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Konzerthaus

Konzerthaus

Ein Konzerthaus ist ein Kulturgebäude, das als Aufführungsstätte für Instrumentalmusik dient; viele größeren Städte verfügen über eine so benannte Einrichtung. Den eigentlichen Raum, in dem die Aufführungen stattfinden nennt man Konzertsaal.

Konzerthallen

Sind meist neuere Bauten für Orchester- bis zur Popmusik. Eine der ältesten ist allerdings ein Fachwerkbau - die [http://www.konzerthalle-bach.de/ Bachhalle an der Oder]. Andere sind eigentlich Kirchen (z.B. Ulrichkirche in Halle (Saale)). Zu den neueren bekannten Konzerthallen zählen jene in Bamberg und Bielefeld, Linz und Luzern, Lahti und Peking ... und viele andere mehr.

Bekannte Konzerthäuser


- Alte Oper Frankfurt, http://www.alteoper.de
- Konzerthaus Berlin (ehem. Schauspielhaus, http://www.konzerthaus.de/
- Konzerthaus Brügge
- Konzerthaus Dortmund, http://www.konzerthaus-dortmund.de/
- Konzerthaus Freiburg, http://www.konzerthaus-freiburg.de/
- Konzerthaus L´Auditori Barcelona
- Neues Gewandhaus Leipzig, http://www.gewandhaus.de/
- Tonhalle Düsseldorf, http://www.tonhalle-duesseldorf.de/
- Wiener Konzerthaus, http://www.konzerthaus.at/

Siehe auch


- Philharmonie
- Schauspielhaus
- Portal:Architektur und Bauwesen Kategorie:Konzerthaus

Orchester

Ein Orchester, griechisch ὀρχήστρα (Orchestra) = Tanzplatz, d. h. ein halbrunder Platz vor der Bühne eines griechischen Theaters, auf dem ein Chor tanzte) ist ein größeres Instrumental-Ensemble, das vor allem für die Aufführung klassischer Musik zum Einsatz kommt. Allerdings nennen sich Big Bands auch hin und wieder "Unterhaltungsorchester". Große Orchester, in der alle typischen Instrumentengruppen vertreten sind, werden Sinfonieorchester oder philharmonische Orchester genannt, wobei diese beiden Bezeichnungen keinen Unterschied in Besetzung oder Rolle eines Orchesters andeuten, aber helfen können, verschiedene Orchester einer Stadt zu unterscheiden (z. B. die Berliner Philharmoniker von den Berliner Symphonikern). Ein kleines Orchester wird auch Kammerorchester genannt. Das typische Sinfonieorchester besteht aus den folgenden Instrumentengruppen:
- Streicher:
  - 1. Violinen (Geigen)
  - 2. Violinen
  - Bratschen (Violen)
  - Violoncelli
  - Kontrabässe
- Holzbläser:
  - Flöten mit Piccoloflöten
  - Oboen mit Englischhorn
  - Klarinetten mit Es- und Bassklarinette
  - Fagotte mit Kontrafagott
- Blechbläser:
  - Hörner
  - Trompeten
  - Posaunen
  - Tuba oder Bassposaune
- Schlaginstrumente:
  - Pauken
  - Schlagzeug (z. B. Trommeln, Becken, Triangel, Glockenspiel und andere Mallets)
- Zupfinstrumente, üblicherweise die Harfe Es können noch weitere Instrumente dazukommen, die jedoch selten in deutschen Berufsorchestern fest besetzt sind. Dazu gehören z. B.
- Tasteninstrumente wie Klavier, Cembalo, Orgel, Celesta
- moderne Weiterentwicklungen klassischer Orchesterinstrumente wie Heckelphon und Wagnertuba
- ursprüngliche Militärinstrumente wie Saxophon und Flügelhorn
- Zupfinstrumente aus Folklore oder Jazz wie Mandoline, Gitarre, Balalaika oder Zither
- Zungeninstrumente wie Akkordeon oder Bandoneon
- elektronische Instrumente wie Ondes Martenot oder Trautonium Heutzutage werden die Musiker normalerweise von einem Dirigenten geleitet, obwohl in der Anfangszeit Orchester keinen Dirigenten hatten und statt dessen der erste Geiger (Konzertmeister) oder der den Generalbass spielende Cembalist diese Rolle wahrnahm. Auch einige wenige moderne Orchester kommen ohne einen Dirigenten aus, besonders kleinere Orchester, die sich auf die historisch informierte Aufführungspraxis von Alter Musik spezialisiert haben. Das Repertoire von Sinfonieorchestern besteht vor allem aus klassischer Musik. Aber auch Popmusik wird des öfteren von Sinfonieorchestern aufgeführt. Eine wichtige Rolle spielt das Sinfonieorchester auch in der Filmmusik. Viele Orchesterbesetzungen bestehen nur aus Instrumenten einer bestimmten Art: Blasorchester, Streichorchester oder Zupforchester.

Siehe auch:


- Liste der Orchester, BDMV
- Ein-Mann-Orchester ! ja:オーケストラ ko:관현악단 th:วงออร์เคสตรา

Popmusik

Popmusik ist eine Abkürzung von "populäre Musik" und bezeichnet Unterhaltungsmusik. Der Begriff bezeichnet einerseits
- bei der breiten Masse sehr beliebte und somit kommerziell sehr erfolgreiche Musik.
- einen eingängigen, harmonisch und melodiösen Stil, in Abgrenzung zur Rockmusik mit ihren raueren, wilderen Ausdruckformen. Popmusik ist durch Einfachheit und Wohlklang gekennzeichnet:
- Harmonien in als angenehm empfundenen Abfolgen
- eingängige Melodien, die oft auf der Diatonik beruhen
- simple, durchgehende Rhythmen
- einfacher, klassischer Songaufbau (Strophe/Refrain)
- sanfter, melodischer Gesang

Popmusik als Mainstream

Die für den Mainstream produzierte Popmusik bezieht sich nicht nur auf ihre eigene ursprüngliche Tradition aus dem Vaudeville, dem Volkslied und dem Kunstlied, sondern inkorporiert verschiedene gerade aktuelle Musikstile. Dabei nimmt sie den ursprünglichen Musikformen meist die Komplexität, entfernt für die gängigen Hörgewohnheiten Ungewohntes und Irritierendes, um sie für eine breite Masse zugänglicher und konsumierbarer zu machen. Das trifft sowohl auf die Vereinnahmung von Volksmusikelementen in der volkstümlichen Musik zu als auch auf modifierte, "gezähmte" Anleihen bei ursprünglichen afro-amerikanischen Musikstilen wie Jazz, aber auch Rap und Hip Hop. Da der Begriff "Popmusik" aus der US-amerikansichen Kultur stammt, ist ein Großteil der Musikstücke englischsprachig. Heute werden aber auch hin und wieder deutsche Schlager dazugezählt und es gibt deutschsprachige Popinterpret/innen, die sich musikalisch auf die US-amerikanische Tradition beziehen. Der Erfolg der kommerziell ausgerichteten Popmusik misst sich in den Pop-Charts bzw. der Hitparade. Popmusik ist der lukrativste Zweig der Musikindustrie.

Popmusik als Teil der Popkultur

Die Eingängigkeit und Wohlgefälligkeit von Popmusik wird auch in der Popkultur als ästhetisches Mittel bzw. Stilmittel benutzt. Hier geht es allerdings nur bedingt oder gar nicht darum, die breite Masse per se zu erreichen, sondern Menschen mit einem bestimmten Lebensstil anzusprechen. Schon The Beatles wandten sich gezielt an die junge Generation, was vorher nur in der Rockmusik üblich war. Anfang der 1980er Jahre wurden von Musiker/innen des New Wave kritische Texte mit einschmeichelnden Melodien transportiert, um ein größeres Publikum zu erreichen. Andererseits besteht in Nischenkulturen auch ein Bedürfnis nach schönen Melodien. Diese stimmen jedoch nicht unbedingt mit der Gefühlsstruktur eines Massengeschmacks und einer gezielt für den leichten Konsum gefertigter musikalischer Ware überein.

Geschichte der Popmusik

Der Begriff "populäre Musik" und seine Vorgeschichte

Der Begriff "populär" läßt sich in der Musikgeschichte schon wesentlich früher nachweisen als in den 1950ern und 1960er Jahre des 20. Jahrhunderts, als der Begriff "Popmusik" im Rahmen der Entwicklung der Popkultur bekannt wurde. Der deutsche Begriff "Volkslied", auch in der englischen Bezeichnung "popular song", stammt aus einer 1773 erschienenen Rezension von Johann Gottfried Herder über eine 1765 in England erschienene Sammlung von englischen und schottischen Balladen.

Populäre Musik im Mittelalter

Schon Zeiten feudaler Herrschaftssysteme hatte Musik zwei Hauptaufgaben: für die Regenten bzw. Adligen war die bei Hofe gespielte, als anspruchsvoll und vollendet geltende Musik nicht nur Unterhaltung, sondern auch Statusymbol, da zumindest im Mittelalter nur wohlhabende Adlige bzw. Fürsten sich professionelle Musiker und teure Instrumente wie Violinen leisten konnten, während bei der noch zumeist eher separiert über die Dörfer verteilt lebenden Bevölkerung die Musik überhaupt seltener und nur zu bestimmten Anlässen wie Erntedankfesten o.ä. von musikalisch gering qualifizierten Gemeindemitgliedern gespielt wurde und nur die Funktion erfüllen mußte, "tanzbar" zu sein. Dabei war die Trennung zwischen den (musikalischen) Schichten durchaus durchlässig, denn um die strengen Etikette bei Hof umgehen zu können, erfand der Adel die berühmten Maskenbälle, bei denen sich die vornehme Gesellschaft als einfache Leute verkleidete und ungeniert deren ausgelassene Feste einschließlich der Musik imitierte. Die schnelle Verbreitung von Musikstücken oder gar die Entwicklung von neuen Musikrichtungen wurde jedoch durch mehrere Faktoren behindert: die Menschen waren durch die dörfliche Siedlungsstruktur relativ isoliert, Austausch fand eher selten statt; fahrende Musikanten kamen selten und blieben nicht lang genug, um von ihnen neue Stücke auswendig zu lernen; die meisten Menschen konnten nicht lesen und schreiben und damit nicht ihre eigenen Lieder aufzeichnen, die Fähigkeit, Töne in Form von Noten aufzuzeichnen, war noch viel seltener. In Deutschland kam noch erschwerend hinzu, daß es bis vor wenigen hundert Jahren z.T. enorme Sprachbarrieren gab, da Personen, die von weit her kamen, manchen regionalen Dialekt kaum verstehen konnten. Dadurch war auch nach der Erfindung des Druckens die Verbreitung von Liedtexten in Form von Textflugblättern zusätzlich eingeschränkt.

Das 19. Jahrhundert

Die Verbreitung der Musik an sich war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auf das Abschreiben von Notenblättern beschränkt, da das Notensystem zu kompliziert zum Letter-Druck war; es konnten (auch in Ermangelung von zum Noten lesen fähiger Schreiber) lediglich im mechanischen Verfahren des Notenstichs einzelne Kopien von Notenblättern hergestellt werden. Dies änderte sich erst, als Alois Senefelder das Verfahren des Steinplattendrucks (die Lithographie) erfand. Dadurch gelang es zum erstenmal im Jahre 1796 in München eine auf Spezialpapier geschriebene Partitur als Negativ aufzutragen und originalgetreu abzudrucken. Zwar waren mit diesem Verfahren zuerst nur wenige Kopien möglich, doch die Erfindung der Dampfmaschine und die Verbesserung der Technik ermöglichten schon Anfang des 19. Jahrhunderts größere Auflagen von Notenblättern. Durch die Industrialisierung des Notenblattdruckes ergaben sich bedeutende Konsequenzen für die Entwicklung der populären Musik: die Musik des "einfachen" Volkes konnte nun erstmals günstig in Massen reproduziert werden, was eine Vereinheitlichung der Versionen klassischer Volkslieder in Bezug auf Text und Tonfolge zur Folge hatte, ähnlich der "Standardisierung" der deutschen Märchen durch die Zusammenstellung der Brüder Grimm; bei der klassischen Konzert- und Opernmusik setzte außerdem ein Trend ein, der dem heutigen "covern" von Popsongs nicht unähnlich ist, so wurden z.B. ganze Opern für wenige oder nur ein Instrument umarrangiert - mit teilweise kuriosen Ergebnissen wie z.B. Mozarts "Zauberflöte" als reines Flötensolo. Damit entstand auch ein ganz neuer Berufszweig: der "Arrangeur", der quasi aus altbekanntem Material klassischer Komponisten "frische" Versionen bastelte. Die bedeutenden gesellschaftlichen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts hatten natürlich auch Auswirkungen auf die populäre Musik. Die Urbanisierung z.B. führte zu einer Anpassung der Dialekte innerhalb der großen Stadtgemeinschaften, die Städte übernahmen die Funktion kultureller "Schmelztiegel", in denen sich Menschen aus verschiedenen Regionen auch musikalisch austauschten. Die kleinen bäuerlichen Gemeinden verwandelten sich im urbanen in die große Berufsklasse der Industriearbeiter, die nach wie vor viel arbeiten mußten, ihre gelegentlichen Feste nun aber im großen Rahmen feierten (das Oktoberfest in München dürfte ein bekanntes Beispiel sein). Aber auch das an Einfluß und Wohlhaben immer mehr gewinnende Bürgertum fand in Salons und Varietés einen gemeisamen Ort und Stil von Musik. Die zunehmende Geschwindigkeit, mit der Personen und Waren sich durch ganz Europa bewegen konnten, erleichterte auch die Verbreitung neuer Stile, im Bereich der Tanzmusik sei hier der Walzer als Beispiel angeführt.

Die Entwicklung in den USA

Dass die USA in der Musikgeschichte bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts praktisch kaum eine Rolle spielten, hat im wesentlichen zwei Gründe: erstens waren die gesellschaftlichen Verhältnisse anders als in Europa, vor der Gründung der USA existierten nur einzelne Kolonien europäischer Nationen, die keine eigenständige kulturelle Identität besaßen, sondern einfach das Kulturgut bzw. die Musik der Mutternationen importierten; zweitens mußte erst der Prozess der Erschließung des Westens vollendet sein, damit sich eine stabile Gesellschaftsstruktur und eine eigenständige kulturelle Identität entwickeln konnte.

Die afroamerikanische Musiktradition

Besonders bedeutend für die Entwicklung der populären Musik war jedoch der Unterschied zwischen den Rassen: während die europäischstämmige Bevölkerung trotz eines amerikanischen Selbstbewußtseins in kultureller Hinsicht weitestgehend an ihren zumeist europäischen Wurzeln verhaftet blieb, waren die Afroamerikaner als Sklaven aus Afrika verschleppt und in den USA oft absichtlich von Menschen ihrer eigenen ethnischen Gruppe getrennt worden. Da die Siedlungsstruktur in Afrika dezentral war bzw. einige Stämme auch nomadisch lebten, standen die Verschleppten in den USA nicht nur vor einer Sprachbarriere (fast jeder sprach eine andere Sprache bzw. Dialekt), sondern auch vor einem kulturellen Problem, da es kein "nationales" Liedgut gab, das allen bekannt war. Zudem war ihnen die Ausübung ihrer kulturellen Traditionen, so auch der Musik, verboten. So mußten die Sklaven nicht nur die Sprache ihrer "Besitzer" lernen (das Sprechen oder Singen in der Heimatsprache stand auf den Baumwollplantagen oft unter Strafe), sondern sich auch auf gemeinsame Inhalte verständigen, die zumeist auch noch von christlichen Missionaren beeinflusst wurden. Andererseits entwickelte sich durch diese Unterdrückung und gewaltsame Abtrennung von der Heimatkultur unter den Afroamerikanern als ersten US-Amerikanern so etwas wie eine gemeinsame neue Kultur, die aus übernommenen Elementen der europäischen Kultur in Verbindung mit afrikansichen Traditionen beruhte. Diese spielte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgrund ihres Staus und ihrer sozialen Situation ersteinmal keine besondere Rolle. Nach dem US-amerikanischen Bürgerkrieg, der den Sklaven zumindest formal die Freiheit der Berufswahl brachte, strömten viele der ehemaligen Sklaven von den Plantagen im Süden in die Industriezentren im Norden, um dort ihr Geld zu verdienen, ein nicht unbedeutender Teil aber ergriff auch andere "einfache" Berufe, die bei den Weißen nicht auf besonderes Interesse stießen, dazu zählte z. B. auch der Beruf des Salonmusikers, der zumeist verschiedene populäre musikalische Stile beherrschte. So mischten sich auch immer mehr Schwarze unter die zuvor rein weißen Minstrels. Einige ehemalige Plantagenarbeiter gründeten aber auch gleich nach dem Bürgerkrieg eigene kleine Bands und kauften u.a. die ausgemusterten Instrumentenbestände der recht zahlreichen Militärkapellen auf. Daraus entwickelte sich in den ersten 20 Jahren nach dem Bürgerkrieg eine fortschreitende Dominanz von Schwarzen im Berufsmusikertum, während die weißen Musiker vornehmlich Bereiche wie die "vornehmen" klassischen Orchester besetzten. Von den Zentren wie New Orleans, das sich schon aufgrund vergleichsweise größerer Freiheiten für Afroamerikaner im 19. Jahrhundert zu einem musikalischen Zentrum entwickelt hatte, und Chicago aus gewannen die schwarzen Musiker so einen bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung der populären Musik in den USA. Zu erkennen ist dies z.B. an den zunehmenden Imitationen von "schwarzen" Kompositionen durch weiße Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schließlich entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts der erste von Schwarzen geprägte Musikstil, der quasi zum nationalen "Trend" wurde der Ragtime. Die enststehende Jazz-Musik gilt als erste eigenständige US-amerikanische Form der populären Musik.

Ragtime

Der Ragtime (zu deutsch etwa "Fetzentakt") entstand in den 1890er Jahren aus der europäischen Kulturtradition entlehnte, auf die eigene Art interpretierte Tänzen der Afroamerikaner wie dem Cakewalk, dem Jig oder dem Strut und war ursprünglich eher als Tanzmusik konzipiert, viele frühe Ragtimes tragen auch die Taktbezeichnung "march time", sind also auch verwandt mit dem aus Europa stammenden Marsch - nicht zuletzt deshalb entstanden bereits um 1885 herum erste Ragtimes weißer Komponisten. Als der bedeutendste Komponist des Ragtime gilt Scott Joplin, dessen erste Stücke 1895 erschienen. Ihm gelang es, aus einer Musik der Bordelle und Kneipen einen allgemein anerkannten, konzertfähigen Stil zu machen, nicht zuletzt durch seine mit dem Genie von Mozart, Chopin und Brahms verglichenen Fähigkeiten am Klavier, dem Instrument des Ragtime und überhaupt dieser Zeit. Ein besonderer Meilenstein in der Musikgeschichte gelang ihm 1899, als er seinen "Maple Leaf Rag" veröffentlichte, dessen "sheet of music" (engl. für "Notenblatt" - man nannte die populäre Musik dieser Zeit daher auch "sheet music") sich innerhalb kürzester Zeit eine Millionen mal verkaufte - ein bis dahin nie gesehener Erfolg eines kurzen Unterhaltungsmusikstückes. Der Ragtime ging schließlich ab ca. 1916 im Blues bzw. Jazz auf.

Der Beginn der Schallplattenaufnahmen und die Herausbildung der Musikindustrie

Medien und Musikverlage

In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhundert hatte sich die Technik zur Aufzeichnung und Reproduktion von Tonaufnahmen soweit entwickelt, dass sie voll kommerziell nutzbar war; abgesehen von der mangelnden Tonqualität war der 1877 entwickelte Phonograph bis dahin noch so teuer, dass sich nur reichere US-Amerikaner ein solches Gerät leisten konnten. 1902 wurden die Caruso-Arien zum ersten weltweiten Schallplatten-"Hit". Das Geschäft mit der Musik bzw. den Notenblättern wurde von der sog. "Tin Pan Alley" in New York aus gesteuert, wo die meisten großen Musikverlage dieser Zeit ansässig waren. Deren Aufstieg begann mit der zunehmenden Nachfrage nach den song sheets (Notenblätter) bzw. song books (Liederbücher) ab den 1890ern, speziell durch die beliebten "Rags", den Schlagern der Ragtime-Zeit, die jedoch musikalisch nur wenig mit dem instrumentalen Ragtime zu tun hatten. Die Tin Pan Alley trug entscheidend zur vertärkten Kommerzialisierung der populären Musik in den USA bei: hier wurde nur das herausgebracht, was mit großer Sicherheit den Massengeschmack eines möglich großen Marktes treffen würde. Wollten Komponisten eher klassische Stücke veröffentlichen, wurden sie hier meist abgewiesen und mußten den Umweg über Europa nehmen oder im Eigenverlag veröffentlichen. Neben den Faktoren der zunehmenden Verbreitung von Phonographen und der wachsenden Beliebtheit der Broadway-Musicals in den 1920ern war die Einführung des Tonfilms in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ein besonders wichtiger Wendepunkt, da nun die Film- und die Musikindustrie zu verschmelzen begannen (z.B. wurde der Musikverlag Warner Brothers als Filmstudio aktiv). Als die "Erfolgsproduzenten" der Tin Pan Alley gelten trotz prominenter Konkurrenz wie Irving Berlin und George Gershwin die Produzenten und Komponisten Richard Rodgers und Oscar Hammerstein, die nicht nur mit dem kommerziellen Erfolg ihres Musicals "Oklahoma!", das noch heute ausverkaufte Häuser bringt und als LP zum ersten mal die Millionen-Absatzmarke übersprang (sowie als Partitur in wenigen Jahren weltweit zwei Millionen mal verkauft wurde), einen Meilenstein setzten, sondern auch als erste Künstler ein selbst beim inflationsbereinigten Vergleich mit heutigen Gagen nur als exorbitant zu bezeichnendes Einkommen von 15 bis 20 Millionen Dollar jährlich erreichten.

Blues und Country

Ab ca. 1920 ließen sich auch für die einfache Bevölkerung erschwinglichein der Tonqualität für die damalige Zeit akzeptable Schallplatten und die entsprechenden Abspielgeräte herstellen. Diese schallplatten wurden in Drogerien und Gemischtwarenläden für einige Cent verkauft, die Abspielgeräte gab es beim Möbelhändler. Besonders interessant für die nicht an das Stromnetz angeschlossenen Landbevölkerung waren Kurbelplattenspieler, die in dieser Zeit populär wurden. Um den neuen Mart zu erschließen, wurden auch Aufnahmen von Minderheitenmusik wie die bald so bezeichnete Race Music der Afroamerikaner und den Hillbilly der weißen südstaatlichen Landbevölkerung gemacht. Im Februar 1920 erschien die erste Blues-Schallplatte, aufgenommen von Mamie Smith. Sie verkaufte so gut, daß die Musikindustrie plötzlich ein großes Interesse an den schwarzen Blues-Sängerinnen bekam, die bisher nur in den sogenannten Vaudeville-Theatern zu hören waren (man nennt den Blues der "Roaring Twenties" daher auch Vaudeville-Blues). Wie nah auch der Blues noch an den Wurzeln aus der Zeit der Sklaverei war, zeigt der neben dem "klassischen" Blues in dieser Zeit ebenfalls sehr populäre "Country Blues", der textlich und musikalisch deutlich den "work songs" bzw. "field hollers" der Plantagenarbeiter ähnelte. Um den Bedarf an Blues-Schallplatten zu decken wurden spezielle Labels von den Plattenfirmen gegründet, die zu Anfang ausschließlich schwarze Sängerinnen unter Vertrag nahmen - die bekannteste dürfte Bessie Smith sein, bei den männlichen Interpreten hat John Lee Hooker wohl den größten Ruf. Auch die (erst später so bezeichnete) Country-Musik, die sich aus verschiedenen volksmusikalischen Stilen der europäischen Einwanderer, besonders der irischen und englischen, entwickelt hatte, wurde ab ca. 1923 als Absatzmarkt entdeckt. Die Geschäftsleute Polk Brookmann und besonders erfolgreich Ralph Peer entdeckten das kommerzielle Potential der Musik der abgelegenen Bergregionen der Appalachen. Aufgrund seiner Popularität wurde die Musik z.T. auch gefördert, um der landesweiten Begeisterung auch vieler Weißer für Ragtime Einhalt zu gebieten. Während der Großen Depression in den 1930er Jahren wurde der Country, der auch bei den Schwarzen der Südstaaten beliebt war, als vereinigende US-amerikanische Musik von staatlicher Seite popularisiert.

Swing und Rock'n'Roll

Der Swing, der seine Blütezeit (den sog. "Swing Craze") etwa zwischen 1935 und 1945 hatte, war der erste Stil der populären Musik, der die gesamte amerikanische Gesellschaft ohne Unterschiede zwischen schwarz und weiß oder arm und reich erreichte. Dies lag nicht zuletzt an dem auf Tanzbarkeit statt auf "Aussage" ausgerichteten Charakter dieses Stils. Im gewissen Sinn ist diese Musik außerdem ein Bekenntnis der US-Amerikaner zu Größe und Aufwand, manifestiert durch die Big Bands, die aus doppelt oder dreimal so vielen Musikern bestehen wie übliche Jazz-Formationen. Bei Big Bands mit 14 oder mehr Mitgliedern war die Jazz-typische Kollektivimprovisation praktisch ausgeschlossen, an ihre Stelle traten Soli einzelner Musiker, meist von bekannten "Star-Solisten". Der Swing enthält gut hörbar Elemente des Jazz, aber auch von "weißen" Musikstilen, wobei der Anteil der schwarzen Musik am Swing oft unterschätzt wird, da viele der bekannten Big Bands auch aufgrund rassistischer Beschränkungen stark weiß besetzt waren. Der bekannteste schwarze Band-Leader dürfte Duke Ellington sein, mehr bekannte Namen finden sich bei den Weißen wie z.B. Benny Goodman, Jimmy und Tommy Dorsey, Les Brown und natürlich Glenn Miller. Nicht zuletzt bedingt durch den zweiten Weltkrieg blieb der Swing ein fast ausschließlich US-amerikanisches Phänomen, das lediglich in Großbritannien noch als "Import" gewisse Verbreitung fand. Der Rock'n'Roll als Musikstil ist eine Synthese aus verschiedenen, unabhängig voneinander entstandenen (regionalen) Stilen, die wichtigsten sind der Rhythm and Blues und die Country-Unterstile Western Swing und der Honky Tonk. Der R&B ist im Prinzip ein Blues-Stil, der aber auch Elemente aus speziellen Jazz- und Swing-Stilen enthält und von "Vocal Groups" mit nur geringfügiger instrumentaler Begleitung (meist nur Gitarre) geprägt wurde. Die bedeutendsten regionalen Formen waren der R&B aus Chicago, der z.B. Chuck Berry beeinflußte, und die New-Orleans-Variante, deren bekanntester Vertreter Fats Domino wurde. Der Western Swing ist eine Spielart der von der weißen Landbevölkerung der US-Südstaaten geprägten Country-Musik mit Elementen des Swing, die Ende der 1930er bekannt wurde, besonderen Auftrieb aber erst durch den ASCAP-Streit 1944 bekam. Er beeinflußte bekannte Interpreten wie Bing Crosby oder Bill Haley. Nicht zuletzt durch den bis dahin in seinem Ausmaß ungekannten Starkult um den "King" wurde der Rock'n'Roll zum weltweiten Trend, der auch das mittlerweile vom zweiten Weltkrieg etwas erholte Europa bzw. Deutschland ergriff, wo man sich wieder nach Unterhaltung und ("unschuldigen") Idolen sehnte. Außerdem prägte er den Jugendkult in der Popmusik entscheidend mit, da beim Rock'n'Roll die Interpreten von den Plattenfirmen erstmals hauptsächlich nach dem Kriterium der Altersnähe zum Zielpublikum ausgesucht wurden und oft nur Amateurmusiker waren. Die entstehung des Rock'n'Roll steht in engem Zusammenhang mit den massiven gesellschaftlichen Umbrüchen dieser Zeit und markiert gemeinsam mit den Beats auch die beginnende Entwicklung der Popkultur. Zum Rock'n'Roll zählte als kurzlebiger Trend der "Twist" Anfang der 1960er, und schließlich folgten die unter der Begriffsabspaltung "Rock" zusammengefassten Musikstile. Durch Rock'n'Roll und nachfolgende Stile habe seitdem vorangehende Stile wie Entertainer und Schlager in der Popularität stark zurückgedrängt und bestimmen die Popmusik-Hitparaden. Seit der Kommerzialisierung des Rock'n'Roll (und somit auch der Abschwächung seines widerständigen Potentials) in den späten 1950er Jahren wurden Trends der Popmusik in Europa, aber auch der restlichen Welt nicht nur aus ästhetischen, sondern auch ökonomischen Gründen von den USA aus geprägt.

Die Funktionen der modernen Popmusik und die Zukunft

In den letzten 50 Jahren entwickelten sich unzählige neuen Stile und Unterstile der Popmusik. Die Funktionen der Stile besteht vor allem der Unterhaltungsaspekt. Trotzdem gelang es aber auch Musikern wie Bob Dylan eine populäre Synthese aus Musik und politischen Inhalten zu schaffen bzw. wie zum Beispiel John Lennon in seinem Song "Imagine" eine philosophische Idee zu verbreiten.

Beispiele für die Kommerzialisierung neuer Trends

Popmusik war und ist auch stets ein Ausdrucksmittel einer Generation oder eines Milieus und dient zur Vermittlung eines gemeinschaftlichen Lebensgefühls und einer gemeinsamen Ästhetik, die sich z.B. in der Form der Musik und in der Kleidung ausdrückt. Als Beispiel für einen Milieu-Stil sei hier der Rap genannt, der ursprünglich nur die Musik der schwarzen Jugendlichen in den US-amerikanischen Großstadt-Ghettos war und dessen Wurzeln bis zum Rhythm&Blues zurückreichen. Erst in den letzten 20 Jahren wurde der Rap von den stets nach neuen Trends suchenden Medienkonzernen zum global populären Musikstil "hochpromotet", wobei diese Entwicklung nicht nur auf die Musik beschränkt blieb, denn auch der Kleidungsstil der Hip Hop-Bewegung wurde in den 1990ern zum allgemeinen Modetrend und ist heute fast schon fester Bestandteil unseres Modebewußtseins. Als Beispiele für Generationen erfassende Stile seien hier die Flower Power-Bewegung und die Disco-Musik der 1970er genannt. Allerdigs unterstützen die Musikproduzenten mittlerweile nicht nur Massenbewegungen, sondern auch zwar global verbreitete, aber im Gegensatz zur Musik einer Britney Spears oder Madonna nur von einer kleineren Zielgruppe in kulturellen Nischen nachgefragte Musikstile wie z.B. den Gothic Rock. Dies resultiert aus dem enorm harten Wettbewerb unter den Produzenten, der diese geradezu dazu zwingt, jeden irgendwie Absatz versprechenden Trend auszunutzen oder gar selbst neue, "unverbrauchte" Trends zu schaffen. Im Gegensatz dazu ist bei einer anderen Funktion, die die populäre Musik seit je her abdeckt, der individuelle Zuschnitt überhaupt nicht gefragt, sondern hauptsächlich der Rhythmus und die Genußbefriedig der breiten Masse, dem Mainstream. Ziel ist hier kein differenzierter ästhetischer Anspruch, sondern die Anregung und Begleitung zum Tanzen. Die bekanntesten Nachfolger des Swing als Tanzmusik dürften neben dem Twist der frühen 1960er vor allem die Disco-Musik, die seit Mitte der 1970er zum großen Teil ihren Underground-Charakter verloren hatte, und Teile des heute populäre Techno. Anfang der 1980er Jahre erlebt die deutschsprachige Popmusik im Zuge der Neuen Deutschen Welle einen großen Aufschwung in Deutschland. In Österreich existierte der Austropop, der sich großer Beliebtheit erfreute.

Film und populäre Musik

Im Zusammenhang mit der Disco-Musik wird außerdem der Aspekt der Wechselbeziehung zwischen Film und Musik noch einmal interessant, da in der Rock'n'Roll-Ära die Musikfilme noch eher die Folge des bereits populären Stils waren, während die Disco-Musik ihren weltweiten Siegeszug infolge des Films "Saturday Night Fever" 1978 antrat. Nicht zuletzt durch diesen Film und seine Nachfolger wurde der Trend verstärkt, zur Musik auch Bilder zu liefern (Musik und dazughörige Bilder gab es bereits seit den Nickelodeons). Das bedeutendste Datum in diesem Zusammenhang ist der 1. August 1981, als in den USA der erste Spartenfernsehkanal nur für Musikvideos auf Sendung ging: MTV. Ab sofort wurde kaum ein Popmusiker zum Star, zu dessen Songs es nicht ein Video gab. Entsprechend bedingen sich der größte Popstar und der größte Videokünstler der Achtziger gegenseitig - jeweils Michael Jackson. Dabei sind die Videos keineswegs notwendige Bestandteile der Popmusik - sie kommt auch ohne sie aus - sondern vielmehr so etwas wie Werbespots, die mit möglichst intensiven, ungewöhnlichen oder spektakulären Bildern auf den Künstler und sein Produkt aufmerksam machen sollen.

Ausblick

Auch wenn man den Eindruck gewinnen könnte, die Popmusik stagniere langsam aber sicher in ihrer Entwicklung, so bahnen sich doch im Zusammenhang mit dem Fortschritt der Kommunikations- und Computertechnologie bedeutende Veränderungen für die Zukunft an. So wie die Entwicklung der elektronischen Verstärkung bzw. Nachbearbeitung, des Synthesizers, der digitalen Aufnahme usw. den Klang der Musik veränderte, so werden sicherlich auch die neuen Verbreitungsmöglichkeiten durch das Internet die gegenwärtige Form der Musikproduktion entscheidend verändern. Die nun schon seit fast hundert Jahren bekannten Singles bzw. später Alben könnten bald Geschichte sein, da niemand mehr Geld für einen Datenträger ausgibt, auf dem nur die Musik einzelner Interpreten gespeichert ist und von der einen nur einzelne Stücke interessieren, wenn man dieses Stück einfach kostenlos über Musiktauschbörsen wie Peer-to-Peer-Netzwerke oder gegen Entgelt bei kommerziellen Anbietern aus dem Internet herunterladen kann.

Begriffe aus der Popmusik


- Brit-Pop
- Europop
- Coverband
- Cover-Version
- Austropop
- Italopop
- Synthie Pop
- Elektropop
- Future Pop
- Eurotrash
- Popstar
- Hit Aus folgenden Musikgenres gibt es Lieder, die der Popmusik zuzurechnen sind:
- angewandte Musik
  - Marschmusik
  - Tanzmusik
- Unterhaltungsmusik
  - Barmusik Ist Musik, die in den Luxushotels, Pianobars, usw., gespielt wir. Meistens von einem Pianisten vorgetragen, kann aber auch von größeren Bandbesetzungen gespielt werden. Eine Musik die als Hintergrundmusik verstanden wird und man sich in normaler Lautstärke unterhalten kann. Die Musikrichtungen sind von Jazz, KLassik, Broadway-Shows, Filmmusik,... zu finden. Es bekommt der Raum durch diese Untermalung eine ganz besondere Atmosphäre, - einmal von "Ihr" gefesselt, läßt sie einem nicht mehr los.
  - Blasmusik
  - Beat
  - Blues
  - Country
  - elektronische Musik
  - Folk
  - Soul
  - Jazz
  - Drum'n'Bass
  - Hip Hop (Musik)
  - „populäre Klassik
  - Reggae
  - Rock
  - Salonmusik
- unterhaltendes Musiktheater
  - Operette
  - Musical
- Genremischformen
  - Revue
  - Vaudeville
  - Varieté
  - Kabarett
- selbständig gewordene Liedformen
  - Couplet
  - Chanson
  - Schlager
- volkstümliche Lieder der 19. Jahrhunderts
  - Gassenhauer
  - Bänkellieder
  - Moritaten
- politische Lieder
  - Topical Songs
  - Protestsongs
- Filmmusik
- Jazz Musik, die sich aus rein kommerziellen Gesichtspunkten heraus aus den Genres der populären Musik synkretistisch bedient (vor allem Blasmusik, populäre Klassik und Musical) und dies mit Volkstümlicher Schlagern anreichert, nennt man Volkstümliche Musik.

Siehe auch


- Liste von Musikern
- Liste bekannter Popmusiker und Popmusikgruppen
- Pop Kategorie:Musikgenre simple:Pop music

Fachwerk

Fachwerk ist eine gewichtsparende Stabkonstruktion (Ständerbauweise), die vor allem bei der Konstruktion von Häusern (Schweizerisch: Riegelhaus), Brücken, Türmen und im Flugzeugbau eingesetzt wird. Als Baustoff wird Holz oder Metall verwendet. Ständerbauweise]

Konstruktion

Ständerbauweise Ständerbauweise.]] Ständerbauweise]

Bauteile

Das Fachwerk ist ein besonderes statisches System, bei welchem keine Biegemomente auftreten. Alle Verbindungen sind als Biegegelenke ausgeführt. Es treten nur Normalkräfte (Längskraft im Stab) und Querkräfte auf. Beim Hausbau werden die Wände durch ein Gerüst aus Holz gebildet, dessen Zwischenräume (Gefache) ein Holzgeflecht mit Lehmbewurf ausfüllt. Die Gefache können jedoch auch mit Backsteinen ausgemauert sein, mit Lehmbausteinen verbaute werden verputzt. Man unterscheidet dabei zwischen dem mittel- und oberdeutschen Firstsäulenbau sowie dem niederdeutschen Zweiständerbau bzw. dem Vierständerhaus. Der Fachwerkbau ist ein Skelettbau. Als Holzart wird zumeist Stieleiche oder Traubeneiche verwendet, da sie witterungsbeständig ist und Fäulnis widersteht. Die Hölzer haben einen Querschnitt von 10 x 10 bis 18 x 18 cm. Aufeinander treffende Teile werden meist verzapft und mit Holznägeln gesichert. Dabei werden die Löcher leicht versetzt gebohrt, damit die Zapfen ins Zapfenloch gezogen werden. Die verwendeten Holznägel haben einen Druchmesser von etwa 2 cm und sind mindestens 2 cm länger als die Stärke des Balkens beträgt, sie stehen über. Die vertikalen Hölzer werden als Pfosten, Stiel, Stütze, Stab oder Ständer, die leicht schräg stehenden als Strebe oder Schwertung bezeichnet, die horizontalen als Schwelle, Rähm, Riegel oder Pfette. Im Winkel von meist 45° verlaufende Hölzer zur Querstabilisierung nennt man Bänder, sie verbinden die senkrecht aufeinander stehenden Teile. Streben sind oft symmetrisch angeordnet und zeigen dann oft nach oben und außen.

Fachwerkträger

Mit Trägern, die aus einem Fachwerk bestehen können sehr große Spannweiten überbrückt werden, da sie im Verhältnis zu ihrer Tragfähigkeit ein sehr geringes Gewicht haben. Daher werden sie häufig im Hallenbau verwendet, da störende Stützen entfallen, die bei massiven Trägern nötig wären. Ein Nachteil dieser Träger ist ihre große Höhe und die aufwendige Herstellung. Trotzdem ist ihre Verwendung nicht zu umgehen, da sich durch kein anderes Tragwerkssystem größere Distanzen überbrücken lassen. siehe auch: Fachwerk (Mechanik)

Schmuckformen im Fachwerk

Beim Fachwerkbau gibt es folgende Schmuckformen:
- Halber Mann
- Mann mit Fuß und Kopfband
- Wilder Mann
- Andreaskreuz
- Mann
- Stil mit Fußbändern
- Kreuzfries
- Schrägkreuzfries
- Sonnenscheiben
- Treppenfries (ca. 1470-1520)
- Bügel- oder Trapezfries (ca. 1500-1540)
- Laubstab (ca. 1520-1550)
- Fächerfries (ca. 1535-1560)
- Kettenfries (ca. 1550-1670)
- Diamantband (als Steigerung des Kettenfrieses)
- Inschriften (z.B. Nisi Dominus Frustra; Psalm 127)
- Knaggen (die Konsolen) verziert mit Heiligenfiguren, Roll- und Volutenformen oder Kerben

Geschichte

Seit dem hohen Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war der Fachwerkbau die am weitesten verbreitete Bauweise für Hochbauten nördlich der Alpen. Fachwerkbauten sind jedoch auch aus den holzreichen Gegenden des ehemaligen osmanischen Reiches von Bulgarien bis Syrien bekannt. Der Lehm als Ausfachungsmaterial ließ sich einfach und kostengünstig vor Ort ausgraben (oft aus der Baugrube). Auch Holz war meist eher verfügbar als geeignete Steine und ließ sich vor allem leichter transportieren (auf dem Wasserwege geflößt). Grundsätzlich lassen sich zwei Arten der Verzimmerung unterscheiden: der ältere mittelaterliche Ständerbau (auch Geschossbau oder Säulenbau genannt), bei dem die Wandständer von der Schwelle bis zum Traufrähm durchgehen und der jüngere ab etwa 1600 gebräuchliche Rähmbau (auch Stockwerksbau genannt), bei dem jedes Stockwerk als in sich geschlossene "Kiste" hergestellt und diese „Kisten“ übereinander gestapelt werden. Hier kommt es oft vor, dass das obere Stockwerk etwas über dem unteren Stockwerk hervorragt. Neben senkrechten und waagerechten Hölzern sind auch schräg verlaufende Hölzer notwendig, um das Gefüge zu stabilisieren. Konstruktivisch änderte sich der Rähmbau nicht mehr, lediglich die Schmuckformen änderten sich über die Jahrhunderte. Besonders in der Anordnung der schrägen Hölzer kam es in jüngerer Zeit (seit dem 15. Jahrhundert) zu schmuckartigen Gestaltungen. Gestaltungsmöglichkeiten boten darüber hinaus geschnitzte Reliefs, Muster oder Inschriften. Hier werden in Deutschland drei Stilgruppen unterschieden. Es ist Alemannische Fachwerk, das vor allem im süddeutschen Raum zu finden ist. Eine weitere Stilgruppe ist das Fränkische Fachwerk, das vor allem in Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu finden ist. Und schließlich das Niedersächsische Fachwerk, das vor allem im norddeutschen Raum vorkommt. Die Grenzen waren aber nicht statisch, so findet sich etwa in Paulinzella (Ortsteil von Rottenbach (Thüringen)) der Zinzboden des ehemaligen Klosters. Er wurde im 15. Jahrhundert mit alemannische Fachwerk errichtet. Bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Alter der Fachwerkbauten anhand der konstruktiven und der stilistischen Merkmale bestimmt. Mithilfe der Dendrochronologie (naturwissenschaftliche Methode der Holzaltersbestimmung) konnte in den letzten Jahrzehnten das Alter zahlreicher Fachwerkbauten exakter bestimmt werden, wobei die ältesten erhaltenen Bauten in Süddeutschland aus dem 13. Jahrhundert und in Norddeutschland aus dem 15. Jahrhundert stammen.

Verbreitung

Deutschland

Dendrochronologie Trotz der verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit haben sich in Deutschland noch über eine Million Fachwerkbauten erhalten. Der Fachwerkbau bestimmt noch heute das Bild ganzer Altstädte und Dorfkerne. In der Gegenwart sind eigentlich nur die südlichen Teile Bayerns weitgehend fachwerkfrei. Allerdings finden sich hier verwandte Konstruktionsarten, etwa das Bundwerk. Der deutsche Fachwerkbau überrascht durch die Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionsdetails und Schmuckelemente. Die regionalen Unterschiede sind sehr groß, einige Grundmuster haben sich jedoch über weite Teile, meist stammverwandter Gebiete ausgebreitet. So finden sich etwa typische Vertreter des „fränkischen“ Fachwerkbaues bis hinein ins Elsaß, das „alemannische“ Fachwerk findet sich in ähnlicher Form in Südwestdeutschland, der Schweiz und Vorarlberg. Der niedersächsische Fachwerkbau fällt besonders durch seine reichen, geschnitzten Schmuckformen auf, die in Mittel- und Süddeutschland wesentlich seltener auftreten. Hier fallen dafür die phantasievollen Fachwerkfigurationen ins Auge (geschweifte Andreaskreuze unter anderem), besonders im fränkischen Fachwerkgebiet. Eine interessante Sonderform sind die lausitzer Umgebindehäuser, in denen sich der slawische Blockbau und der deutsche Fachwerkbau verbinden.

Frankreich

Während das Elsass wegen seiner Geschichte und Kultur überwiegend dem fränkischen und alemannischen, also deutschen Fachwerkgebiet zuzurechnen ist, weisen besonders die Normandie und die Champagne noch eine Vielzahl an typisch französischen Fachwerken auf. Hier haben allerdings die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts große Verluste mit sich gebracht. Geschlossene Stadtbilder finden sich noch im Rouen und Troyes, sowie einigen kleineren Orten. Die Normandie besitzt zahlreiche kleinere Herrenhäuser aus Fachwerk, auch die übrige ländliche Architektur ist stark fachwerkgeprägt. Die Streben französischer Fachwerke sind oft sehr dünn und stehen senkrecht dicht nebeneinander, die Balken und Füllhölzer sind wesentlich unregelmäßiger als etwa bei deutschen Bauten. Dies ist aber offensichtlich nicht auf handwerkliches Unvermögen zurückzuführen, der unregelmäßige Wuchs des Bauholzes war offenbar meist ein bewusst intergriertes Gestaltungsmittel. Die reichen Schnitzereien mancher, besonders normannischer Fachwerke dokumentieren die hochstehende Handwerkskunst der französischen Zimmerleute eindrucksvoll. Nachmittelalterlichen Bauten weisen oft einfache Andreaskreuze oder rautenförmige Figurationen auf. Ein besonderes Kennzeichen sind die geschwungenen Giebelblenden, die im 19. Jahrhundert auch in Deutschland gerne nachgeahmt wurden.

England

Auch die mittelalterliche Wohnarchitektur Englands war stark vom Fachwerkbau geprägt, der oft starke Ähnlichkeiten mit dem französischen aufweist. Manche Zierformen erinnern hingegen mehr an deutsche Beispiele, gelegentlich werden diese im Reichtum der Figuration sogar übertroffen. Zahlreiche englische Städte weisen noch schöne Beispiele auf, ein guterhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen Stadt ist das nordenglische York.

Gegenwart

York York York
Die Fachwerkbauweise wird heute wieder bei Fertighäusern benutzt, allerdings werden die Gefache heute meist mit Ziegeln oder so genannten Sandwich-Konstruktionen ausgefüllt. Eine Weiterentwicklung ist die Holztafelbauweise oder System-Holzbau / Ingenieur-Holzbau. Fachwerkhäuser sind sehr zeitbeständig, vor allem wenn der so genannte „Konstruktive Holzschutz“ zur Anwendung kommt, das heißt dass verschiedene Hölzer entsprechend ihrer Eigenschaften eingesetzt werden, oder ein Holzschutz durch bauliche Maßnahmen erreicht wird. Beispiel: Für Außenverkleidungen aus Holz werden gerne sehr harz- oder paraffinhaltige Hölzer verwendet und Fassadenschutz kann baulich durch große Dachvorsprünge verbessert werden. Auch können sie abgebaut und wieder aufgebaut werden. In den letzten Jahrzehnten wurden viele Fachwerkhäuser restauriert und verputzte Fachwerke oft wieder freigelegt. Allerdings wurden viele dieser freigelegten Bauten ursprünglich nicht als Sichtfachwerke geplant, das Fachwerk ist hier rein konstruktiv. Oft sollte ein repräsentativer Steinbau vorgetäuscht werden, durch das Abschlagen des Putzes wird der ursprüngliche Charakter des Hauses stark verfälscht. Auch spätere Fenstereinbrüche und sonstige Veränderungen sprechen manchmal gegen eine Freilegung. In einigen alten Städten und Dörfern verbirgt sich noch so manches schöne Fachwerk hinter dicken Putzschichten, das verputzte Ortsbild ist aber seinerseits - als historisch gewachsenes Denkmal - erhaltenswert (Dinkelsbühl) Neben der Restaurierung und Freilegung historischer Fachwerkbauten ist seit etwa 20 Jahren auch die vollständige oder teilweise Rekonstruktion kriegszerstörter Einzeldenkmäler oder Fachwerkensembles zu beobachten, die in der Fachwelt jedoch nicht unumstritten ist. Auf dem Frankfurter Römer wurde eine Platzseite nachgebaut, in Hildesheim gar der gesamte Marktplatz rekonstruiert. Im Zuge dieses Wiederaufbaues ist auch das angeblich „schönste Fachwerkhaus der Welt“, das Knochenhaueramtshaus wiedererstanden.

Siehe auch

Knochenhaueramtshaus
- Egerländer Fachwerkhaus
- Hessenpark
- Wilder Mann
- Hessenmann
- Deutsche Fachwerkstraße
- Bruch (Nümbrecht)

Literatur

Überblickswerke


- G. Ulrich Großmann: Der Fachwerkbau in Deutschland. Das historische Fachwerkhaus, seine Entstehung, Farbgebung, Nutzung und Restaurierung. 2. Auflage, Köln 1998
- Wolfgang Lenze: Fachwerkhäuser, restaurieren – sanieren - modernisieren. 3. überarbeitete Aufl. 2004, ISBN 3-8167-6431-2

Einzelne Regionen


- Wilhelm Hansen und Herbert Kreft: Fachwerk im Weserraum. Hameln 1980
- Herbert Nicke: Bergisches Fachwerk. Ein Streifzug durch Architektur und Geschichte des rechtsrheinischen Fachwerkbaus, Martina Galunder-Verlag: Wiehl 1996, ISBN 3-931251-10-1
- Ursula Pfistermeister: Fachwerk in Franken. Nürnberg 1993
- Hermann Dieter Oemler: Fachwerk in Wernigerode, Oemler-Verlag: Wernigerode 1999, ISBN 3-9805751-1-X
- Robert Slawski: Braunschweiger Fachwerk, Braunschweig 1988
- Buchreihe: Das Bürgerhaus... z.B. in Braunschweig, Verlag Ernst Wasmuth Tübingen

Weblinks


- http://www.fachwerk.de
- http://www.fachwerkhaus.de
- [http://www.brueckenweb.de/Datenbank/bruecken/auswahl2.php?typ=fachwerk Fachwerkbrücken]
- [http://www.deutsche-fachwerkstrasse.de/ Deutsche Fachwerkstrasse] Kategorie:Fachwerk

Kirche

Das Wort Kirche (etym. griech. kyriaké: "dem Herrn gehörig") bezeichnet: #im Neuen Testament die christliche Gemeinde, sowohl lokal als auch universal, siehe Ekklesia #die Gemeinschaft aller Christen, siehe Ekklesiologie #die einer bestimmten Konfession oder Denomination zugehörige, in einer festen Organisationsform zusammengeschlossene christliche Glaubensgemeinschaft, siehe Kirche (Organisation) #ein Gebäude welches der Versammlung der Glieder einer christlichen Gemeinde dient, siehe Kirchengebäude #umgangssprachlich der christliche Gottesdienst Kategorie:Christentum ja:教会 nb:Kirke simple:Church

Bamberg

Bamberg ist eine kreisfreie Stadt in Franken (Freistaat Bayern) und gleichzeitig Sitz des Landkreises Bamberg im Regierungsbezirk Oberfranken. Bamberg ist Universitäts-, Erzbistums-, Bier- und Verwaltungsstadt. Die sehenswerte Altstadt ist als größter unversehrt erhaltener historischer Stadtkern in Deutschland seit 1993 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen. Bamberg hat sich in der bayerischen Vorauswahl um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 nicht durchsetzen können.

Geografie

Die altehrwürdige fränkische Kaiser- und Bischofsstadt erstreckt sich über die fruchtbare Talaue der hier in zwei Armen geteilten Regnitz, die 7 km nördlich des Stadtzentrums in den Main mündet.

Geschichte

Main Im Jahre 902 wurde zum ersten Mal ein "Castrum Babenberch" auf dem heutigen Domberg genannt. Es gehörte dem ostfränkischen Geschlecht der Babenberger, die das Lehen 903 in einer blutigen Fehde mit den rheinfränkischen Konradinern verloren. Bei dieser Fehde starben die letzten Babenberger, zwei Brüder. Die Besitzungen fielen an den König und blieben bis 973 Königsgut. Kaiser Otto II. schenkte das Castrum seinem Vetter, dem Herzog von Bayern, Heinrich dem Zänker. 1007 erfolgte die Gründung des Bistums durch Kaiser Heinrich II., dem Sohn Heinrichs des Zänkers und im gleichen Jahr ließ er den ersten Dom errichten, der aber zweimal abbrannte und durch den heutigen (aus dem 13. Jahrhundert) ersetzt wurde. Ein Aufstand der Bürger im 16. Jahrhundert gegen die fürstbischöfliche Macht blieb erfolglos. Unter den Fürstbischöfen Lothar Franz und Friedrich Carl von Schönborn erlebte die Stadt eine hohe kulturelle barocke Blüte. barock Im Dreißigjährigen Krieg litt die Stadt sehr durch die Schweden, im Siebenjährigen Krieg durch die Preußen und im 19. Jahrhundert durch französische Truppen. 19. Jahrhundert Stadt und Stift wurden im Frieden von Lunéville dem Kurfürstentum Bayern als Kompensation für den Verlust der Pfalz an Frankreich in Aussicht gestellt. Noch vor der endgültigen Fixierung im Reichsdeputationshauptschluss begann Bayern am 2. September 1802 das Territorium des Hochstifts militärisch zu besetzen und erklärte das Gebiet am 29. November endgültig zu einer bayerischen Provinz. Fürstbischof Franz von Buseck trat zurück und besiegelte damit das Ende der Selbständigkeit Bambergs. Am 25. und 26. Mai 1854 hielten acht deutsche Mittelstaaten (Bayern, Sachsen, Hannover, Württemberg, Baden, Kurhessen, Hessen-Darmstadt und Nassau) in Bamberg eine Konferenz hinsichtlich ihrer Stellung zu den beiden Großmächten Österreich und Preußen in der orientalischen Angelegenheit ab. Bamberg wurde in den letzten Jahrzehnten von Bayreuth als größte oberfränkische Stadt abgelöst.

Geschichte als Universitätsstadt

Bayreuth Die 1647 gegründete Universität wurde 1803 aufgehoben, bestand aber weiter als "Philosophisch-Theologische Hochschule". Erweitert durch alle universitären Fakultäten nahm sie im Wintersemester 1946/47 den Lehrbetrieb auf in der Hoffnung, sich zur 4. bayerischen Landesuniversität entwickeln zu können. Energischer Initiator war der Rektor Adam Krafft. Er berief namhafte Professoren, die bisher in Königsberg oder Breslau gelehrt hatten oder Richter vom Reichsgericht Leipzig. Viele der aus dem Krieg heimgekommenen Soldaten begannen hier ihr Studium, das von Semester zu Semester erweitert wurde. Juristen z. B. konnten hier bis zum Ersten Staatsexamen studieren, das erstmals im Sommer 1950 in den Räumen des OLG Bamberg abgenommen wurde. Die Ausbaupläne zerschlugen sich dann, Regensburg wurde die 4. bayerische Landesuniversität. 1972 als Gesamthochschule wiedergegründet und 1979 zur Universität erhoben. Die nach ihren Gründern benannte Otto-Friedrich-Universität Bamberg beherbergt geistes- und sozialwissenschaftliche Fakultäten sowie eine Fakultät für "Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik".

Die wichtigsten Bamberger Bischöfe

(siehe Gesamtliste unter Liste der Erzbischöfe von Bamberg)
- Der 1. Bischof von Bamberg war Eberhard, der Kanzler Heinrichs II. (1007-1040).
- Der 2. Bischof von Bamberg, Suidger, wurde dem Willen Kaiser Heinrichs III. entsprechend am 24. Dezember 1046 von der römischen Geistlichkeit und dem Volk von Rom zum Papst gewählt. Er nahm den Namen Klemens II. an. Schon am 9. Oktober 1047 starb er. Seinem Willen entsprechend wurde er in seinem geliebten Bamberg beigesetzt. Er ist der einzige Papst, der nördlich der Alpen, im Bamberger Dom, begraben ist.
- Bischof Gunther (1057-1065) stammte aus der Kanzlei Heinrichs III. und spielt ein gewichtige Rolle in der deutschen Literaturgeschichte (Ezzo (Dichter), Heldenepik).
- Der 6. Bischof, Hermann, beförderte die Stiftung der Benediktinerabtei Banz durch die Gräfin Alberada (1071), gründete 1073 das Augustinerstift St. Jakob zu Bamberg, wurde später wegen Simonie und Verschwendung beim Papst angeklagt und 1075 abgesetzt.
- Sein Nachfolger Rupert (gestorben 1102) wurde, weil er sich 1076 auf der Reichsversammlung zu Worms gegen Papst Gregor VII. erklärte, mit dem Bann belegt, später aber losgesprochen und wieder eingesetzt.
- Der 8. Bischof, Otto II. von Mistelbach, wurde der berühmte "Apostel der Pommern" 1124, starb 1139 und wurde 1189 heilig gesprochen. 1189 Von nun an wurden die Bischöfe vom Domkapitel gewählt, obgleich die Kaiser bis 1398 das Ernennungsrecht beanspruchten.
- Der 15. Bischof, Graf Ekbert von Andechs (1203-1237), war Gegner König Philipps und kam 1208 in Verdacht, mit Otto VIII. von Wittelsbach bei der Ermordung Philipps einverstanden gewesen zu sein. Er flüchtete sich zu seinem Schwager, König Andreas von Ungarn, wurde seiner bischöflichen Würde entsetzt, geächtet und erst 1214 wieder eingesetzt.
- Sein zweiter Nachfolger, Poppo, Sohn des Markgrafen Berchtold III. von Istrien, wurde 1242 wegen Vergeudung der Kirchengüter und anderer Vergehen vom Kaiser Friedrich II. entsetzt.
- Der 18. Bischof, Heinrich von Schmiedefeld (1242-1258), erlangte zuerst besondere Hoheitsrechte und von Kaiser Friedrich II. den Titel eines Fürstbischofs.
- Der 30. Bischof, Lambert von Brunn (1374 bis 1398), Kanzler Kaisers Karls IV., führte neue Abgaben ein, namentlich den Bierpfennig, der noch nach Jahrhunderten der Lambertiner hieß.
- Friedrich von Aufseß (1421-1431) legte teils wegen des Hussitenkriegs, teils wegen der Begünstigung der Bamberger Bürger durch Kaiser Sigismund 1431 die Regierung nieder und starb 1440.
- Philipp, Graf von Henneberg (1475-1487), vertrieb die Juden aus Bamberg und sammelte große Schätze, die seinem Nachfolger
- Heinrich III., Groß von Trockau (1487-1501), in seinen Kämpfen gegen den Markgrafen Kasimir von Brandenburg sehr zu statten kamen.
- Der 39. Bischof, Georg III., Erbschenk von Limburg (1505-1522), ließ 1507 durch Johann von Schwarzenberg die berühmte Bamberger Halsgerichtsordnung herausgeben, war vertrauter Ratgeber des Kaisers Maximilian I., besonders 1518 auf dem Reichstag zu Augsburg, korrespondierte mit berühmten Gelehrten und selbst mit Martin Luther und verbot die Bekanntmachung der päpstlichen Bulle gegen Letzteren. päpstlichen Bulle
- Der 46. Bischof, Ernst von Mengersdorf (1583-1591), gründete 1586 das ernestinische Priesterhaus und das Gymnasium illustre und erbaute das Residenzschloss Geyerswörth.
- Johann Gottfried von Aschhausen (1609-1622) rief 1610 die Jesuiten nach Bamberg, verfolgte die Protestanten und wurde 1612 Fürstbischof von Würzburg.
- Johann Georg II., Fuchs von Dornheim (1623-1633), verfolgte die Protestanten und floh 1631 vor den Schweden nach Kärnten, wo er starb.
- Auch Franz von Hatzfeld (1633-1642), zugleich Fürstbischof von Würzburg, musste flüchten; Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar bemächtigte sich des Landes und wollte aus den beiden Fürstentümern Bamberg und Würzburg ein Herzogtum Franken bilden, was sein früher Tod vereitelte.
- Melchior Otto, Voit von Salzburg (1642-1653), verwandelte 1648 das Gymnasium illustre in eine Universität, die heutige Otto-Friedrich-Universität.
- Lothar Franz, Graf von Schönborn (1693-1729), zugleich Koadjutor und Erzbischof von Mainz, leistete in den Kriegen jener Zeit Österreich wichtige Dienste gegen Frankreich, erbaute von 1702 an die jetzige Residenz zu Bamberg, 1711-1719 die Schlösser Pommersfelden und Gaibach und versah dieselben mit Gemäldegalerien.
- Friedrich Carl, Graf von Schönborn (1729-1746), zugleich Fürstbischof von Würzburg, gab der Universität 1735 eine medizinische und juristische Fakultät.
- Der letzte Fürstbischof von Bamberg, Christoph Franz von Buseck (1795-1805), floh 1796 vor den Franzosen nach Prag und 1799 nach Saalfeld. Nach seiner zweiten Rückkehr ließ er (1800) seinen Neffen, den
- Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach zu Wg, zum Koadjutor und Nachfolger bestellen. Aber schon 1802 wurde das Hochstift säkularisiert und dem Kurfürsten von Bayern übergeben. Infolge des Konkordats von 1817 trat später an die Stelle des ehemaligen Bischofs von Bamberg ein Erzbischof, dessen Diözese den nördlichen Teil von Bayern umfasste, und welchem die Bischöfe von Würzburg, Eichstätt und Speyer untergeordnet waren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bayern Bayern Bayern Bayern Bayern

Theater


- E.T.A.-Hoffmann-Theater
- Chapeau Claque
- Brentano-Theater
- Bamberger Marionettentheater Loose

Museen


- Historisches Museum, Domplatz 7
- Stadtgalerie Villa Dessauer, Hainstraße 4 a
- Sammlung Ludwig, Obere Brücke 4
- Neue Residenz mit Staatsgalerie
- Bamberger Krippenmuseum
- Fränkisches Brauereimuseum
- Diözesanmuseum
- E.T.A.-Hoffmann-Haus
- Feuerwehrmuseum
- Gärtner- und Häckermuseum
- Missionsmuseum, Missionshaus Bug
- Museum der Kommunikations- und Bürogeschichte
- Museum für Frühislamische Kunst
- Naturkunde-Museum
- Polizeigeschichtliche Sammlung Bayern

Bibliotheken


- Staatsbibliothek Bamberg mit einer Sammlung von über 1000 mittelalterlichen Handschriften, darunter die Bamberger Apokalypse
- Universitätsbibliothek Bamberg
- Stadtbücherei Bamberg

Archive


- Staatsarchiv Bamberg
- Stadtarchiv Bamberg
- Archiv des Erzbistums Bamberg

Musik


- Bamberger Symphoniker
- Jazzclub Bamberg e.V.
- Konzert- und Kongresshalle
- Internationales Künstlerhaus Villa Concordia

Bauwerke

Tausend Jahre Baukunst prägen das schöne und unverwechselbare Stadtbild. Bamberg wurde wie Rom auf sieben Hügeln erbaut. Die gesamte Altstadt Bambergs bietet ein einzigartiges Bild. Überragt vom Kaiserdom stellt die Stadt ein denkmalgeschütztes Ensemble-Kunstwerk zwischen Mittelalter und bürgerlichem Barock dar. 1993 wurde die Altstadt in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. In der Begründung heißt es, Bamberg repräsentiert in einzigartiger Weise die auf einer Grundstruktur des Frühmittelalters entwickelte mitteleuropäische Stadt. Das in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommene Areal umfasst die drei historischen Stadtzentren, Berg,- Insel-, und Gärtnerstadt mit einer Gesamtfläche von circa 140 ha. Umfangreiche Aktivitäten im Bereich der Denkmalpflege haben zu einem guten Restaurierungszustand geführt. Liste der Sehenswürdigeiten:
- Bamberger Dom (von 1211-1237 neu erbaut), mit Bamberger Reiter
- Neue Residenz (1695-1704), Hauptwerk von Johann Leonhard Dientzenhofer
- Alte Hofhaltung (1571-1576), ehem. bischöfliche Verwaltung
- Altes Rathaus (ein Wahrzeichen der Stadt)
- Böttingerhaus
- Obere Pfarre (gotische Pfarrkirche mit dem Gemälde der Himmelfahrt Mariens von Jacopo Tintoretto
- Sankt Gangolf (älteste Pfarrkirche)
- Sankt Martin (1686-1691, Gebrüder Dientzenhofer)
- ehemaliges Kloster Sankt Michael (mit Brauereimuseum)
- Fischerviertel 'Klein Venedig'
- Altenburg (erstmalig 1109 erwähnt, ehemalige Residenz der Bamberger Fürstbischöfe)
- Tahara-Haus des jüdischen Friedhofs; erbaut 1890; saniert 1993 - 1997 Darüber hinaus gibt es weit über 1000 Einzeldenkmäler.

Parks


- Stadtpark Hain

Sport

Bamberg ist Deutscher Basketball-Meister 2005 und Vizemeister 1993 2003 und 2004, ebenso Deutscher Pokalsieger im Basketball 1992 sowie deutscher Vizemeister im Unterwasser Rugby 2004. Der SKC Victoria ist 8-facher deutscher Meister im Kegeln der Männer, 5-mal Pokalsieger des DKBC, 4-mal Weltpokalsieger, 3-mal Europapokalsieger und 2-mal Championsleaguesieger. Die Damen der SKC Victoria sind 4-mal deutscher Meister, 2-mal Pokalsieger, 1-mal Europapokalsieger, 2-mal Weltpokalsieger und 2-mal Championsleaguesieger. Die Schachspieler vom SC 1868 Bamberg waren 3-mal Deutscher Meister (1966, 1976, 1977) und einmal Deutscher Pokalsieger (1983/84).

Vereine


- Bamberger Rudergesellschaft BRG (Rudern)
- BRK-Bereitschaft Bamberg 3 Sanitätsdienst
- BRK-Wasserwacht Ortsgruppe Bamberg (Wasserrettung)
- GHP Bamberg (Basketball)
- LG Bamberg (Leichtathletik)
- 1. FC 01 Bamberg (Fußball)
- Bamberger Faltboot-Club (Kajak, Kanadier, Faltboot, Kanusport, Wildwasser)
- Malteser Bamberg (Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, ...)
- Postsportverein 1928 e.V. (verschiedene Sportarten]
- SC 1868 Bamberg e.V. (Schach)
- SG Bamberg (Schwimmen)
- Schwimmverein Bamberg e.V. (Schwimmen)
- WSV Neptun Bamberg e.V. (Schwimmen)
- SKC Victoria 1947 Bamberg e.V. (Kegeln)
- Tauchclub Bamberg (Tauchen)
- Unterwasserrugby Team Bamberg (Unterwasser Rugby)
- Aikikai Bamberg e.V. (Aikido)

Regelmäßige Veranstaltungen


- Juni: Hegel-Woche
- Ende Juni/Juli: Calderón-Festspiele (Freilichtaufführungen des E.T.A.-Hoffmann-Theaters), Alte Hofhaltung
- Juli: Altstadtfest der Otto-Friedrich-Universität am ersten Freitag im Juli
- Juli/August: Bamberger Antiquitätenwoche
- August: Sandkirchweih (fränk.: Sandkerwa) am letzten vollen Wochenende im August
- 1. Advent – 6. Januar: Bamberger Krippenweg
- Alle ungeraden Jahre im Mai: Weltkulturerbelauf mit ca. 10.000 Teilnehmern

Kulinarische Spezialitäten

Bier

Sandkerwa In der Bierstadt Bamberg gibt es heute noch neun traditionelle, eigenständige Privatbrauereien und eine Gasthausbrauerei (Ambräusianum), die für eine einzigartige Biervielfalt sorgen (siehe auch oberfränkische Brauereien). Eine besondere Spezialität ist dabei das Bamberger Rauchbier, das von den beiden Brauereien Spezial und Schlenkerla gebraut wird und seinen rauchigen Geschmack durch die Verwendung von geräuchertem Malz erhält. Schlenkerla Im Jahre 1907 gab es in Bamberg den so genannten Bierkrieg, bei dem durch einen Boykott der Bevölkerung die Brauereien dazu gezwungen wurden die Bierpreiserhöhung von 10 auf 11 Pfennig wieder rückgängig zu machen.

Infrastruktur

Verkehr

Das wirtschaftlich stärkste Zentrum Oberfrankens (hoher Dienstleistungsanteil) ist auch das größte Tourismuszentrum in Oberfranken. Bamberg ist mit einem Binnenhafen am Main-Donau-Kanal (Regnitz), zwei Autobahnen (A 70/E48 und A 73) und einem ICE-Bahnhof ins Verkehrsnetz eingebunden.

Schienenverkehr

Im Fernverkehr liegt Bamberg an der Nord-Süd-Strecke Leipzig - Nürnberg und wird sowohl von ICE- als auch von EC/IC-Zügen angefahren. Drei wichtige Nahverkehrsstrecken berühren Bamberg:
- KBS 810 Bamberg - Schweinfurt - Würzburg
- KBS 820 Nürnberg - Bamberg - Lichtenfels
- KBS 826 Bamberg - Ebern Ebern

Autobahnen


- A 70 AD Schweinfurt (A 7) - Bamberg - AD Bayreuth/Kulmbach (A 9)
- A 73 AD Suhl (A 71) - AK Bamberg - AD Nürnberg-Feucht (A 9)

Bundesstraßen


- B 4 Bad Bramstedt - Bamberg - Nürnberg
- B 22 Rottendorf - Bamberg - Cham
- B 26 Riedstadt bei Groß-Gerau - Bamberg
- B 173 Bamberg - Dresden
- B 505 Bamberg - Höchstadt #

Bundeswasserstraße


- Main-Donau-Kanal

Flugplatz


- Flugplatz Bamberg-Breitenau

Wirtschaft

Bamberg ist Teil der Bierregion Franken, die mit über 300 Brauereien die höchste Brauereiendichte weltweit aufweist (eine Brauerei je 5.500 Einwohner). Gleichzeitig liegt es auf der Grenze zwischen Wein- und Bierfranken.
- Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte: 47.700 Franken Franken

Bildung


- Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Studierende: 8.300)

Gymnasien

#Franz-Ludwig-Gymnasium #E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium #Clavius-Gymnasium #Institut der englischen Fräulein #Eichendorff-Gymnasium #Dientzenhofer-Gymnasium #Kaiser-Heinrich-Gymnasium #Theresianum

Sonstige Schulen


- 2 Realschulen, 1 Wirtschaftschule, Volks- und Förderschulen
- 5 Berufliche Schulen
- 10 Privatschulen
- Volkshochschule Bamberg
- Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz)
- Erzbischöfliches Abendgymnasium für Berufstätige
- KEB - Katholische Erwachsenenbildung in der Stadt Bamberg e. V.
- 9 Berufliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsstellen
- Städtische Musikschule

Bibliotheken


- Stadtbücherei
- Stadtarchiv
- Staatsbibliothek Bamberg

Internate


- Aufseesianum: Es wurde vom Domkapitular Freiherr Jodocus Bernhard von Aufsees gestiftet. Hier wurde 1973 der Roman Das fliegende Klassenzimmer von Erich Kästner verfilmt.
- Institut der englischen Fräulein
- Ottonianum

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


- Annette von Aretin, erste Fernsehansagerin des Bayerischen Rundfunks
- Hans Bayerlein, deutscher Maler und Zeichner
- Will Berthold, deutscher Schriftsteller und Sachbuchautor
- Theodor Boveri, deutscher Biologe
- Walter Boveri, Industrieller, Gründer von Brown, Boveri & Cie (BBC)
- Joachim Camerarius d. Ä., deutscher Humanist, Universalgelehrter und Dichter
- Christophorus Clavius, Mathematiker und Jesuitenpater
- Karlheinz Deschner, deutscher Schriftsteller und Religionskritiker
- Ignaz Döllinger, deutscher Mediziner
- Ignaz von Döllinger, bedeutender katholischer Theologe und Kirchenhistoriker
- Hans Ehard, deutscher Jurist und Politiker
- Michael Fahres, deutscher Komponist
- Bernd Feustel, deutscher Schachspieler
- Heinrich Finck, deutscher Kapellmeister und Komponist
- Hippolyt Poschinger von Frauenau, bayerischer Unternehmer, Forstwirt und Politiker
- Franz Froschmaier, deutscher Politiker
- Thomas Gottschalk, deutscher Moderator
- Adolf von Groß, Mäzen Richard Wagners, Finanzverwalter der Bayreuther Festspiele
- Karl Höller, deutscher Komponist
- Joachim Jacob, deutscher Datenschutzexperte
- Tanja Kinkel, deutsche Schriftstellerin
- Konrad III. (HRR), römisch-deutscher König, König von Italien und König von Burgund
- Max Joseph in Bayern, eigentlich Herzog Maximilian Joseph in Bayern (
- 4. Dezember 1808, † 15. November 1888), Förderer der bayerischen Volksmusik im 19. Jahrhundert
- Hans Pleydenwurff, deutscher Maler
- Clemens von Podewils, deutscher Journalist und Schriftsteller
- Sophie Dorothee von Podewils, deutsche Erzählerin und Lyrikerin
- Johann Lukas Schönlein, deutscher Arzt
- Berthold Maria Graf Schenk von Stauffenberg, deutscher Bundeswehroffizier
- August von Wassermann, deutscher Immunologe und Bakteriologe
- Oscar Wassermann, deutscher Bankier und Wirtschaftsfachmann, 1869-1934, aus alteingessesener Bankiersfamilie (Privatbank Wassermann mit Stammhaus in Bamberg), seit 1912 bei der Deutschen Bank, dort 1923 - 1933 Vorstandsprecher

Weitere Persönlichkeiten


- Johannes Junius (
- 1573 in Niederwehbach), Bürgermeister 1614, 1617, 1621, 1624-1628, Ratsherr 1608-1613, 1615-1616, 1618-1620, 1622-1623 wurde im August 1628 auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem er in einem verzweifelten Brief (Junius-Brief vom 28. Juli 1628) seine Unschuld beteuert hatte - nach tagelanger Folter bekannte auch er weitere Hexenmeister.
- Georg Wilhelm Friedrich Hegel arbeitete als Zeitungsredakteur in Bamberg und veröffentlichte hier die Phänomenologie des Geistes,
- E. T. A. Hoffmann war im 19. Jahrhundert am Hoftheater als Kapellmeister tätig,
- Thomas Dehler (1897-1967), liberaler Politiker, ab 1926 Rechtsanwalt in Bamberg, 1945 Landrat, später Generalstaatsanwalt, 1947 Oberlandesgerichtspräsident
- Wilhelm Emil Messerschmitt (1898-1978), deutscher Flugzeugkonstrukteur. Er gründete die "Flugzeugbau Messerschmitt GmbH" in Bamberg.
- Ida Noddack-Tacke, Chemikerin und Mitentdeckerin des Elements Rhenium, arbeitete ab 1956 am Staatlichen Forschungsinstitut für Geochemie, dem heutigen Internationalem Künsterhaus Villa Concordia.
- Hans Wollschläger, Schriftsteller, lebte und arbeitete viele Jahre in Bamberg.
- Paul Maar, Kinderbuch- und Theaterautor, lebt in Bamberg.
- Helmut Pfleger, bekannter Schachspieler und Buchautor, ehem. Spieler des SC 1868 Bamberg

Siehe auch


- Landkreis Bamberg
- Erzbistum Bamberg

Andere Orte mit dem Namen Bamberg


- Bamberg (South Carolina)
- Neu-Bamberg

Personen mit Namen Bamberg


- Georg Bamberg, MdB 1980 bis 1990
- Eckbert von Bamberg, Bischof von Bamberg 1203 bis 1237
- Otto von Bamberg, heilig gesprochener ehemaliger Bischof von Bamberg Personen mit Namen Bamberger, siehe Bamberger.

Sonstiges mit dem Namen Bamberg


- Bamberg (Marskrater)

Literatur


- Wolfgang Wußmann: Bamberg-Lexikon, Bamberg 1996 ISBN 3-928591-38-x
- Robert Suckale u. a. (Hsg.): Bamberg. Ein Führer zur Kunstgeschichte der Stadt für Bamberger und Zugereiste, Bamberg 1993 ISBN 3-926946-03-2
- Karin Dengler-Schreiber: Bamberg für alte und neue Freunde. Ein Führer durch die Stadt, Bamberg 2002 ISBN 3-89889-014-7

Weblinks


- [http://www.bamberg.info Touristisch orientierte Infoseite]
- [http://www.veranstaltungskalender-bamberg.de/ Offizieller Veranstaltungskalender]
- [http://www.erzbistum-bamberg.de/ Erzbistum Bamberg]
- [http://www.bamberga.de/ Projektseite des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums (Lateinische Inschriften, Chronogramme, Gedenktafeln, Epithaphe)]
- [http://www.apfelweibla.de/ Denkmalseite des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums ]
- [http://www.abseits.de/bambergtouristen.htm Tourismus]
- [http://www.fraenkische-nacht.de Fränkische Nacht - Das Stadtmagazin für Bamberg]
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- [http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/vaterland/content/orte/Bamberg.shtml Bamberg: Denkmale und Gedenktafeln bayerisch-jüdischer Soldaten (Haus der Bayerischen Geschichte)] Kategorie:Ort in Bayern Kategorie:Weltkulturerbe in Deutschland ! ja:バンベルク

Bielefeld

Bielefeld ist eine Stadt im Landesteil Westfalen im Nordosten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt ist die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe und eines der Oberzentren des Landes. Die Einwohnerzahl der Stadt Bielefeld überschritt 1930 die 100.000-Grenze und machte sie damit zur Großstadt. Heute gehört sie mit ihren 327.000 Einwohnern zu den 18 größten Städten des Landes. Seit 1969 ist Bielefeld Universitätsstadt und zeigt sich daher gerne als wirtschaftliche und kulturelle Metropole. Zusammen mit Herford und Gütersloh zählt sie zu den Verdichtungsräumen der Bundesrepublik.

Geografie

Bielefeld liegt am Fuß des Teutoburger Waldes vor dem nördlichen Ausgang des so genannten Bielefelder Passes. Der höchste Punkt im Stadtgebiet befindet sich in Lämershagen und liegt 320 m über Normalnull, der niedrigste Punkt befindet sich in Brake an der Aa (73 m). Das Rathaus liegt auf einer Höhe von 114 m. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 19 km und in West-Ost-Richtung 21 km. Es gibt keinen größeren Fluss im Stadtgebiet von Bielefeld. Der nordöstliche Teil der Stadt entwässert über die Westfälische Aa und die Werre in die Weser, während das Wasser aus dem südwestlichen Teil der Ems zufließt.
Der historische Altstadtkern liegt nördlich des Teutoburger Waldes, eingebettet in die Höhenzüge desselben liegt Gadderbaum mit Bethel, direkt südlich schließt sich der Industrie-Stadtbezirk Brackwede an.
Geographisch gesehen grenzen im Norden das Ravensberger Hügelland, im Osten das Lipper Land und im Süden die Senne an das Bielefelder Stadtgebiet.

Nachbargemeinden

Bielefeld grenzt an folgende Städte und Gemeinden. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:
Spenge, Enger, Herford (alle Kreis Herford), Bad Salzuflen, Leopoldshöhe, Oerlinghausen (alle Kreis Lippe) sowie Schloß Holte-Stukenbrock, Verl, Gütersloh, Steinhagen (Westf.), Halle (Westf.) und Werther (Westf.) (alle Kreis Gütersloh)

Stadtgliederung

Kreis Gütersloh Das Stadtgebiet Bielefelds ist in 10 Stadtbezirke eingeteilt. Jeder Stadtbezirk hat eine von der Bevölkerung gewählte Bezirksvertretung, die aus 19 Mitgliedern besteht. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Für administrative Zwecke sind die meisten Stadtbezirke weiter in Stadtteile unterteilt. Dabei handelt es sich meist um früher selbständige Gemeinden, die im Laufe der Geschichte nach Bielefeld eingemeindet wurden. Die 10 Stadtbezirke mit ihren Stadtteilen sind:
- Brackwede mit Quelle, Holtkamp und Ummeln
- Dornberg mit Niederdornberg, Kirchdornberg, Deppendorf, Hoberge-Uerentrup, Schröttinghausen und Babenhausen
- Gadderbaum
- Heepen mit Altenhagen, Brake, Brönninghausen, Milse und Oldentrup
- Jöllenbeck mit Theesen und Vilsendorf
- Mitte
- Schildesche
- Senne mit Windelsbleiche, Windflöte und Buschkamp
- Sennestadt mit Dalbke, Eckardtsheim und Heideblümchen
- Stieghorst mit (Ober-)Sieker, Hillegossen, Ubbedissen und Lämershagen

Natur

Ubbedissen Mitten durch das Bielefelder Stadtgebiet zieht sich der Gebirgszug des Teutoburger Waldes. Er ist stark bewaldet und weist in Bielefeld einige Berge, wie die 302 m hohe Hünenburg auf. An seinen Berghängen entspringen zahlreiche Bäche, die sich durch Bielefeld schlängeln und entweder zur Weser oder zur Ems hin entwässern. Über den Teutoburger Wald führen zahlreiche Wanderwege durch das Bielefelder Stadtgebiet, der bekannteste unter ihnen ist der Hermannsweg. Neben dem Teutoburger Wald in der Mitte der Stadt, haben die nördlichen Stadtteile Bielefelds auch Anteil am Ravensberger Hügelland, einer flach hügeligen Landschaft mit Feldern, Wiesen, Bächen sowie kleinen Flüssen. Im Süden des Stadtgebietes hat Bielefeld Anteile an der Senne, einem Heidegebiet mit sehr sandigen Böden. Im Norden der Stadt liegt der künstlich angelegte Obersee. Dieser stellt die größte Wasserfläche der Stadt dar und wurde zur Regulierung des Johannesbaches angelegt.
Bielefeld ist die Großstadt mit den meisten Grünflächen pro Einwohner in Deutschland. Es gibt zahlreiche Parks und Grünflächen innerhalb der Stadt, wie zum Beispiel den Nordpark, den Bürgerpark oder den Botanischen Garten.

Naturschutzgebiete


- Kampeters Kolk. Größe: ca. 2,0 ha. Ehemals nährstoffarmer Heideweiher in der Senne unweit der Grundheider Schule. Bereits 1932 als Naturdenkmal ausgewiesen.
- Esselhofer Bruch. Größe: 8,65 ha. Eichen-Birkenwald mit Resten von Feuchtheidebeständen.

Geschichte

Stadtgründung und Mittelalter (1214–1500)

Naturdenkmal Die erste Erwähnung der Stadt Bielefeld stammt aus dem Jahr 1214 und findet sich in einer Vertragsurkunde des Grafen Hermann von Ravensberg und des Klosters Marienfeld. Vorher befand sich an dieser Stelle eine Bauernsiedlung, die bereits 1015 als „Biliuelde“ erwähnt wurde, jedoch kaum Bedeutung hatte. Die neu gegründete Stadt sollte der Landessicherung dienen, da sie an der Südgrenze der Grafschaft Ravensberg lag. Außerdem war beabsichtigt, die Stadt zur Kaufmannsstadt und Hauptstadt der Grafschaft auszubauen. Aufgrund ihrer Lage an der Kreuzung mehrerer alter Handelswege und an einem wichtigen Pass über den Teutoburger Wald entwickelte sie sich schnell zum Wirtschafts- und Finanzzentrum der Grafschaft Ravensberg. Sie zog viele Kaufleute aus dem Umland und dem benachbarten Münster an. Wie in der damaligen Zeit üblich, war auch Bielefeld durch Wassergräben und Mauern vom Umland abgetrennt. Man konnte nur tagsüber durch die Stadttore in die Stadt gelangen. Das Stadtbild wurde durch das damals wichtigste Handelszentrum der Stadt geprägt, den heutigen „Alten Markt“, sowie das Rathaus und die „Altstädter Nicolaikirche“. Ab 1293 entwickelte sich aufgrund des Baubeginns der Sparrenburg parallel neben der Altstadt die Neustadt. Sie beheimatete die Bauarbeiter der Sparrenburg und wuchs, anders als die Altstadt, ungeplant, hatte eine eigene Kirche (die Neustädter Marienkirche) und einen eigenen Rat. Auch die Neustadt verfügte über eine eigene Stadtmauer. In der Neustadt gab es drei Siedlungskerne:
- Das Marienstift
- Die Handwerkersiedlung (heutige Breite Straße)
- Adelshöfe (heutige Kreuzstraße) Nachdem die Ravensberger Grafen ausgestorben waren und es keine Nachkommen gab, fiel die Grafschaft und damit auch die Stadt Bielefeld im Jahr 1346 an die Grafschaft Berg (ab 1423 Jülich-Berg).

Frühe Neuzeit (1500–1700)

Im Jahr 1520 wurden die bis dahin eigenständigen Städte „Neustadt“ und „Altstadt“ zu einer Stadt vereinigt. Die nun geeinte Stadt konnte sich frei entwickeln, da sie weit entfernt vom Machtzentrum der neuen Machthaber (Jülich-Berg) lag. Ein wichtiger Schritt für die Stadt war der Beitritt zur Hanse Ende des 15. Jahrhunderts. Dadurch begünstigt konnte sich ab dem Ende des 16. Jahrhunderts die Leinenindustrie entwickeln. Von nun an war Bielefeld die „Leinenstadt“, obwohl sich die Produktion mehr im Umland von Bielefeld abspielte und in der Stadt selber mehr Leinenhandel stattfand. Daraus resultierte auch ein gewisser Wohlstand, von dem heute noch die Patrizierhäuser am Alten Markt zeugen. Im Jahre 1498 wurde am Jostberg ein Franziskanerkloster gegründet, doch schon 1507 zog dies aufgrund von Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung an den heutigen Klosterplatz in die Altstadt. Dieses Kloster wurde 1829 aufgelöst. Am 30. Oktober 1612 ereignete sich ein schweres Erdbeben in der Stadt, das große Schäden anrichtete. Als Folge des Dreißigjährigen Krieges fiel die Stadt 1648 an Brandenburg bzw. Preußen.

Industrialisierung (1700–1900)

Preußen Im Jahr 1717 wurde in Bielefeld die erste Straßenbeleuchtung eingeführt. 1830 geriet die Leinen