:: wikimiki.org ::
| Kaufhaus |
KaufhausEin Kaufhaus biete Produkte aus wenigen Branchen in tiefer Gliederung auf einer Verkaufsfläche von mindestens 1000m². Am stärksten verbreitet sind Kaufhäuser mit Textilien (z.B. C&A, H&M, etc.). In einem Warenhaus werden hingegen ein breites Sortiment an Waren jeglicher Art angeboten, die Verkaufsfläche beträgt mindestens 3000m². Jedoch werden umgangssprachlich die Begriffe Warenhaus und Kaufhaus weitgehend synonym verwendet.
Warenhaus
Während sowohl das Kaufhaus als auch das Warenhaus in erster Linie mit einer großen Auswahl an verschiedenartigen Artikeln lockt (breites Sortiment), beschränkt sich ein Fachgeschäft in der Regel auf wenige Artikelgruppen, die dafür aber in einer größeren Vielfalt angeboten werden (tiefes Sortiment). Während die Qualität der Waren im Kaufhaus durchschnittlichen Ansprüchen genügt, bietet ein Fachgeschäft in der Regel auch sehr hochwertige Artikel mit einer fachkundigen Beratung an.
Kaufhausware ist demnach in erster Linie Massenware, die für einen großen Konsumentenkreis preiswert hergestellt wird. So findet man dort üblicherweise nur eine kleine Auswahl spezieller Angebote, wie Musikinstrumente, Fahrräder, Computer, Digitalkameras, HiFi-Komponenten oder auch Literatur.
Entstehung, Aufstieg und (möglicher) Bedeutungsverlust der Vertriebsform Kaufhaus bilden ein interessantes Beispiel für das Zusammenwirken wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Prozesse innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. So wurde die Vorstufe des Kaufhauses, die Passage, zum Gegenstand einer bedeutenden geschichtsphilosophischen Untersuchung von Walter Benjamin ("Das Passagen-Werk").
Bekannte Kaufhäuser
Bekannte Kaufhausketten in Deutschland sind beispielsweise Galeria Kaufhof und Karstadt. 1905 eröffneten in München die beiden Warenhäuser Oberpollinger (heute Karstadt) in der Neuhauserstraße und Tietz (heute Hertie, im Karstadt-Konzern) am Bahnhofsplatz, später kam der Roman Mayr (hier steht heute ein Kaufhof) am Marienplatz hinzu.
Legendär ist das 1907 eröffnete Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe), das jahrzehntelang als Symbol für den materiellen Wohlstand der westlichen Welt galt und das größte Kaufhaus Deutschlands ist. Zweitgrößtes Kaufhaus ist das Breuninger-Haupthaus in Stuttgart.
Bekannte Kaufhausketten in der Schweiz sind Manor, Globus, Coop City, Jelmoli und Loeb.
Bekannte Kaufhausketten in Österreich sind Gerngross sowie Kastner & Öhler.
Auch in anderen Ländern gibt es berühmte Warenhäuser, z.B. Printemps und die Galeries Lafayette in Paris; Harrods, Liberty's und Selfridges in London; Macy's, Saks 5th Avenue und Bloomingdale's in New York, Neiman Marcus in Dallas und anderen Städten der USA, das Takashimaya in Tokyo oder das GUM in Moskau.
Hierbei stellt das GUM etwas besonderes dar, da es zwar vom Gebäude her wie ein Kaufhaus wirkt, im Gegensatz zu diesem jedoch, keine einheitliche Konzernleitung hat, sondern, wie ein Einkaufszentrum, aus Einzelgeschäften besteht. Die Verwaltung erfolgt seit Anfang der 1990er durch eine Tochterfirma des Karstadt-Konzerns.
Siehe auch
- Historisches Kaufhaus
Weblinks
Kategorie:Einzelhandel
ja:百貨店
WarenhausEin Warenhaus ist ein großes, in der Regel mehrstöckiges Einzelhandelsgeschäft, in dem Waren jeglicher Art zum Kauf angeboten werden (in Deutschland z.B. Karstadt, Kaufhof). Warenhäuser verfügen über eine Verkaufsfläche von mindestens 3000m². Im Gegensatz zu einem Warenhaus bietet ein Kaufhaus nur Produkte aus wenigen Branchen, diese jedoch in tiefer Gliederung. Am stärksten verbreitet sind Kaufhäuser mit Textilien (z.B. C&A, H&M, etc.). Diese haben eine Verkaufsfläche von mindestens 1000m². Sowohl das Kaufhaus als auch das Warenhaus sind vorwiegend in der Innenstadt zu finden, inzwischen zunehmend in Einkaufszentren.
Warenhäuser werden meist von großen Handelsketten betrieben, können jedoch auch in speziellen Sparten (z.B. Kosmetik, Technik) untervermietet sein. Im Gegensatz zu einem Supermarkt spielt das Angebot an Lebensmitteln in einem Warenhaus eine eher untergeordnete Rolle.
Lebensmittel
Vom Warenhaus zu unterscheiden ist das Selbstbedienungswarenhaus (kurz SB-Warenhaus), das zwar auch über eine Fläche von mindestens 3000m² verfügt, jedoch seinen Schwerpunkt im Bereich Lebensmittel hat (z.B. Real, Kaufland, Walmart). Die SB-Warenhäuser bieten im Lebensmittelbereich ein breites und tiefes Angebot und zeichnen sich durch eine Dauerniedrigpreis- oder Sonderangebotspolitik aus. Ihre Standorte sind meist autokundenorientiert.
Während sowohl das Kaufhaus als auch das Warenhaus in erster Linie mit einer großen Auswahl an verschiedenartigen Artikeln lockt (breites Sortiment), beschränkt sich ein Fachgeschäft in der Regel auf wenige Artikelgruppen, die dafür aber in einer größeren Vielfalt angeboten werden (tiefes Sortiment). Während die Qualität der Waren im Kaufhaus durchschnittlichen Ansprüchen genügt, bietet ein Fachgeschäft in der Regel auch sehr hochwertige Artikel mit einer fachkundigen Beratung an.
Literatur
Uwe Spiekermann: Das Warenhaus, in: Alexa Geisthövel u. Habbo Knoch (Hg.): Orte der Moderne. Erfahrungswelten des 19. und 20. Jahrhunderts, Frankfurt a.M./New York 2005, S. 207-217.
Siehe auch: Kaufhaus
Kategorie:Handel
FachgeschäftEin Fachgeschäft ist ein Geschäft, das sich auf eine bestimmte Artikelgruppe spezialisiert hat und eine fundierte Fachberatung durch festangestellte Fachverkäufer bietet.
Traditionsfachgeschäfte bestehen oft seit einigen Jahrzehnten, manche können auf eine mehr als 200jährige Geschichte zurückblicken. Bekannte Traditionsfachgeschäfte sind oftmals in den Innenstädten großer Städte ansässig. Seit der Jahrtausendwende mussten jedoch immer mehr selbst alteingesessene Fachgeschäfte ihren Geschäftsbetrieb aufgeben und schließen. Sie werden meistens durch umsatzstarke Filialisten verdrängt, die die hohen Ladenmieten erwirtschaften können, sowie durch Ramschläden (Verödung der Innenstädte).
Das Fachgeschäftesterben ist vor allem auf zwei Tendenzen zurückzuführen. Zum einen, dass die Kunden sich im Fachgeschäft beraten lassen, den Artikel dann aber anderswo kaufen, wo er billiger ist. Zum anderen, dass viele Kunden nicht mehr an hochwertigen und reparierbaren Waren interessiert sind, sondern vor allem auf günstige Preise aus sind.
Siehe auch: Kaufhaus
Kategorie:Einzelhandel
FahrradEin Fahrrad, kurz auch Rad, schweizerdeutsch Velo (von französ. vélocipède = 'Schnellfuß' lt. Grimms Wörterbuch), ist ein in der Regel zweirädriges, einspuriges Fahrzeug, das mit Muskelkraft durch das Treten der Pedale angetrieben wird. Es wird durch stabilisierende Kreiselkräfte der Räder sowie Gewichtsverlagerung und Lenkbewegungen des Fahrers im Gleichgewicht gehalten (siehe Fahrrad fahren). Im Münsterland wird das Fahrrad Leeze genannt.
Der Begriff "Fahrrad" wurde durch Übereinkunft deutscher Radfahrervereine 1885 für "Bicycle" (aus dem Französischen: bicyclette - deutsch Zweirad) eingeführt, ebenso "Radfahrer" für "Bicyclist" und "radfahren" (neue Rechtschreibung: "Rad fahren") für "bicyceln".
Das Fahrrad war das erste mechanische Massenverkehrsmittel. Nach der Nähmaschine war das Fahrrad der zweite technische Massenkonsumartikel.
Nähmaschine
Geschichte
Bilder zur Geschichte des Fahrrads
Legenden
Behauptungen, das Fahrrad sei schon in der Antike oder im Mittelalter erfunden worden, sind nicht überzeugend belegt. Das "Fahrrad" auf einem Kirchenfenster in Stoke Poges hat nur auf einer von E. O. Duncan in seinem Privatdruck verbreiteten Zeichnung zwei Räder sowie Fahrer in Cromwellscher Tracht. Auf dem Original sieht man hingegen einen einrädrigen Wegmesser. Auch das sogenannte Leonardo- Fahrrad gilt als Fälschung – die Zeichnung wurde offenbar nach 1961 Leonardo da Vincis Codex Atlanticus hinzugefügt. Bei dem angeblich vom Comte de Sivrac 1791 erfundenen Velocifère oder Célèrifère, einem starren Zweirad, handelt es sich ebenfalls um eine Falschmeldung, die hundert Jahre später von Baudry de Saunier in Umlauf gebracht wurde.
Muskelkraft
Im 17. Jahrhundert scheint es erste von Menschen betriebene Fuhrwerke gegeben zu haben, die aber nur für Repräsentationszwecke (Triumphwagen) benutzt wurden. Der querschnittsgelähmte Uhrmacher Stephan Farfler hat sich zu dieser Zeit ein dreirädriges Gefährt mit Handkurbelantrieb und Zahnradübersetzung gebaut.
Im 18. Jahrhundert fanden vierrädrige, durch Muskelkraft betriebene Wagen in herrschaftlichen Parks Verwendung – sie wurden über Fußtrommeln oder Pedale vom Personal angetrieben.
Zweiradprinzip
Tatsächlich erfunden hat das einspurige Zweirad Karl von Drais 1817 in Mannheim. Man saß zwischen den Rädern und stieß sich mit den Füßen am Boden ab. Diese hölzerne, von ihm selbst so genannte "Laufmaschine" hieß nach ihm bald "Draisine". Häufig wird unter diesem Begriff auch die 1837 in Wien als Zweirad erfundene Eisenbahn-Draisine verstanden. Drais selbst erprobte dann 1843 eine vierrädrige Eisenbahn-Draisine mit Fußtrommel-Antrieb.
Anlass für die Zweirad-Erfindung war der "Schneesommer" infolge des Tambora-Vulkanausbruches, der 1816/17 zu Hungersnot und Pferdesterben führte, wonach ein Pferdeersatz extrem sinnvoll erschien. Nach der guten Ernte 1817 wurde das Draisinenreiten auf den Gehwegen verboten. Auf den zerfurchten Fahrbahnen konnte nicht balanciert werden.
Die Drais'sche Laufmaschine war von vornherein mit dem Vorderrad lenkbar. Dies ermöglichte, das fahrende Zweirad auch ohne Kontakt der Füße zum Boden im Gleichgewicht zu halten. Damit war die grundlegende Erfindung gemacht, durch Verringerung der Räderzahl den Fahrwiderstand zu vermindern und durch Ausnutzung der Massenträgheit das Zweirad im Gleichgewicht zu halten.
Schon kurz darauf wurden in England die ersten, teilweise eisernen Laufmaschinen oder Velozipede gebaut, die sich den Spitznamen "Hobby-Horse" (Steckenpferd) erwarben. 1819 gab es in Ipswich erste Rennen; hierzulande wurde erst 1828 aus München davon berichtet.
Eine neue Drais-Biographie ist zugleich auch frühe Fahrradgeschichte und Faksimile-Quellenedition aller frühen Belege:
H. E. Lessing, Automobilität - Karl Drais und die unglaublichen Anfänge (Leipzig 2003).
Die Gebrüder Ljungström waren sehr kreative und typische Erfinderpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Sie erfanden nicht nur die nach ihnen benannten Turbinentyp, sondern auch eine frühe Form des Fahrrades. Dieses Fahrrad besaß bereits die heute bekannte Rahmenform, der Antrieb des Rades funktionierte jedoch nach einem völlig anderen Prinzip. Die Gebrüder verwendeten Klavierdraht und Exzenter statt Fahrradkette und Hinterradritzel. Ihr Svea-Fahrrad mit Freilauf wurde ab 1892 in Serie hergestellt und konnte sich für etwa zehn Jahre am Markt behaupten, bis die technologischen Probleme bei der Herstellung von Fahrradketten überwunden waren.
Pedalantrieb
München
Eine Weiterentwicklung stellte 1864 das von Pierre Michaux gebaute Velociped dar, deutsch auch Veloziped, und fälschlich 1930 "Michauline" benannt, bei dem der Antrieb durch starr an der Vorderradachse angebrachte Pedale erfolgte. Dabei war konstruktionsbedingt die Entfaltung (die zurückgelegte Strecke pro Kurbelumdrehung) gleich dem Umfang des Vorderrads. Um höhere Geschwindigkeiten fahren zu können, musste daher das Vorderrad vergrößert werden, was nach 1870 zur Entwicklung des Hochrades führte. In vielen Städten wurde das Velozipedfahren sogleich verboten, in Köln bis 1894!
Eine wichtige Voraussetzung für das Hochrad war die Erfindung gespannter, nur zugbelasteter Stahlspeichen durch Eugène Meyer (1869).
Das Hochradfahren verlangte deutlich mehr Geschick, besonders beim Auf- und Absteigen. In dieser Zeit wurden erneut Radrennen gefahren. Dabei waren Geschwindigkeiten von deutlich mehr als 40 km/h üblich! Durch den hohen Schwerpunkt (der Sattel befand sich rund 1,5 m über dem Boden nur wenig hinter der Vorderachse) drohte Hochradfahrern bei Bremsmanövern oder Straßenunebenheiten die Gefahr, sich zu überschlagen.
Kettenantrieb
Die Anwendung des Kettenantriebs im Fahrradbau, der durch verschieden große Zahnräder an den Kurbeln und der Radachse eine Übersetzung ermöglicht (eine Kurbelumdrehung dreht das Rad mehr als einmal), führte zum "Känguruh", einem gemäßigten Hochrad mit beidseitigem Kettenantrieb am Vorderrad. Doch erst der 1878 eingeführte einseitige Kettenantrieb des Hinterrades konnte sich wirklich durchsetzen – die Konstruktion war einfacher und stabiler, das Rad wegen der Entkoppelung von Antrieb und Lenkung leichter zu fahren, und die Sitzposition zwischen Vorder- und Hinterrad gewährleistete ein wesentlich sichereres Fahrverhalten. Bekanntester Vertreter dieser Bauform war das von John Kemp Starley seit 1884 angebotene "Rover Safety Bicycle".
Seit 1884 waren hierzulande auch die ersten brauchbaren Kugellager der von Friedrich Fischer gegründeten "Velociped-Gußstahlkugelfabrik" erhältlich, die den Reibungswiderstand in Naben und Tretlager drastisch verringerten.
In der Geschichte des Fahrrades wurden immer wieder Alternativen zum Kettenantrieb erfunden und erprobt - von Kardanwellen über Riemenantrieben bis zu hochkomplizierten Hebelmechanismen. Doch keine dieser Entwicklungen konnte bisher langfristig mit der Kette konkurrieren
Diamantrahmen und Stahlrohr
Kugellager
Kugellager
Kugellager
Kugellager
Um 1880 kam der Diamantrahmen auf, eine Fachwerkkonstruktion aus einem einfachen Dreieck (genauer: Viereck; bei modernen Alu- und Carbonrahmen verschmelzen jedoch Ober- und Unterrohr manchmal zu einem Dreieck am Steuerkopf) für den Hauptrahmen und einem doppelten für den Hinterbau ("Diamant" ist eine falsche Übersetzung von "Diamond", was auch Raute bedeutet und die Rahmenform beschreibt).
Bis dahin waren bei Niederrädern sog. Kreuzrahmen üblich, die im wesentlichen aus einer Strebe von der Vordergabel zur Hinterachse und einer zweiten, sie kreuzenden Strebe vom Sattel zum Tretlager bestanden. Beim Diamantrahmen werden die Streben fast nur durch Zug und Druck belastet und kaum noch durch Verwindung oder Verbiegung – deshalb ist er wesentlich stabiler als ein Kreuzrahmen.
Das nahtlos gezogene Stahlrohr
Die Rahmen früher Fahrräder waren aus massivem Eisen oder Hohlstahl gefertigt und entsprechend schwer. 1885 ließen sich die Brüder Mannesmann ein Verfahren zur Erzeugung nahtloser Stahlrohre patentieren. Mit diesem seit 1890 erhältlichen Stahlrohr war schließlich das Rahmenmaterial gefunden, das bis vor kurzem im Fahrradbau dominierte und inzwischen teilweise durch Aluminium und im Radrennsport auch durch kohlenstoffaserverstärktem Kunststoff (umgangssprachlich Carbon) verdrängt wird.
Das aus Stahlrohr gefertigte "Rover" mit Diamantrahmen wurde zum Prototyp des modernen Fahrrads.
Die qualitativ hochwertigsten gezogenen Stahlrohre für Fahrradrahmen wurden bis in die 90er Jahre von den Herstellern Columbus und Reynolds hergestellt.
Damenräder
Eine etwas andere Rahmengeometrie war bis in die 80er Jahre bei sog. Damenrädern üblich. Statt vom Sitzrohr zum Steuerrohr waagrecht verlief hier das Oberrohr von einer am Sitzrohr etwa 20 cm oberhalb des Tretlagers angesetzten Muffe zunächst waagrecht, dann mehr oder weniger parallel zum Unterrohr. In moderneren Versionen verlief es von der Mitte des Sitzrohres zum Steuerrohr.
Sattel
Fahrräder haben einen Sattel, der dem Körper während der Fahrt Halt gibt. Für weitergehende Informationen siehe Fahrradsattel.
Luftreifen
1888 erfand der schottische Tierarzt John Boyd Dunlop den Luftreifen, der erstmals eine praktikable Dämpfung und zuverlässigere Bodenhaftung ermöglichte. Bis dahin waren Fahrräder mit Eisen- oder seit 1865 mit Vollgummireifen ausgestattet. Den ersten abnehmbaren Luftreifen erfanden die Brüder Michelin 1890 in Frankreich. Der Luftreifen stieß anfangs auf große Skepsis; den Durchbruch brachten erst Erfolge im Rennsport. (Fahrradventil)
Freilauf und Schaltung
Der von A. P. Morrow 1889 in den USA patentierte Freilauf war unter Radfahrern zunächst sehr umstritten. Die Freilaufgegner hatten ebenso gewichtige Argumente gegen seine Anerkennung im Radsport wie die Befürworter dafür. Der in den USA schon früher entschiedene Streit wurde in Deutschland erst nach 1900 durch die erfolgreiche Markteinführung der Torpedo-Freilaufnabe von Fichtel & Sachs mit integrierter Rücktrittbremse beendet.
1907 wurde die erste 2-Gang-Nabenschaltung nach einem Patent der Wanderer-Werke von Fichtel & Sachs auf den deutschen Markt gebracht. Sie besaß ein Planetengetriebe und ebenfalls eine Rücktrittbremse.
Weitere Entwicklung
Die weitere Entwicklung des Fahrrads orientierte sich am Konzept des Niederrads – lediglich mit Varianten bei Konstruktion und Materialien. Größere Fortschritte wurden nur noch bei Gangschaltung und Bremsen gemacht. Seit den 1990er Jahren werden Fahrräder zunehmend mit Federung ausgestattet.
Heute werden Fahrradrahmen zum Großteil aus Aluminium hergestellt. Im Radsport finden Rahmen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (umgangssprachlich Carbon) ihren Einsatz, damit kann das Gewicht noch weiter reduziert werden.
Besonders in den 1880ern und 1890ern wurde viel mit alternativen Bauformen experimentiert, die sich aber nicht durchgesetzt haben. Mit der Umweltbewegung sind seit den 1980er Jahren Sonderformen wie Dreiräder und Liegeräder wiederentdeckt und weiterentwickelt worden, werden aber vom Fahrradhandel nicht so unterstützt wie die im Radrennsport gebräuchlichen Formen. Für diesen Sport, der i. d. R. mit größeren Feldern im Massenstart durchgeführt wird, sind solche Räder nicht wendig genug, und sie bieten daher zuwenig Sicherheit im Verhältnis zu den hohen möglichen Geschwindigkeiten.
Die im Zusammenhang mit dem Fahrrad gemachten Erfindungen waren wegbereitend für die Entwicklung des Motorrads und des Automobils um 1900, ebenso wie der Kampf gegen Fahrverbote der Obrigkeit.
Radgeschichtliche Organisationen und Literatur
Organisationen, die sich mit der Erforschung der Geschichte des Fahrrads sowie mit der sachgerechten Erhaltung aller damit in Verbindung stehenden Artefakte beschäftigen, sind der britische Veteran-Cycle Club, der deutsche Historische Fahrräder e.V., die US-amerikanischen Wheelmen sowie andere nationale und auch kleinere Clubs, die meist über Internet-Suchmaschinen erreichbar sind. Dort auch Information über Foren und Mailing Lists.
Seit 1990 tagt die International Cycling-History Conference (ICHC) jedes Jahr in einem anderen Land (www.cycling-history.org). Ihre Tagungsberichte "Cycle History", z. Zt. Band 14 - auch in deutschen Bibliotheken vorhanden, bieten die Möglichkeit, sich in den aktuellen Erkenntnisstand einzuklinken. Die ICHC hat mit verbreiteten patriotischen Fälschungen, Wanderfehlern und Mutmaßungen aufgeräumt und schreibt die Fahrradgeschichte praktisch neu.
Periodisch erscheinende Publikationen stehen im Zusammenhang mit den Vereinen, außer dem in den USA erscheinenden "Vintage Bicycle Quarterly", das über [http://www.vintagebicyclepress.com/] kontaktiert werden kann.
Die Standardmonographie zur Sozialgeschichte des Fahrrads ist Rüdiger Rabenstein, "Radsport und Gesellschaft". Hier auch ein riesiger bibliographischer Anhang. Der Band ist im Handel erhältlich.
Technik
Die Fahrradtechnik ist heute kompliziert und vielfältig. Einige Komponenten können nur mit Spezialwerkzeugen montiert oder repariert werden.
Zu einem ausführlichen Artikel siehe Fahrradtechnik.
Fahrradtypen
Die Unterscheidungen sind nicht standardisiert, die Bezeichnungen unterliegen Moden und sind nicht immer scharf zu trennen. Der Artikel Fahrradtypen versucht, sie dennoch zu ordnen.
Bedeutung als Verkehrsmittel
Das Fahrrad ist das erste und bis heute preiswerteste Individualverkehrsmittel. In Europa erlangte es seine größte Verbreitung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, denn es war auch für Arbeiter erschwinglich, die infolge der Industrialisierung immer längere Wege zurücklegen mussten.
Durch den wachsenden Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg und das zunehmende Angebot an vergleichsweise preiswerten motorisierten Fahrzeugen wurde das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel durch Motorräder und schließlich Autos zurückgedrängt. Erst mit dem wachsenden ökologischen Bewusstsein seit den 1970er Jahren erlangte das Fahrrad in wohlhabenden Nationen Europas wieder eine etwas größere Bedeutung im städtischen Nahverkehr. Für viele Kinder und Jugendliche hat das Fahrrad aber dennoch eine wichtige Bedeutung, erhöht es doch enorm den Bewegungsradius.
In den ärmeren Regionen der Welt spielt das Fahrrad noch immer eine ähnlich bedeutende Rolle wie in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Es wird aber auch dort, soweit es die wirtschaftliche Entwicklung erlaubt, immer mehr durch das Auto ersetzt (zum Beispiel in China). Da Autos zu den Hauptverursachern von Umweltverschmutzung und Klimaveränderung gezählt werden, handelt es sich dabei um eine besorgniserregende Entwicklung.
Die in einer Stadt zurückgelegten Wege sind zu 50 Prozent drei bis fünf Kilometer lang, also mit einem Fahrrad gut zu bewältigen. Als umweltfreundliches und energiesparendes Fortbewegungsmittel kann auch das Fahrrad dazu beitragen, die vom Kyoto-Protokoll vorgeschriebene CO2-Reduktion zu erreichen.
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten [http://www.rotenkamp.de/adfc-helmstedt/buecher/ Bücher über Radreisen] veröffentlicht. Spielten in den darauffolgenden Jahrzehnten Radreisen beim sich entwickelnden Tourismus aber eine eher geringe Rolle, so wächst besonders in Europa in den letzten Jahren die Bedeutung des Radtourismus. Durch die Anlage von Radfernwegen und regionaler Radroutennetze gelingt es in vielen Regionen, Touristen für diese ökologische Variante des Urlaubes zu gewinnen.
Organisationen
Einige Organisationen, die sich für das Fahrrad als Verkehrsmittel engagieren, sind:
- European Cyclists' Federation
- ADFC (Deutschland)
- RKB (Deutschland)
- ARGUS (Österreich)
Siehe auch
- Allgemein: Fahrradfahren | Wikipedia:WikiReader/Fahrräder | Wikipedia:WikiReader/Radrennen
- Verwandte: Einrad | Muskelkraftbetriebenes Fahrzeug | Tandem | Velomobil | Ergometer | Elektrofahrrad | Hydrobike | Schienenfahrrad | Motorrad | Scooter
- Unterarten: Bonanzarad | BMX | Liegerad | Mountainbike | Rennrad | Speedbiker
- Teile: Fahrradschloss | Schalthebel | Fahrradbereifung | Fahrradventil
- Fahren: Fahrrad fahren | Fahrradwege auf stillgelegten Bahntrassen | Radweg
- Sonstiges: Gratisrad | Fahrraddiebstahl | Fahrradpumpe | Waffenrad
- Urlaub: Radreisen
Literatur
- Michael Gressmann: Fahrradphysik und Biomechanik. ISBN 3-89595-023-8
- Winkler/Rauch: Fahrradtechnik. ISBN 3-87073-131-1
- Pryor Dodge: Faszination Fahrrad. ISBN 3-89595-118-8
- Gunnar Fehlau: 1000 Tipps für Biker. ISBN 3-89595-156-0
- Ballantine/Grant: Bike Reparaturhandbuch. ISBN 3-7688-0867-X
- Béatrice Couzereau: Fachwörterbuch der Zweiradtechnik (deutsch-englisch-französisch). ISBN 3-87073-054-4
- Max J. B. Rauck/Gerd Volke/Felix Paturi: Mit dem Rad durch zwei Jahrhunderte. Das Fahrrad und seine Geschichte. AT-Verlag, Aarau/Stuttgart 1979. ISBN 3-85502-038-8
- OKW: Vorschrift H.Dv. 293 - Das Truppenfahrrad - 1935
Weblinks
- [http://www.adfc.de ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club)]
- [http://www.fahrradlexikon.de/ Online-Fahrradlexikon mit Erklärungen und Bildern zu Fachbegriffen und Werbekauderwelsch]
- [http://www.fahrradlinks.de fahrradlinks.de]
- [http://www.ecf.com European Cyclists' Federation] (engl.)
- [http://www.radler-forum.de Radler-Forum - Alles über Fahrräder, Zubehör, Werkstatt und Radtouren]
!
ja:自転車
simple:Bicycle
Walter BenjaminWalter Bendix Schönflies Benjamin ( - 15. Juli 1892 in Berlin; † 26. September 1940 in Portbou durch Suizid auf der Flucht) war ein deutscher Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Literaturkritiker und Übersetzer (Balzac, Baudelaire, Proust u. a.) jüdischer Herkunft; er war Schwager von Hilde Benjamin und Cousin von Gertrud Kolmar und Günther Anders.
Leben
Walter Benjamin entstammte einer wohlhabenden, bereits weitgehend assimilierten jüdischen Familie. Die Zeit seiner Kindheit, die er in Berlin verlebt hat, beschrieb er in "Berliner Kindheit um Neunzehnhundert". In seinen frühen Jahren engagierte er sich stark für die Jugendbewegung, die er dann jedoch durch das traumatische Erlebnis des Ersten Weltkrieges zerstört sah. Sein Engagement für die Jugendbewegung teilte Benjamin mit dem Dichter Christoph Friedrich Heinle, seinem engsten Freund in den Jahren 1913/14, der sich nach Ausbruch des Kriegs das Leben nahm. 1915 begegnete er Gershom Scholem, mit dem er Zeit seines Lebens befreundet blieb. 1917 siedelte er nach Bern über, wo er zwei Jahre später mit der Arbeit "Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik" von Richard Herbertz promoviert wurde. Benjamin lebte 1920 bis 1933 als freier Schriftsteller in Berlin. Nachdem sein Versuch, eine Zeitschrift mit dem Titel "Angelus Novus", der auf ein Bild Paul Klees zurückging, herauszugeben, gescheitert war, versuchte er 1923/24, in Frankfurt am Main die philosophische oder germanistische Habilitation zu erlangen. Er lernte hier Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer kennen. Seine Habilitationsschrift "Ursprung des deutschen Trauerspiels" erwies sich jedoch als zu unorthodox für den akademischen Betrieb; um sich eine offizielle Ablehnung zu ersparen, zog Benjamin sein Habilitationsgesuch 1925 zurück. Benjamin war bis zu seinem Tod mit Hannah Arendt befreundet, mit der er einen regen Briefwechsel unterhielt. Beide unterstützten sich gegenseitig im unfreiwilligen Exil .
1926 und 1927 hielt Benjamin sich jeweils einen großen Teil des Jahres in Paris auf, wo er, teilweise gemeinsam mit Franz Hessel, an der Übersetzung der Werke von Marcel Proust arbeitete und als Publizist tätig war. Sein im Jahr 1924 beginnendes Engagement für den Kommunismus führte ihn im Winter 1926/27 nach Moskau. Trotz einer gewissen Idealisierung der Sowjetunion wurde Benjamin jedoch nie Mitglied der KPD, sondern bewahrte sich seine Freiheit in einem (wie er selbst es nannte) "linken Außenseitertum". Zu Beginn der 1930er Jahre verfolgte Benjamin in Berlin zusammen mit Bertolt Brecht publizistische Pläne und arbeitete für den Rundfunk. 1932 begann er, an einem Buch über seine Kindheit und Jugend zu arbeiten, das damals den Titel "Berliner Chronik" hatte und dann zur "Berliner Kindheit um Neunzehnhundert" umgearbeitet wurde, beide Fassungen blieben zu Benjamins Lebzeiten ungedruckt.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten zwang Benjamin, im März 1933 ins Exil nach Paris zu gehen. Als Mitarbeiter des nach New York emigrierten Instituts für Sozialforschung ermöglichte Max Horkheimer ihm ein wie immer bescheidenes Überleben. In den Pariser Exil-Jahren arbeitete Benjamin weiter an seinem Fragment gebliebenen "Passagen-Werk", außerdem verfasste er den Aufsatz "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" und mehrere Studien zu Baudelaire. Bei Kriegsausbruch wurde er für drei Monate mit anderen deutschen Flüchtlingen in einem Sammellager bei Nevers interniert. Nach der Rückkehr im November 1939 schrieb er seinen letzten Text, die Thesen "Über den Begriff der Geschichte".
Am Tag vor dem Einmarsch der Deutschen in Paris verließ Benjamin die Stadt und begab sich nach Lourdes; von hier zunächst weiter nach Marseille, bevor er im September 1940 vergeblich versuchte, nach Spanien zu flüchten. Im Grenzort Portbou, wo er mit der Auslieferung an die Deutschen bedroht wurde, nahm er sich am 26. September durch Morphium das Leben. Sein Grab findet man auf dem Friedhof von Portbou. Zu seinem Gedenken existiert eine begehbare Landschaftsskulptur des israelischen Künstlers Dani Karavan.
Werke
Benjamins philosophische Lehrjahre galten neben dem Studium Kants und des Neukantianismus sowie intensiver Beschäftigung mit der Literatur der deutschen Romantik, deren Ergebnisse in seiner Dissertation "Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik" vorliegen, vor allem der Auseinandersetzung mit jüdischer Religiosität, die ihm in der Freundschaft mit Scholem nahekam. Durch die emphatische Beziehung der Philosophie auf die Sprache versuchte Benjamin, den herrschenden naturwissenschaftlich orientierten Erkenntnisbegriff derart umzubilden, daß dieser wieder der Erfahrungen der Theologie mächtig würde. In den zwanziger Jahren verschob sich die Thematik von Benjamins Texten immer stärker von sprachphilosophischen Gegenständen auf solche der Ästhetik, so mit den Abhandlungen "Goethes Wahlverwandtschaften" und "Ursprung des deutschen Trauerspiels". Nachdem der letztgenannte Text als Habilitationsschrift von der Frankfurter Universität zurückgewiesen worden war, widmete er sich mit Vorrang literaturkritischen Arbeiten. In dieser Wendung drückt zugleich der antiidealistische, gegen philosophische Systematik überhaupt gerichtete Charakter seines Denkens sich aus, dessen Intention aufs Konkrete den Werken von Ernst Bloch, Franz Rosenzweig und Florens Christian Rang verwandt ist.
Zunächst zögernd, seit Anfang der dreißiger Jahre immer entschiedener, vertrat Benjamin die Positionen des dialektischen Materialismus; in dieser letzten Phase fanden seine Freundschaften mit Adorno und Brecht einen produktiven Niederschlag. Wie Benjamins Konzeption einer "Dialektik im Stillstand", die das im Fluß Befindliche, Geschichte so anschauen wollte, daß aus den isolierten Details gleichsam physiognomisch die Wahrheit sich entziffern ließe, den offiziellen Versionen der Dialektik als universaler Vermittlung nie sich beugte, so halten auch seine marxistischen Schriften theologische Motive, vorab solche des jüdischen Messianismus, bis zuletzt fest. Das Spezifische seiner Philosophie, die Insistenz vor dem einzelnen Daseienden, bestimmt auch ihre literarische Form: in der "Einbahnstraße" (1928) bediente Benjamin sich des Aphorismus, in "Deutsche Menschen. Eine Folge von Briefen" (1936) des Kommentars zu überlieferten Texten, in der "Berliner Kindheit um Neunzehnhundert" (1950) der autobiographischen Skizze. Dem als Hauptwerk geplanten, unvollendeten Buch über die "Pariser Passagen", einer Geschichtsphilosophie des 19. Jahrhunderts, an dem Benjamin seit 1927 arbeitete, hatte er zeitweilig die Form einer surrealistischen Zitatmontage zugedacht.
Bei allem Wandel von Methode und Gegenstand, der in Benjamins œuvre sich dokumentiert, bewahrt es doch seine Kontinuität. Es sucht auf allen Stufen, von der Hegemonie des Allgemeinbegriffs sich zu lösen, der Vergottung des Wesens gegenüber dem Unwesentlichen, des Bleibenden gegenüber dem Vergänglichen und Nichtigen Widerpart zu leisten. Positiv möchte Benjamin dem von der Philosophie immer Vergessenen, dem Unwiederholbaren, intentionslosen Konkreten gerecht werden, es, wo möglich, "retten". Wichtige Einsichten verdanken in Benjamins Denken sich der Kritik vorliegender Theoreme. Im Gegensatz zu dem positivistischen, an den Einzelwissenschaften orientierten Modell von Philosophie opponiert die Benjaminsche der ubiquitären Verdinglichung der Sprache zum bloßen Zeichensystem; ihre Erkenntnistheorie, die wesentlich Sprachphilosophie ist, will das in Begriffen nicht Fixierte, überhaupt begrifflich nicht Fixierbare dennoch einholen. Anders aber auch als die neueren Ontologien, die unabhängig von wissenschaftlicher Verpflichtung zu ausweisbarer Wahrheit das Sein selber ausdenken zu können beanspruchen, ist der Philosophie Benjamins das Bewußtsein wesentlich, daß keine ewigen Wahrheiten sich mehr beschwören lassen: "Entschiedne Abkehr vom Begriffe der 'zeitlosen Wahrheit' ist am Platz. Doch Wahrheit ist nicht - wie der Marxismus es behauptet - nur eine zeitliche Funktion des Erkennens sondern an einen Zeitkern, welcher im Erkannten und Erkennenden zugleich steckt, gebunden. Das ist so wahr, daß das Ewige jedenfalls eher eine Rüsche am Kleid ist als eine Idee." Das Besondere, Nichtbegriffliche erweist sich als Substantielles nur, wo es in Konstellationen mit dem Allgemeinen, als ein gesellschaftlich Vermitteltes aufgesucht wird.
"Ausdruck" ist Benjamin zufolge dasjenige Medium, in dem Sprache über die bloße Signifikation hinausschießt; Sprache als Ausdruck ist – in Benjamins theologischer Terminologie – der Versuch, den "Namen" zu nennen; ein Versuch, der am ehesten noch in der Kunst je und je gelungen ist. In den Kunstwerken sind Wahrheitsgehalt und Sachgehalt unlöslich aneinander gebunden, Wahrheit gelangt durch sie zur Erscheinung, darin liegt die Provokation der Kunst für die Philosophie, der Benjamin sich immer wieder mit ästhetischen und kunstsoziologischen Arbeiten gestellt hat. Beruhten in der traditionellen Kunst die utopischen Gehalte auf dem schönen Schein, der "Aura" von Kultwerten, so analysiert Benjamin an der modernen Kunst seit Baudelaire (vgl. "Charles Baudelaire. Ein Lyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus" [1969]) einen fortschreitenden Verfall des Auratischen, mit dem die Kunst – vor allem der Surrealismus und das epische Theater Brechts (vgl. "Versuche über Brecht" [1966]), auf andere Art der Film (vgl. "Das Kunstwerk im Zeitalterseiner technischen Reproduzierbarkeit") – in den Dienst einer materialistischen Entmythologisierung eintritt, unittelbar eine Funktion im Emanzipationskampf der Gesellschaft übernimmt.
Diesem gelten auch Benjamins Beiträge zur Geschichtsphilosophie. Seine letzte Arbeit, die Thesen "Über den Begriff der Geschichte", ist ein Zeugnis seines "Erwachens aus dem Schock des Hitler-Stalin-Paktes" (Scholem). Gegenüber der Geschichtsphilosophie des Idealismus mit ihrer, vom Marxismus geteilten Fetischisierung des Fortschrittsbegriffs, demzufolge der immanente Verlauf der Geschichte ein bereits fortschreitender sein, selbsttätig und unaufhaltsam aus dem Grauen der "Vorgeschichte" in menschliche Verhältnisse einmünden soll, fordert Benjamin eine Kopernikanische Wendung, die der jüdischen Lehre des "Eingedenkens" zu ihrem Recht verhelfen würde. Philosophie habe den Blick auf die Trümmer der Geschichte und die geschichtlichen Katastrophen zu lenken, auf all das, was verraten, unterdrückt und vergessen wurde. Während die traditionelle Geschichtsphilosophie, zumal in der Hegelschen Gestalt, ihr movens in der Verklärung des Untergangs hat, im Tode des Endlichen das Unendliche, Absolute feiert, ist Benjamins Gegenstand gerade das "Unzeitige, Leidvolle, Verfehlte", das Geschichte immer noch in bloßer Naturgeschichte verhalte. Weit entfernt von jeder Apologetik, wird das Denken Benjamins grundiert durch die Trauer des Allegorikers. "Solange es noch einen Bettler gibt, solange gibt es noch Mythos", heißt es in einem Fragment des "Passagen-Werks". -
Auch Walter Benjamins kleine(re) Arbeiten, etwa zu Siegfried Kracauers "Die Angestellten" oder zu Erich Kästners "Gebrauchslyrik" Anfang der 1930er Jahre, wollen durch "eingreifendes Denken" (Bertolt Brecht) emanzipatorische Prozesse zugleich theoretisch vorbereiten wie praktisch befördern. Insofern ist es auch nur folgerichtig, wenn Walter Benjamin als kritischer Intellektueller jene, deren politische Botschaft er, wie die Erich Kästners, für linksradikal und insofern anti-emanzipativ hält, beredt kritisiert: "Dieser linke Radikalismus ist genau diejenige Haltung, der überhaupt keine politische Aktion mehr entspricht. Er steht links nicht von dieser oder jener Richtung, sondern ganz einfach links vom Möglichen überhaupt. Denn er hat ja von vornherein nichts anderes im Auge als in negativistischer Ruhe sich selbst zu genießen. Die Verwandlung des politischen Kampfes aus einem Zwang zur Entscheidung in einen Gegenstand des Vergnügens, aus einem Produktionsmittel in einen Konsumartikel - das ist der letzte Schlager dieser Literatur" ("Linke
Melancholie"; in: Die Gesellschaft 2.1931; zit. nach GS 3, Ffm. 1972,
279 ff.)
Wirken
Epochal erscheint vor allem seine Beschäftigung mit dem "Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" (1935). Der Titel dieser Arbeit von 1935 ist sogar zu einer Art geflügeltem Wort geworden. Die unbegrenzte Vervielfältigung von Musik, Malerei, ja aller bildenden Künste führt nach Benjamin zum Verlust ihrer Aura. Damit ist auch der veränderte Rezeptionszusammenhang gemeint: Mußten sich die Kunstliebhaber früher in ein Konzert oder in eine Galerie begeben, um ihrer Leidenschaft nachzugehen, so kam es durch die technischen Reproduktionen, seien es Schallplatten oder Kunstdrucke, zu einer "Entwertung des Originals". Wertet Benjamin diese Entwicklung vor allem positiv, so greift Adorno die These auf und kehrt dialektisch vor allem die Regression und den Fetischcharakter der Massenkunst heraus.
Den "Neuen Medien" in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg näherte sich Benjamin nicht nur theoretisch, sondern er hat in zahlreichen Rundfunksendungen seine Spuren hinterlassen. Voller Experimentierfreude gestaltete er Sendungen für den "Kinderfunk", die "Bücherstunde" sowie Erzählungen und Hörspiele.
Nachdem Adorno und Scholem nach dem Zweiten Weltkrieg Benjamins Schriften neu, zum größeren Teil erstmalig ediert hatten, vor allem seit 1970 bis 1989 eine umfangreiche, praktisch vollständige Ausgabe seiner "Gesammelten Schriften" erschienen war, verkehrte sich Benjamins Wirkung in das Gegenteil der Erfolglosigkeit, die sein Schaffen zu Lebzeiten erfahren hatte. Seine Dissertation im Jahr 1920 war von der Fachöffentlichkeit kaum wahrgenommen, seine Habilitationsschrift von der Frankfurter Universität sogar abgelehnt worden. Nach seinem Tod wurde Benjamin zum Anreger verschiedener geistes- und sozialwissenschaftlicher Fächer, die seinen gesellschaftskritischen Impetus wiederaufnahmen.
In neuester Zeit wurde Benjamins Sprachphilosophie als indirekt dem Poststrukturalismus vorgreifend erkannt.
Zitat
"Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten"
(GW I, 1241)
Gedenktafel, Vergabe eines Straßennamens
Am Berliner Wohnhaus Benjamins in den Jahren von 1930 bis 1933 (Prinzregentenstrasse 66, Berlin-Wilmersdorf) befindet sich eine Gedenktafel. ([http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/wissenswertes/gedenktafeln/benjamin.html Text der Gedenktafel]). Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat vor wenigen Jahren einem von Hans Kollhoff neugeschaffenen Stadtplatz (Leibnizkolonnaden) in der Nähe des Kurfürstendamms den Namen "Walter-Benjamin-Platz" gegeben.
Werke
Buchausgaben zu Lebzeiten:
- Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. Bern: Vlg. A. Francke 1920.
- Charles Baudelaire, Tableaux Parisiens. Deutsche Übertragung mit einem Vorwort über die Aufgabe des Übersetzers. Heidelberg: Vlg. von Richard Weißbach 1923.
- Einbahnstraße, Berlin: Rowohlt, 1928
- Ursprung des deutschen Trauerspiels. Berlin: Rowohlt 1928
- Deutsche Menschen. Eine Folge von Briefen. Auswahl und Einleitungen von Detlef Holz [Pseudonym]. Luzern: Vita Nova Vlg. 1936.
Sammelausgaben:
- Schriften. Hrsg. von Th. W. Adorno und Gretel Adorno unter Mitwirkung von Friedrich Podszus. 2 Bde. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Vlg. 1955.
- Gesammelte Schriften. Unter Mitwirkung von Theodor W. Adorno und Gershom Scholem hrsg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser. Bde. I-VII, Suppl. I-III (in 17 Bdn. geb.). 1. Aufl., Frankfurt a.M.: Suhrkamp Vlg. 1972-1999; Revidierte Taschenbuch-Ausgabe: Bde. I-VII (in 14 Bdn. geb.), Ffm. 1991.
- Écrits français. Présentés et introduits par Jean-Maurice Monnoyer. Paris: Gallimard 1991.
- Briefe. Hrsg. und mit Anmerkungen vers. von Gershom Scholem und Theodor W. Adorno. 2 Bde. Frankfurt a.M.: Suhrkamp Vlg. 1955.
- Gesammelte Briefe. Hrsg. vom Theodor W. Adorno Archiv. 6 Bde., hrsg. von Christoph Gödde und Henri Lonitz. Frankfurt a.M. 1995-2000.
Wichtige Einzelveröffentlichungen:
- Zur Kritik der Gewalt, in: Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik 1921.
- Goethes Wahlverwandtschaften, in: Neue Deutsche Beiträge 1924/1925.
- Der Sürrealismus, in: Die literarische Welt 1929.
- Zum Bilde Prousts, in: ebd., 1929.
- Karl Kraus, in: Frankfurter Zeitung 1931.
- Franz Kafka. Zur zehnten Wiederkehr seines Todestages, in: Jüdische Rundschau 1934 [Auszüge].
- Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Zeitschrift für Sozialforschung 1936 [franz. Übers.].
- Der Erzähler. Betrachtungen zum Werk Nikolai Lesskows, in: Orient und Occident 1936.
- Eduard Fuchs, der Sammler und der Historiker, in: Zeitschrift für Sozialforschung 1937.
- Über einige Motive bei Baudelaire, in: ebd., 1939.
- Über den Begriff der Geschichte, in: Die Neue Rundschau 1950.
- Das Passagen-Werk, hrsg. von Rolf Tiedemann, 2 Bde., Frankfurt a.M.: Suhrkamp Vlg. 1983 [Taschenbuchausgabe].
- Berliner Kindheit um neunzehnhundert. Mit einem Nachwort von Theodor W. Adorno und einem editorischen Postskriptum von Rolf Tiedemann, Fassung letzter Hand und Fragmente aus früheren Fassungen. Frankfurt a.M. 1987.
- Berliner Kindheit um neunzehnhundert. Gießener Fassung, hrsg. und mit einem Nachwort von Rolf Tiedemann. Frankfurt a.M. 2000.
Literatur
- Rolf Tiedemann, "Studien zur Philosophie Walter Benjamins. Mit einer Vorrede von Theodor W. Adorno, Frankfurt a.M.: Europäische Verlagsanstalt 1965 (2. Aufl., Suhrkamp 1973)
- "Über Walter Benjamin. Mit Beiträgen von Theodor W. Adorno, Ernst Bloch, Max Rychner u. a., Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1968
- Theodor W. Adorno, "Über Walter Benjamin. Aufsätze, Artikel, Briefe", Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1970, ISBN 3-518-01260-6
- Gershom Scholem, "Walter Benjamin - die Geschichte einer Freundschaft", Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1975, ISBN 3-518-01467-6
- jour fixe initiative berlin (Hg.): Fluchtlinien des Exils, ISBN 3-89771-431-0
- Gershom Scholem, "Walter Benjamin und sein Engel. Vierzehn Aufsätze und kleine Beiträge", Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1983, ISBN 3-518-57634-8
- Peter Bulthaup (Hrsg.), "Materialien zu Benjamins Thesen 'Über den Begriff der Geschichte', Beiträge und Interpretationen, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1975, ISBN 3-518-07721-X
- Marleen Stoessel, "Das vergessene Menschliche. Zu Sprache und Erfahrung bei Walter Benjamin", München und Wien: Hanser 1983
- Rolf Tiedemann, "Dialektik im Stillstand. Versuche zum Spätwerk Walter Benjamins", Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1983 ISBN 3-518-28045-7
- Hannah Arendt: Walter Benjamin / Bertolt Brecht. Zwei Essays., Piper-Verlag, München, 1986, ISBN 3-492100120
- Rolf Tiedemann, "Die Abrechnung. Walter Benjamin und sein Verleger", O.O., o.J. [Hamburg 1989], ISBN 3-927623-91-1
- Rolf Tiedemann, Christoph Gödde und Henri Lonitz, Walter Benjamin 1892-1940. Eine Ausstellung des Theodor W. Adorno Archivs Frankfurt am Main in Verbindung mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach am Neckar. Marbach a.N. 1990. (Marbacher Magazin. 55.) – 3. Aufl., 1991.
- Pierre Missac, "Walter Benjamins Passage", übers. von Ulrike Bischoff, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1991, ISBN 3-518-58089-2
- Rainer Rochlitz, "Le désenchantement de l'art. La philosophie de Walter Benjamin", Paris: Gallimard 1992, ISBN 2-07-072777-7
- Hermann Schweppenhäuser, "Ein Physiognom der Dinge. Aspekte des Benjaminschen Denkens", Lüneburg: zu Klampen 1992, ISBN 3-924245-24-X
- Wolfgang Schlüter, "Walter Benjamin. Der Sammler & das geschlossene Kästchen", Darmstadt: Jürgen Häusser 1993, ISBN 3-927902-85-3
- Winfried Menninghaus, "Walter Benjamins Theorie der Sprachmagie", Frankfurt am Main: Suhrkamp 1995
- Hermann Schweppenhäuser, "Zum Geschichtsbegriff Walter Benjamins", in: Geschichte denken. Mit Beiträgen von H.M. Baumgartner u. a., Münster: Lit 1999, S. 95 ff. ISBN 3-8258-4176-6
- Detlev Schöttker: Konstruktiver Fragmentarismus. Form und Rezeption der Schriften Walter Benjamins. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999
- Giulio Schiavoni, "Walter Benjamin. Il figlio della felicità. Un percorso biografico e concettuale", Torino: Einaudi 2001, ISBN 88-06-15729-9
- Rolf Tiedemann, "Mystik und Aufklärung. Studien zur Philosophie Walter Benjamins", München: edition text + kritik 2002, ISBN 3-88377-708-0
- Sven Kramer: Walter Benjamin zur Einführung, Hamburg: Junius, 2003, ISBN 3885063735
- Jacques Derrida: Gewalt und Gerechtigkeit. Derrida-Benjamin, hrsg. v. Anselm Haverkamp, Frankfurt/M: Suhrkamp 1993.
- Rudolf Maresch: GespensterVerkehr. Derrida liest Benjamins "Zur Kritik der Gewalt". PDF: [http://www.rudolf-maresch.de/texte/6.pdf ]
Siehe auch
- Aura
- Kritische Theorie, Ästhetische Theorie
- Liste verbotener Autoren während des Dritten Reichs
- Exilliteratur
Weblinks
-
- http://www.walter-benjamin.org/ Internationale Walter Benjamin Gesellschaft
- http://www.ub.fu-berlin.de/internetquellen/fachinformation/germanistik/autoren/multi_ab/benjamin.html - Linksammlung
- http://theol.uibk.ac.at/rgkw/leseraum/opfer/283.html - Wolfgang Palaver: Kapitalismus als Religion
- http://markner.free.fr/wbrezept.htm - Reinhard Markner: Benjamin nach der Moderne
- http://www.sicetnon.org/modules.php?op=modload&name=PagEd&file=index&topic_id=52&page_id=307 Ästhetische Welterschliessung bei Walter Benjamin und Oswald Spengler
- http://www.whokilledwalterbenjamin.com/ Dokumentarfilm des Regisseurs David Mauas über den Tod Walter Benjamins in Port Bou
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
Benjamin, Walter
ja:ヴァルター・ベンヤミン
KaufhofDie Metro AG ist eine in Düsseldorf ansässige Holding-Gesellschaft, die unter dem Dach der METRO Group verschiedene Groß- und Einzelhandelsunternehmen verwaltet.
Die METRO Group hat heute weltweit etwa 270.000 Mitarbeiter, davon etwa 142.000 in Deutschland. Mit ihren verschiedenen Vertriebslinien ist sie bisher in 30 Ländern aktiv.
Geschichte
Die Metro AG hat 1964 mit der Gründung des ersten Metro Cash & Carry Markts begonnen. 1967 ging die Firma Franz Haniel & Cie. GmbH eine Partnerschaft mit Metro ein. Im gleichen Jahr folgte die Familie Schmidt-Ruthenbeck in die Partnerschaft.
Zu den Spitzenmanagern der Metro zählte Erwin Conradi.
1996 ist dann die Metro Group durch Verschmelzung der Metro Cash & Carry mit der Kaufhof Holding AG, der Deutsche SB-Kauf AG und der Asko Deutsche Kaufhaus AG entstanden.
Zum Konzern gehörten auch die Huma Einkaufszentren, die Sportfachmärkte Primus Sportwelt, die MHB Handel AG, der Büroartikel- und Schreibwarenhersteller Pelikan AG.
1998 wurden zudem 94 Allkauf SB Warenhäuser übernommen. Außerdem die Allkauf Touristik Vertriebs GmbH mit 160 Reisebüros, die durch die Metro wieder veräußert wurden.
Die Allkauf Franchise GmbH zu denen ca. 90 Fotofachgeschäfte gehörten wurden im November 1998 an Nina's Bildermarkt Sommer GmbH verkauft.
Besitzverhältnisse
An der Metro Group halten Otto Beisheim, die Familie Haniel und die Familie Schmidt-Ruthenbeck zusammen derzeitig 55,7%. Damit beläuft sich der Anteil der einzelnen Hauptaktionäre auf 18,56%.
Die METRO Group
Zu den Vertriebslinien der METRO Group gehören:
- Metro Cash & Carry (Großhandel)
- Galeria Kaufhof (Kaufhauskette)
- Real (Verbrauchermarktkette)
- Media Markt (Elektrofachmarkt)
- Saturn (Elektrofachmarkt)
- Praktiker (Baumarktkette)
- Extra (Verbrauchermarktkette)
- C+C Schaper
Zu Metro Cash & Carry Österreich gehören noch zusätzlich Adler, Extra, etc.
METRO Cash & Carry Österreich
METRO Cash und Carry ist eine Aktiengesellschaft. 1964 eröffnete in Deutschland der erste METRO-Markt.
Die METRO AG erwirtschaftet einen Jahresumsatz von netto 735,6 Mio. Euro. Die METRO AG hat am Standort Österreich 12 Großmärkte mit einer Verkaufsfläche von 136.800 m². In jedem Großmarkt ist ein Warensortiment von 48.000 Artikeln vorhanden. Rund 2300 Mitarbeiter bedienen jährlich 524.000 METRO Kunden.
Media Markt
Praktiker
Media Markt wurde 1979 von den vier Unternehmern Leopold Stiefel, Walter Gunz, Erich Kellerhals und Helga Kellerhals in München gegründet. Ihre Idee war die Einrichtung eines großflächigen Elektromarktes als Gegensatz zum Elektrohändler oder Versandhandel. Am 29. November 1979 wurde der erste Markt im Euro-Industriepark in München eröffnet. Bis 1985 entstanden 9 weitere Märkte nahe München.
1988 übernahm die Kaufhof Warenhaus AG die Mehrheit der Holding und 1989 begann die Expansion ins benachbarte Ausland nach Frankreich, Österreich und der Schweiz.
Heute hat Media Markt ca. 350 Märkte in elf Ländern, davon 200 in Deutschland. Die System-Zentrale ist in Ingolstadt.
Der Media-Markt-Gesamtumsatz in Deutschland entwickelte sich wie folgt:
Media Markt hat ein Sortiment von rund 45.000 Artikeln aus Bereichen wie Telekommunikation, Computer, Foto, HiFi und Elektrogeräte.
Saturn
Der Unternehmenszweig Saturn ist ebenfalls eine Elektrohandelskette. Im Gegensatz zu Media-Markt liegen ihre Märkte vornehmlich in innerstädtischen Lagen. In die öffentliche Diskussion geraten ist dieses Unternehmen insbesondere durch ihre Werbekampagne mit dem Slogan „Geiz ist geil“.
Kaufhof Warenhaus AG
Geiz ist geil
Ihre Geschichte geht bis 1879 zurück, als Leonhard Tietz (1849 - 1914) in Stralsund ein kleines Geschäft für Garne und Knöpfe, Stoffe und Wollwaren eröffnete. 1891 eröffnete er ein kleines Kaufhaus als Filiale zu seinem Stralsunder Stammhaus. 1905 wurde die Leonhard Tietz AG gegründet. Diese AG bestand bis 1933. Um die durch die NSDAP angestrebte Auflösung des Unternehmens zu verhindern, erfolgte die Umbenennung in Westdeutsche Kaufhof AG und Veränderungen in den Führungsgremien. Die jüdische Familie Tietz emigrierte derweil ins Ausland.
1980 übernahm Metro Cash & Carry bei der Kaufhof Holding AG die Mehrheit. Zur Kaufhof-Gruppe gehörte auch der Tourismusbereich ITS, der später an Rewe veräußert wurde.
Zur Kaufhof Holding gehörten bis zur Fusion 1996 mit der Metro Cash & Carry die Marken
- Kaufhof (Warenhäuser)
- Horten (Warenhäuser)
- GALERIA Horten (Warenhäuser)
- Kaufhalle (Warenhäuser)
- Media Markt (Technische Fachmärkte)
- Saturn (Technische Fachmärkte)
- Vobis (Computerfachmärkte)
- Gemini (Medien-Märkte)
- Völkner (Versand und Fachmärkte für Elektronik)
- Reno (Schuhfachmärkte)
- Mac Fash (Textilfachmärkte)
- Oppermann (Versand von Werbeartikeln)
- Hawesko (Hanseatisches Wein- und Sektkontor)
- HIT-Holland (Touristik)
- Jacques' Wein-Depot (Getränkefachmarkt)
Zum heutigen Zeitpunkt stellt sich die Kaufhaus Warenhaus AG mit den Vertriebsmarken
- Galeria Kaufhof (100 Filialen)
- Kaufhof (16 Filialen)
- Sportarena
- Lust for Life
dem deutschen Wettbewerb. Auf dem belgischen Markt besitzt die Kaufhof Warenhaus AG 100% der Inno S.a.r.l., die mit 15 Warenhäusern der Marken
- Galeria Inno und
- Inno
die erfolgreichste belgische Warenhauskette bildet.
Asko Deutsche Kaufhaus AG
Sie wurde 1972 als Asko Lebensmittelfilial- und Kaufhaus AG aus der Umwandlung der Asko Saarpfalz, Genossenschaft der Verbraucher eGmbH gegründet. 1977 erhielt die Gesellschaft ihren späteren Namen. 1979 hat die Asko die Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte AG gegründet.
Aktionäre der Asko waren 1989 u.a.:
- Metro Cash & Carry
- West LB (10 %)
- Behoga Holding und die
- Lonrho Handel GmbH
1990 stieg Metro Cash & Carry bei Asko als Mehrheitsaktionär mit 50 % ein. 1992 hatte Metro die Asko vollständig übernommen. Spätestens jetzt begann die Markt- und Spartenbereinigung.
Zur Asko gehörten folgende Beteiligungen:
- 100 % Divi
- 100 % Basar
- 100 % Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte AG
- 100 % Adler
- 100 % Baugru
- 100 % Schaper
- 90 % Comco
- 74 % Deutsche SB Kauf
- 50 % MHB Handel AG
- 50 % JAA Holding
- 50 % MHB / Massa
- 50 % Roller
Die Konkurrenten Weltweit (Handel)
siehe Handelskonzern
Die Rechte am Namen Metro
Seit 2003 versucht die Metro AG, sich die alleinigen Nutzungsrechte für den Begriff Metro zu erklagen. Die niedersächsische Eisenbahngesellschaft MetroRail musste sich umbenennen, darf ihre Züge jedoch weiterhin Metronom nennen. Auch der Metrorapid-Nachfolger MetroExpress wurde nach Klageandrohung umbenannt. In Nabburg (Oberpfalz) wurde die Diskothek Metro verklagt und musste sich umbenennen. Klagen gegen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Hamburger Hochbahn AG (HHA), den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wurden mittlerweile abgewiesen. Die Metro AG hat angekündigt, gegen diese Entscheidungen Rechtsmittel einlegen zu wollen, nachdem im Vorfeld bereits das Angebot des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), für alle Verkehrsunternehmen eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen, von der Metro AG abgelehnt worden war.
Ebenso wurden Privatpersonen abgemahnt, wie ein 17-jähriger U-Bahn-Fan, der die Domain nuernberg-metro.de besaß.
Weblinks
- [http://www.metrogroup.de metrogroup.de] - Offizielle Website der METRO Group.
- [http://www.iwprojects.fh-darmstadt.de/bfie/metro http://www.iwprojects.fh-darmstadt.de/bfie/metro] - Untersuchung der METRO Group durch die FH Darmstadt
Kategorie:Unternehmensgruppe
Kategorie:Einzelhandelsunternehmen
Kategorie:Handelskette
Kategorie:Unternehmen (Düsseldorf)
Kategorie:Markenname
ja:メトロ AG
HertieHertie war bis zur Übernahme durch den Karstadt-Konzern 1993 einer der führenden Kaufhauskonzerne in Deutschland. Der Firmenname entstand während der Zeit der Nationalsozialisten, als der jüdische Name Tietz nicht mehr geführt werden konnte, aus dem Namen des Onkels und Geldgeber des Gründers Hermann Tietz (Hermann Tietz), welcher Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin die ersten Stoffwarenläden mit festen Preisen eröffnete.
Georg Karg wurde im Zuge der Arisierung jüdischer Unternehmen zu Zeiten des Nationalsozialismus 1933 von der Dresdner Bank als Geschäftsführer des Kaufhauses Hertie eingesetzt. Tietz hatte bereits 1927 das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Berlin-Schöneberg übernommen, später (im Verlauf der erwähnten Enteignung jüdischer Unternehmen) kam der Wertheim-Konzern dazu, sowie das Alsterhaus am Hamburger Jungfernstieg. 1939/40 kaufte Georg Karg Hertie auf.
Zusammen mit dem größten unter dem Namen Hertie geführten Warenhaus (in München, Am Bahnhof) steuerte Hertie damit einige der größten Warenhäuser in Deutschland.
Zwei Jahre nach dem Tod Georg Kargs gründeten seine Erben 1974 in Fortführung seiner Pläne die Gemeinnützige Hertie-Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Georg Kargs Sohn Hans-Georg Karg übernahm den Konzern und baute gleichzeitig die Karg-Stiftung auf.
Die Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH wurde 1993 von der Karstadt AG erworben und ist heute Teil der KarstadtQuelle AG. Nach der Übernahme der Horten AG durch Kaufhof gab es damit statt bisher vier nur noch zwei konkurrierende Warenhauskonzerne (die Centrum-Warenhaus-Filialen der ehemaligen DDR wurden ebenfalls von Kaufhof übernommen).
Bis 2001 wurden fast alle Hertie-Filialen in Karstadt umbenannt, heute tragen nur noch das seit 1905 bestehende Traditionshaus am Münchner Bahnhof sowie ein kleineres Warenhaus in Berlin-Neukölln den Namen Hertie, wobei letzteres zum Jahresende 2005 geschlossen wird.
Im Spätsommer 2005 verkaufte Karstadt 74 kleinere Warenhäuser ("Karstadt Kompakt") an die britischen Finanzinvestoren Dawnay, Day und Hilco UK Ltd. Die verkauften Filialen dürfen übergangsweise bis 2009 noch unter dem Namen Karstadt geführt werden. Nach eigenen Angaben habe man das Recht, den Namen "Hertie" für die kleineren Karstadt-Kompakt-Häuser zu nutzen, wolle davon aber keinen Gebrauch machen, sondern stattdessen eine völlig neue Marke entwickeln.
Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat heute ihren Sitz im Frankfurter Westend.
Weblinks
- http://www.hertie.de/ Karstadt Warenhaus AG, inkl Links zu den letzten beiden heute noch unter dem Namen "Hertie" firmierenden Filialen in München und Berlin-Neukölln
- http://www.ghst.de/ Gemeinnützige Hertie-Stiftung
- http://www.hertie-school.org/ Hertie School of Governance
- http://www.hertie-institut.de/ Hertie-Institut für klinische Hirnforschung
- http://www.karg-stiftung.de/ Karg-Stiftung
Kategorie:Handelskette
Kategorie:Unternehmen (Frankfurt am Main)
1907
- 1. Januar: Das Rentenzuschussgesetz tritt in Frankreich in Kraft
- 1. Januar: Das Antikorruptionsgesetz Prevention of Corruption Act tritt in Kraft
- 1. Januar: Eduard Müller wird neuer Bundespräsident in der Schweiz
- 2. Januar: In Frankreich tritt das bereits 1905 verabschiedete Gesetz über die Trennung von Kirche und Staat in Kraft
- 6. Januar: Maria Montessori eröffnet ihre erste Schule und Kindertagesstätte in Rom (Casa dei Bambini in San Lorenzo)
- 8. Februar: Im rumänischen Teil Moldawiens kommt es zu blutigen Bauernaufständen gegen Grossgrundbesitzer und Juden. Wegen der schnellen Ausbreitung auf andere Regionen wird im März der Belagerungszustand über das ganze Land verhängt. Bei der Niederschlagung des Aufstandes kommen ca. 11.000 Bauern um
- 23. Februar: Bei den ersten Parlamentswahlen im britischen Transvaal erringen die Buren einen überwältigenden Sieg
- 21. März: Das Vereinigte Königreich lehnt Vorschläge zu einem Tunnelbau unter dem Ärmelkanal ab, da es trotz der Entente cordiale eine französische Invasion fürchtet
- 10. Juni: In Frankreich kommen erstmals Farbfotos der Brüder Louis Jean und Auguste Lumière an die Öffentlichkeit
- 1. Juli: Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien verlängern ihren Dreibund um weitere sechs Jahre
- 19. Juli: Vertrag zwischen Russland und Japan: Japan annektiert Korea und den südlichen Teil der Mandschurei, Russland die Nordmanschurei
- 1. August: Erstes Pfadfinderlager der Welt unter Leitung von Robert Baden-Powell auf Brownsea Island beginnt. Es endet am 9. August
- 6. Oktober: Der Deutsche Werkbund wird in München gegründet
- 31. Oktober: Entente cordiale wird durch Russland zur Triple Entente erweitert
- 13. Dezember: Der größte Schoner der Welt, die Thomas W. Lawson, sinkt vor den Scilly-Inseln
- 17. Dezember: Bhutan. Krönung des 1. Königs Ugyen Wangchuk, Urgroßvater des heutigen Königs
- Gründung des Tierparks Hagenbeck
- Der König von Siam auf Staatsbesuch in Berlin
- Kongress der Zweiten Internationale in Stuttgart
- Fertigstellung des Hamburger Wasserturms Sander Dickkopp
- Mit der Krankenschwester Florence Nightingale wird zum ersten Mal Frau in Grossbritannien mit einem königlichen Orden ausgezeichnet
- Die preußische Kreisstadt Iserlohn im Sauerland wird kreisfrei, bleibt jedoch Kreisstadt des Kreises Iserlohn
Kultur
- 17. Januar: Uraufführung der Oper La Maschere von Pietro Mascagni am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 20. Februar: Uraufführung der Oper Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesh und der Jungfrau Fewronija (Orig.: Skasani je o newidimom grade Kiteshe i dewe Febronii) von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow an der Hofoper in Sankt Petersburg
- 21. Februar: Uraufführung der komischen Oper Romeo und Julia auf dem Dorf von Frederick Delius an der Komischen Oper Berlin
- 2. März: Uraufführung der Operette Ein Walzertraum von Oscar Straus am Carl-Theater in Wien
- 15. April: Uraufführung der Oper Gloria von Francesco Cilea am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 10. Mai: Uraufführung der Oper Ariane et Barbe-bleu (Blaubart) von Paul Dukas an der Opéra-Comique in Paris
- 27. Juli: Uraufführung der Operette Der fidele Bauer von Leo Fall in Mannheim
- September: Die erste Volkssternwarte Europas wird in Zürich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht
- 26. Oktober: Uraufführung der Oper Die rote Gred von Julius Bittner in Frankfurt am Main
- 2. November: Uraufführung der Operette Die Dollarprinzessin von Leo Fall am Carl-Theater in Wien
- 22. Dezember: Uraufführung des Balletts Der sterbende Schwan in St. Petersburg
- Das Alpine Museum in München wird eröffnet
Katastrophen
- 14. Januar: Ein Erdbeben der Stärke 6,5 in Kingston, Jamaika, etwa 1.600 Tote
- 21. Februar: Das britische Fährschiff Berlin strandet im Sturm vor Hoek van Holland. 176 Tote
- 21. Oktober: Ein Erdbeben der Stärke 8,1 in Zentralasien, etwa 12.000 Tote
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1. Februar: Gründung des Sportvereins Vogelheim, dem heutigen Rot-Weiss Essen
- Gründung des SV 07 Neuhaus, vorgänger des heutigen SC Paderborn 07
- 4. Januar: Arnold Dannenmann, evangelischer Theologe († 1993)
- 4. Januar: Willy Busch, deutscher Fußballspieler († 1982)
- 12. Januar: Sergej Koroljow, sowjetischer Raketenkonstrukteur († 1966)
- 12. Januar: Tex Ritter, US-amerikanischer Musiker und Schauspieler († 1974)
- 13. Januar: Bruno Mathsson, Architekt und Designer († 1988)
- 15. Januar: Janusz Kusocinski, polnischer Leichtathlet († 1940)
- 16. Januar: Paul Nitze, US-amerikanischer Politiker, Abrüstungsunterhändler unter Ronald Reagan († 2004)
- 18. Januar: Werner Jacobi, deutscher Politiker († 1970)
- 19. Januar: Lilian Harvey, deutsche Schauspielerin und Sängerin († 1968)
- 20. Januar: Manfred von Ardenne, deutscher Naturwissenschaftler († 1997)
- 20. Januar: Paula Wessely, österreichische Film- und Theaterschauspielerin († 2000)
- 21. Januar: Dixie Dean, englischer Fußballspieler († 1980)
- 23. Januar: Hideki Yukawa, japanischer Physiker († 1981)
- 26. Januar: Hans Selye, kanadischer Mediziner († 1982)
- 1. Februar: Günter Eich, deutscher Lyriker und Hörspielautor († 1972)
- 4. Februar: Otto Ohlendorf, SS-General, Amtschef im Reichssicherheitshauptamt († 1951)
- 4. Februar: Walter Seuffert, deutscher Jurist und Politiker († 1989)
- 5. Februar: Hans Bender (Psychologie), Psychologe und Professor († 1991)
- 5. Februar: Pierre Pflimlin, französischer Politiker und Mitglied des EU-Parlaments († 2000)
- 6. Februar: Hansjochem Autrum, Zoologe († 2003)
- 6. Februar: Paul Lemmerz, Räderfabrikant, Unternehmer und Mäzen († 1977)
- 9. Februar: H. M. S. Coxeter, britisch-kanadischer Mathematiker († 2003)
- 11. Februar: Käthe Gold, österreichische Schauspielerin († 1997)
- 15. Februar: Jean Langlais, französischer Komponist und Organist († 1991)
- 16. Februar: Jean Burger, französischer Kommunist und Widerstandskämpfer († 1945)
- 16. Februar: Rudolf Braune, deutscher Schriftsteller und Journalist († 1932)
- 20. Februar: Erich Klabunde, deutscher Politiker und MdB († 1950)
- 20. Februar: Ernst Schellenberg, deutscher Politiker († 1984)
- 21. Februar: W. H. Auden, englischer Schriftsteller († 1973)
- 21. Februar: Wystan Hugh Auden, englischer Schriftsteller († 1973)
- 22. Februar: Heinrich Schneider, deutscher Politiker im Saarland († 1974)
- 23. Februar: Hans-Jürgen Graf von Blumenthal, deutscher Widerstandskämpfer († 1944)
- 4. März: Heinrich Draeger, deutscher Politiker und MdB († 1991)
- 5. März: Rosemarie Clausen, deutsche Theaterfotografin († 1990)
- 8. März: Konstantin Karamanlis, griechischer Politiker († 1998)
- 9. März: Mircea Eliade, rumänischer Religionshistoriker, Essayist und Romancier († 1986)
- 10. März: Rudolf Sühnel, deutscher Philologe und Professor
- 11. März: Georg Maurer, deutscher Lyriker, Essayist und Übersetzer († 1971)
- 11. März: Helmuth James Graf von Moltke, deutscher Jurist, Widerstandskämpfer († 1945)
- 13. März: Ludwig Biermann, deutscher Physiker († 1986)
- 15. März: Zarah Leander, schwedische Schauspielerin († 1981)
- 19. März: Hans Mayer, deutscher Literaturwissenschaftler, Jurist, Sozialforscher († 2001)
- 20. März: Helmut Allardt, deutscher Diplomat († 1987)
- 20. März: Helmut Echternach, Pastor, protestantischer Theologe (Dogmatiker) und Bischof († 1988)
- 22. März: Lucia dos Santos, Zeugin einer Marienerscheinung († 2005)
- 22. März: Oskar Rudolf Schlag, deutscher Psychotherapeut, Schriftsteller († 1990)
- 23. März: Daniel Bovet, italienischer Pharmakologe († 1992)
- 29. März: Alfred Rasser, schweizerischer Kabarettist und Schauspieler († 1977)
- 8. April: Walter Czollek, († 1972)
- 9. April: Paul Wessel, Mitglied des Politbüros des ZK der SED in der DDR († 1967)
- 11. April: Erwin Levy, deutscher Psychologe († 1991)
- 12. April: Eugène Chaboud, französischer Formel 1- und Sportwagenrennfahrer († 1983)
- 12. April: Imogen Holst, englische Musikschriftstellerin, Komponistin und Dirigentin († 1984)
- 14. April: François Duvalier, haitianischer Arzt, Politiker, Präsident und Diktator († 1971)
- 15. April: Nikolaas Tinbergen, niederländischer Verhaltensbiologe († 1988)
- 17. April: Paul Eliasberg, deutsch-französischer Grafiker († 1983)
- 18. April: Lars Valerian Ahlfors, finnisch-US-amerikanischer Mathematiker († 1996)
- 18. April: Miklós Rózsa, Filmkomponist († 1995)
- 23. April: Fritz Wotruba, österreichischen Bildhauer († 1985)
- 26. April: Leo Kofler, deutscher Philosoph († 1995)
- 26. April: Theun de Vries, niederländischer Schriftsteller († 2005)
- 29. April: Fred Zinnemann, US-amerikanischer Filmregisseur († 1997)
- 30. April: Ludwig Rödl, deutscher Schachmeister († 1970)
- 6. Mai: Yasushi Inoue, japanischer Schriftsteller († 1991)
- 9. Mai: Baldur von Schirach, deutscher Politiker und Reichsjugendführer († 1974)
- 11. Mai: Albert Großhans, deutscher Schuhkaufmann und Politiker
- 11. Mai: Eva Schulze-Knabe, Malerin, Widerstandskämpferin († 1976)
- 11. Mai: Hermann Behrends, Generalleutnant der Polizei und SS-Gruppenführer der Waffen-SS († 1948)
- 12. Mai: Katharine Hepburn, US-amerikanische Schauspielerin († 2003)
- 13. Mai: Daphne du Maurier, englische Schriftstellerin († 1989)
- 16. Mai: Arturo Uslar Pietri, Venezolanischer Schriftsteller, Diplomat und Politiker († 2001)
- 16. Mai: Hans Dichgans, deutscher Politiker und MdB († 1980)
- 18. Mai: Carl Mydans, US-amerikanischer Fotograf († 2004)
- 18. Mai: Clifford Curzon, britischer Pianist († 1982)
- 19. Mai: Heinrich Eckstein, deutscher Politiker († 1992)
- 20. Mai: Franz Jägerstätter, Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg († 1943)
- 20. Mai: Hedda Zinner, deutsche Schriftstellerin, Schauspielerin († 1994)
- 21. Mai: Karl Graf von Spreti, deutscher Politiker und Diplomat († 1970)
- 22. Mai: Georges Remi, belgischer Comic-Autor und Zeichner († 1983)
- 22. Mai: Hergé, belgischer Comic-Autor und Zeichner († 1983)
- 22. Mai: Laurence Olivier, britischer Regisseur, Theater- und Filmschauspieler († 1989)
- 25. Mai: U Nu, myanmarischer Politiker († 1995)
- 26. Mai: Georgi Filippowitsch Baidukow, sowjetischer Pilot und Autor († 1996)
- 26. Mai: John Wayne, US-amerikanischer Schauspieler († 1979)
- 27. Mai: Rachel Carson, US-amerikanische Zoologin und Biologin († 1964)
- 30. Mai: Elly Beinhorn, berühmte Fliegerin des 20. Jahrhunderts
- 1. Juni: Frank Whittle, englischer Pilot, Erfinder und Geschäftsmann († 1996)
- 4. Juni: Rosalind Russell, US-amerikanische Schauspielerin († 1976)
- 5. Juni: Rudolf Peierls, deutsch-britischer Physiker († 1995)
- 6. Juni: Jascha Brodsky, legendärer Geigenlehrer († 1997)
- 7. Juni: Karl Bergmann, deutscher Politiker, MdB († 1979)
- 7. Juni: Mascha Kaléko, deutschsprachige Dichterin († 1975)
- 8. Juni: Georges Speicher, französischer Radrennfahrer († 1978)
- 10. Juni: Artur Stegner, deutscher Politiker († 1986)
- 10. Juni: Fabio Metelli, Psychologe († 1987)
- 14. Juni: Chico Landi, brasilianischer Rennfahrer († 1989)
- 14. Juni: Paul Klinger, deutscher Schauspieler († 1971)
- 14. Juni: René Char, französischer Dichter († 1988)
- 22. Juni: Eberhard Koebel, Autor, Gründer der Jungenschaft († 1955)
- 23. Juni: James Edward Meade, britischer Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger († 1995)
- 24. Juni: Vitaliano Brancati, italienischer Schriftsteller († 1954)
- 25. Juni: J. Hans D. Jensen, deutscher Physiker und Nobelpreisträger († 1973)
- 1. Juli: Fabian von Schlabrendorff, deutscher Offizier und Widerstandskämpfer gegen Hitler († 1980)
- 2. Juli: Kurt Birrenbach, deutscher Politiker und MdB († 1987)
- 5. Juli: Ethel Smith, kanadische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 6. Juli: Frida Kahlo, mexikanische Malerin († 1954)
- 7. Juli: Robert A. Heinlein, US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller († 1988)
- 8. Juli: Otto Kranzbühler, Verteidiger von Karl Dönitz bei den Nürnberger Prozessen († 2004)
- 12. Juli: Hans Lenz, deutscher Politiker († 1968)
- 16. Juli: Barbara Stanwyck, US-amerikanische Schauspielerin († 1990)
- 19. Juli: George de Mestral, Schweizer Ingenieur, Erfinder des Klettverschlusses († 1990)
- 19. Juli: Günter Bialas, deutscher Komponist († 1995)
- 23. Juli: Käte Strobel, deutsche Politikerin († 1996)
- 25. Juli: Karl Höller, deutscher Komponist († 1987)
- 28. Juli: Dolf Sternberger, deutscher Politikwissenschaftler und Journalist († 1989)
- 29. Juli: Herbert Turnauer, österreichischer Industrieller († 2000)
- 1. August: Marga von Etzdorf, deutsche Fliegerin († 1933)
- 3. August: Ernesto Geisel, Präsident Brasiliens († 1996)
- 8. August: Benny Carter, Jazzsaxophonist († 2003)
- 9. August: Theodor Teriete, deutscher Politiker und MdB († 1971)
- 13. August: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Leiter des Krupp-Konzerns († 1967)
- 14. August: Ernst Waldbrunn, österreichischer Schauspieler und Kabarettist († 1977)
- 16. August: Alexander Uriah Boscovich, israelischer Komponist († 1964)
- 17. August: Roger Peyrefitte, französischer Schriftsteller und Diplomat († 2000)
- 21. August: Hans Welker, Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft († 1968)
- 21. August: Kurt Gregor, Minister für Außenhandel und Innerdeutschen Handel der DDR († 1990)
- 23. August: Ludwig Hoelscher, deutscher Cellist († 1996)
- 2. September: Fritz Szepan, deutscher Fußballspieler († 1974)
- 5. September: Else Quecke, deutsche Schauspielerin († 2004)
- 5. September: Jürgen Spanuth, Altphilologe und Pastor († 1998)
- 5. September: Wolfram Dörinkel, deutscher Politiker und MdB († 1975)
- 7. September: Ahmed Adnan Saygun, türkischer Komponist († 1991)
- 12. September: Roger Bonvin, Schweizer Politiker († 1982)
- 15. September: Alfred Delp, deutscher Jesuit und Widerstandskämpfer († 1945)
- 15. September: Fay Wray, US-amerikanische Schauspielerin († 2004)
- 18. September: Edwin Mattison McMillan, US-amerikanischer Physiker († 1991)
- 18. September: Leon Askin, österreichischer Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent († 2005)
- 20. September: Arthur Emmerlich, deutscher Widerstandskämpfer († 1942)
- 23. September: Pauline Réage, französische Autorin († 1998)
- 23. September: Werner Bockelmann, deutscher Jurist und Politiker († 1968)
- 26. September: Anthony Blunt, britischer Kunsthistoriker und Spion († 1983)
- 27. September: Maria Treben, österreichische Kräuterkundige und Autorin († 1991)
- 28. September: Jewgeni Konstantinowitsch Sawoiski, russischer Physiker († 1976)
- 29. September: Gene Autry, Country-Sänger und Schauspieler († 1998)
- 29. September: Helmut Lemke, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein († 1990)
- 29. September: Leslie Holdridge, US-Amerikanischer Botaniker und Klimatologe († 1999)
- 2. Oktober: Alexander Todd, britischer Chemiker und Nobelpreisträger († 1997)
- 2. Oktober: Emilie Schindler, Ehefrau von Oskar Schindler († 2001)
- 2. Oktober: Ria Deeg, deutsche Widerstandskämpferin († 2000)
- 2. Oktober: Victor Estenssoro, bolovianischer Politiker und Staatspräsident († 2001)
- 8. Oktober: Pierre Bertaux, französischer Germanist († 1986)
- | | |