die Füße Ferse an Ferse eine gerade Linie.
- zweite Position In der zweiten Position bilden die Füße eine gerade Linie, die Fersen sind etwa hüftbreit voneinander entfernt.
- dritte Position In der dritten Position stehen die Füße parallel Knöchel vor Knöchel voreinander, wobei die Knöchel einander berühren.
- vierte Position ein Fuß steht auswärts gedreht parallel vor dem anderen ebenfalls auswärts gedrehten Bein, mit etwa 20 bis 30 Zentimeter Abstand.
- fünfte Position wie die vierte Position, jedoch geschlossen, ohne Abstand zwischen den Füssen: die Ferse des einen Beins berührt die Zehen des anderen Fusses und umgekehrt.
- sechste Position Bezeichnung im neoklassischen Stil, nicht im Klassischen beide Füße stehen parallel (deshalb auch Parallelposition) mit den Spitzen in der Körperrichtung ohne Abstand aneinander....
Ballettbegriffe
Da die Geschichte des Balletts in Frankreich beginnt, sind noch heute die meisten Begriffe der Ballettsprache französischen oder seltener italienischen Ursprungs.
- Aplomb
- à la seconde Das Bein zur Seite/zur zweiten Position.
- Arabesque Dabei steht die Tänzerin/der Tänzer auf einem Bein, das andere Bein wird mit gestrecktem Knie nach hinten gehoben.
- Attitude Bei dieser Pose steht die Tänzerin/der Tänzer auf einem Bein, das andere wird nach hinten, zur Seite oder nach vorne gehoben. Das Knie des Spielbeins ist dabei angewinkelt.
- Battement Bezeichnung für schlagende Bewegungen des Spielbeins
- Grand Battement Das Spielbein wird mit Schwung so hoch wie möglich nach vorn, zur Seite oder nach hinten geworfen.
- Changement Sprung, der in der dritten oder fünften Position ausgeführt wird und bei dem die Fußposition gewechselt wird. Stand z. B. anfangs der rechte Fuß vor dem linken, steht nach dem Changement der linke vor dem rechten.
- Developpé (eigentlich battement developpé) Heben eines Beines mit gebeugtem Knie nach vorn, seitwärts oder zurück
- Échappé Mit beiden Füßen gleichzeitig aufschwingen aus einer geschlossenen Position und Rückfall in eine offene Position
- Échappé sauté Sprung aus einer geschlossenen in eine offene Position
- Entrée Einzelner Szenenauftritt eines Tänzers
- Fouetté Drehung des Standbeines (meist auf Spitze), wobei das freischwingende Spielbein als "Propeller" dient. Eine besonders schwierige Übung. siehe auch: Schwanensee
- Frappé (eigentlich "battement frappé") Schneller Wechsel des Spielbeins hinter und vor das Standbein
- Glissade Gleitschritt aus der dritten oder fünften Position, dicht über dem Boden
- Glissé Gleitschritt wie das Glissade, nur ohne den Wechsel der Fußposition
- Jeté (eigentlich "battement tendu jèté") franz: werfen-->Spielbein wird mit schneller Bewegung geworfen (auf 45 Grad) Grand jeté Großer Sprung von einem Bein auf das andere, mögliche Positionen in der Luft sind Arabesque, Attitude und große 2. Position
- Pas Schritt -> z.B. Pas de Chat (Katzensprung)
- Pas de bourrée Schrittwechselschritt, der auf der Spitze der Tänzerin oder des Fußballens des Tänzers ausgeführt wird
- Pas de Deux (französisch "Schritte/Tanz für Zwei"). Ein Grand Pas de Deux wird in fünf Phasen unterteilt: Entrée, Adage, Variationen für den Tänzer, Variationen für die Tänzerin, Coda
- Passé Der Spielbein-Fuß des/r Tänzers/in wird am Knie des Standbeins angelegt. Das Knie des Spielbeins befindet sich in auswärtsgedrehter Haltung (180^). Von französisch "passer = vorbeiführen, passieren": Dient dem Wechsel von Spielbeinpositionen z.B. von vorne nach hinten.
- Pirouette Drehung auf einem Bein (im Rétiré). Spezialform der "tours" (Drehungen)
- Plié Kniebeuge
- Relevé auf die Fußspitze erheben
- Retiré Pose, bei der die Fußspitze des Spielbeins am Knie des Standbeins angelegt wird
- Rise auf die Fußspitzen erheben (englische Entsprechung von "Relevé")
- Rond de jampe kreisförmige Bewegung des Beines auf dem Boden.
- Sauté Sprung (eigentlich französisch: "gesprungen")
- Soubresaut ein Sprung aus der 3. oder 5. Position von beiden Füßen auf beiden Füßen ohne zu wechseln, die Beine in der Luft so gekreuzt, dass der hintere Fuß vom vorderen verdeckt wird.
- Tour Drehung, jede Pose kann auch als tour, also gedreht, getanzt werden. tours en l'air (französisch "Drehungen in der Luft") sind virtuose Sprünge des Tänzers, bei denen er sich in der Luft dreht
Canada
- [http://www.nationalballetschool.org/ The National Ballet School of Canada]
- [http://www.rwbschool.com/ Royal Winnipeg Ballet School]
- [http://www.grandsballets.qc.ca/en/ Les Grands Ballets Canadiens de Montréal]
Cuba
- Ballet Nacional de Cuba, Havanna
Deutschland
- The Forsythe Company, Dresden/Frankfurt
- Hamburg Ballett, Hamburg
- Stuttgarter Ballett, Stuttgart
- [http://www.ballettschule-berlin.de/ Staatliche Ballettschule Berlin und Schule für Artistik Fachrichtung Bühnentanz], Berlin.
Großbritannien
- The English National Ballet, London
- The Royal Ballet, London
- Sadler's Wells Ballet, London
Frankreich
- Ballets Russes, Paris 1910-1929
- Paris Opera Ballet, Paris
Russland
- Kirow Ballett, Sankt Petersburg
- Bolschoi Ballett, Moskau
USA
- New York City Ballet, New York
- American Ballet Theatre, New York
- Houston Ballet, Houston
Kostüme
In der Geschichte des Balletts haben sich die Kostüme entsprechend dem Zeitgeschmack verändert. Im Laufe der Jahre wurden sie kürzer und leichter. Damit wurde der Weg frei für anspruchsvollere und technisch schwierigere Bewegungsabläufe. Noch heute werden die Kostüme nur unwesentlich variiert. So trägt Giselle immer ein knielanges Kleid, und die Schwäne aus Schwanensee sind selbst für einen Laien leicht zu erkennen. Bei den Damenkostümen unterscheidet man zwischen dem langen Tüllrock für Geisterwesen aus dem Weißen Akt (z. B. in Giselle), dem schmalen langen Kleid (z. B. in Romeo und Julia) und dem Tutu, einem steifen abstehenden Tüllrock, der das bekannteste Ballettkostüm darstellt (z. B. in Schwanensee oder Paquita) und aus dem 19. Jahrhundert stammt.
Literatur
- Agrippina J. Waganowa: Die Grundlagen des klassischen Tanzes, Henschel Verlag, 2002 (ISBN 389487418X)
- Vera S. Kostrowitzkaja: Schule des klassischen Tanzes, Henschel Verlag, 2003 (ISBN 3894874589)
- Gyrögy Lörink: Methodik des klassischen Tanzes, Verlag Ernst Probst, 2002 (ISBN 3935718993)
Siehe auch
- Ballerina
- Spitzenschuhe
- Tutu (Ballett)
- Choreografie, Liste bekannter Choreografen
- Tanz, Liste berühmter Tänzer
Weblinks
- [http://www.ballet.co.uk/ www.ballet.co.uk] Alles über Ballett und Tanz (auf Englisch)
- [http://www.hamburgballett.de/ Hamburg Ballett] Ballettensemble unter der Leitung von John Neumeier
- [http://www.stuttgart-ballet.de/ Stuttgart Ballett] Ballettensemble des Staatstheater Stuttgart
- [http://www.staatsballett-berlin.de/ Staatsballett] größtes deutsches Ballettensemble aus Berlin unter der Leitung von Vladimir Malakhov
- [http://www.scholzballets.com/ Scholzballets.com] In Memoriam Uwe Scholz
!
ja:バレエ
Arena di Verona
Die Arena von Verona ist ein gut erhaltenes römisches Amphitheater und wird vor allem für Opernaufführungen genutzt.
Das Theater wurde etwa im Jahr 30 n. Chr. errichtet und lag damals außerhalb der römischen Stadtmauer Veronas. In römischer Zeit fasste die Arena über 30.000 Zuschauer. Die Außenfassade war mit weißen und rosa Kalkstein verkleidet. Nach einem Erdbeben im Jahr 1117, bei dem der größte Teil des Außenrings zerstört wurde, diente die Arena, wie viele antike Ruinen, als Steinbruch für die wachsende mittelalterliche Stadt.
Erst während der Renaissance gab es wieder Bestrebungen, das Bauwerk wieder als Theater zu nutzen. Dies geschieht aber erst seit 1913 wieder regelmäßig, aufgrund der hervorragenden Akustik konnte sich die Arena schnell als Konzertstätte etablieren. Heute finden vor allem in den Monaten Juni, Juli und August Opernaufführungen statt.
Weblink
- [http://www.arena.it/ Arena di Verona]
Verona
Verona Arena
Verona Arena
OrchestergrabenDer Orchestergraben ist in Opernhäusern die Vertiefung zwischen Bühne und Zuschauerraum, in dem das Orchester spielt und der Dirigent steht. Letzterer steht meistens auf einem Podest, damit ihn das Orchester und die Sänger auf der Bühne gleich gut sehen können.
Der Orchestergraben wurde entwickelt, um dem Publikum die freie Sicht auf die Bühne zu ermöglichen, ohne das Orchester hinter der oder neben die Bühne zu versetzen, was den Klang beeinträchtigt hätte.
Kategorie:Klassische Musik
LogeDer Begriff Loge hat - bereits seit dem 18. Jahrhundert - mehrere Bedeutungen:
- ein kleines, vorn offenes oder zum Hinausschauen eingerichtetes Zimmer, z.B. für einen Pförtner (siehe auch Concierge)
- ein vorn offener und mit einer Brüstung versehener, seitwärts aber abgeschlossener Sitzraum in Oper, Theater und ähnlichen Veranstaltungsräumen: Logenplatz
- eine von Faszien umschlossene Gruppe von Muskeln (Muskelloge)
- ein Versammlungsort der Freimaurer, Rosenkreuzer des AMORC und der Odd Fellows.
- und auch der in diesem Versammlungort tagende Freimaurerverein selbst: Freimaurerloge
- Druidenorden, Gründung 1781 in London; Deutscher Druiden-Orden, Gründung 1872 in Berlin: http://www.vaod.de
- ein Zusammenschluss von Künstlern i.w.S. (vgl. die „Internationale Artistenloge")
- alternativer Name des germanischen Halbgotts des Feuers; vor allem als Loki bekannt, aber auch als Lodur.
Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen.
Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]]
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Liste der Seen in Deutschland
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Jülich
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. Für die vollständige Aufführung aller Inseln siehe: Liste deutscher Inseln
Klima
Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Sommer (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schneeschmelze im Winter zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Hochwasser kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können zuweilen aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003.
Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990):
Quelle: [http://www.cru.uea.ac.uk/~timm/cty/obs/TYN_CY_1_1.html Tyndall Centre for Climate Change Report]
Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region teils erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Durchschnitt unter 6 °C liegt. Zudem zeichnet sich ein allgemeiner Trend zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen in 14 der 15 Jahre seit 1990 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden sogar 9,9 °C erreicht. Insbesondere die Sommer sind deutlich wärmer geworden. Zudem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Schnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.
Böden und Flächennutzung
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg beispielsweise war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Gebieten ist durch eiszeitliche Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser besteht zumeist aus Braunerden, im Osten teils auch aus Schwarzerden und wird intensivst landwirtschaftlich genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die landwirtschaftlich nur extensiv bewirtschaftet werden. Die weitaus größte Fläche ist bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland insbesondere entlang der Flüsse Rhein, Main und Donau.
Insgesamt werden 53,5 % der deutschen Fläche landwirtschaftlich genutzt, Wälder bedecken weitere 29,5 %. Aufgrund hoher Bevölkerungsdichte und Mobilität macht die Siedlungs- und Verkehrsfläche stolze 12,3 % aus (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 1,8 %, die restlichen 2,4 % verteilen sich auf sonstige Flächen, zumeist Ödland.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Staatsorganisation
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer, von denen einige wiederum in Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jeweils amtierende Bundesratspräsident, der gemäß dem Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).
Bundesregierung
Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Siehe auch: Gewaltenteilung
Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit Zweidrittelmehrheit in beiden Organen das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands, zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach dem Grundgesetz nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.
Parteien]
Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden.
Wie in anderen Ländern auch, spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht unumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind der Bundesgerichtshof mit Hauptsitz in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, das Bundessozialgericht in Kassel und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf formelle und materielle Rechtmäßigkeit.
Siehe auch: Grundgesetz
Bundesländer
Parteienlandschaft
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei bürgerlicher und religiös geprägter Parteien gegründet. In ihr vereinigten sich vor allem Kräfte aus der Zentrumspartei. Sie ist konservativ geprägt. Mit der Ausnahme Bayerns ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten.
Die Christlich Soziale Union (CSU) hat eine ähnliche konservative Ausrichtung, wirkt aber nur in Bayern. Gemeinsam bilden beide Parteien im Deutschen Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, zusammen werden sie „die Union“ oder auch „Unionsparteien“ genannt.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert einschließlich ihrer Vorläuferorganisation | | |