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Bibliothek
Eine Bibliothek (griechisch βιβλιοθήκη „Büchersammlung“) ist eine Institution, eine öffentliche Einrichtung oder der Ort (ein Bibliotheksbau) einer geordneten und benutzbaren Sammlung von Büchern und anderen publizierten Medien und Informationen oder eine solche Sammlung selbst. Die Bezeichnung Bibliothek wird gelegentlich auch für andere Informationssammlungen, wie Webseiten, Datenbanken oder einzelne Bücher bzw. Buchreihen benutzt. Auch der ausschließlich zum Aufbewahren und Lesen von Büchern genutzte Raum in einer Privatwohnung oder einem Privathaus heißt Bibliothek.
Eine andere Bezeichnung für (vor allem öffentliche) Bibliotheken ist die Bücherei oder auch die Mediothek. Bücherei ist eine Übersetzung von Philipp von Zesen für das Wort Bibliothek.
Allgemeines
Die Aufgaben einer Bibliothek bestehen im Sammeln, Erschließen und Vermitteln von Büchern
und anderen Publikationsformen, wie Zeitschriften, Tonträgern, Bildmaterialien, Mikroformen, elektronischen Publikationen.
Jede geführte Publikation hat eine Standortnummer (Signatur; engl.: call number), anhand derer man das Exemplar in der Bibliothek finden kann. Im Katalog findet man, welche Signatur das Medium hat. (siehe auch Finden von Medien in einer Bibliothek)
Indem sie ihre Bestände zur Verfügung stellen und archivieren, dienen Bibliotheken der Versorgung der Bevölkerung (Öffentliche Bibliotheken) und Forschung (wissenschaftliche Bibliothek) mit Literatur und Informationen (zusammen mit den
Verlagen und den Medien, die diese produzieren und dem Buchhandel, der für die kommerzielle Verbreitung sorgt).
Je nach Ausprägung nehmen Bibliotheken verschiedene Dienstleistungsaufgaben
aus dem BID-Bereich (Bibliothek, Information, Dokumentation) wahr, darunter auch pädagogische Aufgaben wie die Leseförderung.
Verwandte Einrichtungen sind Dokumentationseinrichtungen und Archive, wobei die Grenzen fließend sind.
Die Gesamtheit aller Bibliotheken bilden das Bibliothekswesen,
die in einer Bibliothek arbeitenden Menschen nennt man Bibliothekare
und die wissenschaftliche Disziplin von der Organisation und Funktion
von Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen ist die
Bibliothekswissenschaft. Der Geschäftsgang in einer Bibliothek wird Bibliotheksverwaltung, optimierende Tätigkeiten nach innen und außen wird Bibliotheksmanagement genannt.
Nutzung von Medien in einer Bibliothek
Bibliotheksmanagement
Der Bestand einer Bibliothek kann zum einen als Leihbestand von den Benutzern für eine bestimmte Frist entliehen werden oder als Präsenzbestand nur in den Räumen der Bibliothek eingesehen werden.
Je nachdem, ob die Medien einer Bibliothek ausgeliehen werden können oder
nicht, unterscheidet man zwischen Leihbibliothek und Präsenzbibliothek, wobei in der Regel beide Formen in einer
Bibliothek vorkommen.
In einer Präsenzbibliothek gibt es mindestens einen Lesesaal. Dieser kann als Einladung zum gemütlichen Lesen mit komfortablem Mobiliar ausgestattet oder auch als Reihung von Arbeitsplätzen, oftmals mit Computern, angelegt sein.
Mit Hilfe der Fernleihe können Benutzer auch die Bestände anderer Bibliotheken nutzen oder über den Dokumentenlieferdienst Kopien bestellen.
Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind das (ggf. entgeltliche) Kopieren und die öffentliche Wiedergabe.
Finden von Medien in einer Bibliothek
Um Medien in einer Bibliothek finden zu können, muss man wissen, wie und wonach man suchen kann. Welche Daten werden in welcher Form erfasst und wo findet sie der Bibliotheksbesucher?
Die Medien einer Bibliothek werden in Bibliothekskatalogen verzeichnet. Früher wurden in Bibliotheken Zettelkataloge benutzt. Heute sind die Katalogdaten in Datenbanken gespeichert, die Zugänge verschiedenster Art zulassen. Wenn diese Datenbanken über ein Netzwerk, wie beispielsweise das World Wide Web, zugänglich sind, werden sie auch OPAC (Online Public Accessible Catalogues) oder WebOPAC (Web Accessible Catalogue) genannt.
OPAC (Online Public Accessible Catalogues)
Bei der sogenannten „Erschließung“ werden die relevanten Daten der Medien erfasst. Dazu gehören die Formalerschließung mit bibliographischen Angaben wie Titel, Autor, Erscheinungsjahr etc. und meistens auch die Inhaltserschließung. Dadurch werden inhaltliche Angaben aufgenommen, die einen thematischen Zugriff erlauben. Dies wird erleichtert durch eine entsprechende Aufstellung anhand einer Systematik. Ein andere verbreitete Form der Inhaltserschließung ist die Vergabe von Schlagworten: Dies sind normierte Begriffe, die nach bestimmten Regeln angelegt und vergeben werden. In den letzten Jahren ist eine Diskussion um eine automatische Schlagwortvergabe entstanden.
In manchen Bibliotheken herrscht ein Nebeneinander verschiedener Kataloge: Es gibt alte Zettelkataloge, die Alphabetische Kataloge, Systematische Kataloge oder Schlagwortkataloge sein können und verschiedene Sucheinstiege erlauben. Viel beliebter bei den Nutzern sind OPACs, die über PCs bedient werden und einfachere Suchen ermöglichen, oft verknüpft mit dem Hinweis auf den Standort und die Ausleihbarkeit eines Mediums. Da oft noch nicht alle Daten der Zettelkataloge in Datenbanken eingegeben werden konnten, ist es manchmal nötig, analoge und elektronische Kataloge zu durchsuchen. Viele Bibliotheken bieten zusätzlich einen Zugang zu Verbundkatalogen, so dass Bestände anderer Bibliotheken durchsucht werden können.
Siehe auch: Verbundkatalog, Karlsruher Virtueller Katalog
Geschichte
siehe Bibliotheksgeschichte.
Große Bibliotheken
Buchbestände von großen Bibliotheken 1985 (Auswahl)
# (Lenin)-Bibliothek in Moskau (Russland) 23.000.000 Bücher
# Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg (Russland) 15.000.000 Bücher
# Kongressbibliothek Library of Congress in Washington, D.C. (USA) 14.800.000 Bücher
# Universitäts-Bibliothek Berkeley (USA) 9.900.000 Bücher
# Universitäts-Bibliothek Cambridge (USA) 8.000.000 Bücher
# Universitäts-Bibliothek Moskau (Russland) 7.700.000 Bücher
# British Library in London (Großbritannien) 7.000.000 Bücher
# Nationalbibliothek Bibliothèque nationale de France in Paris (Frankreich) 6.000.000 Bücher
# Universitäts-Bibliothek New Haven (USA) 5.500.000 Bücher
# Nationalbibliothek Kiew (Ukraine) 5.000.000 Bücher
Wichtige Bibliotheken
Nationalbibliotheken
Zu den bedeutendsten Bibliotheken weltweit gehören
die großen Nationalbibliotheken
- Library of Congress in Washington, D.C.
- British Library in London
- Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg
- Bibliothèque nationale de France in Paris
Universitätsbibliotheken
große Universitätsbibliotheken
- Bodleian Library der University of Oxford,
- Cambridge University Library der University of Cambridge
- Fisher Library der University of Sydney - die größte der südlichen Hemisphäre
- Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin - mit 8,5 Mio. Bänden die größte in Deutschland
Historische Bibliotheken
sowie historische Bibliotheken oder Bibliotheken mit historisch bedeutsamen Beständen
- Bibliotheca Corviniana (Budapest, Ungarn)
- Bibliothek von Alexandria im alten Ägypten
- Vatikanische Bibliothek, Rom
- Biblioteca Medicea Laurenziana, Florenz
- Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel, http://www.hab.de/
- Hill Monastic Manuscript Library, http://www.hmml.org/
- Biblioteca Marciana in Venedig, http://marciana.venezia.sbn.it/
- Die Deutsche Bibliothek bestehend aus
- der Deutschen Bücherei in Leipzig
- der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main
- und dem Deutschen Musikarchiv in Berlin
- Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz in Berlin
- Bayerische Staatsbibliothek in München
- Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden in Dresden
- Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, http://www.hab.de/
- Herzogin Anna Amalia Bibliothek der Stiftung Weimarer Klassik in Weimar
- Stadtbibliothek der Hansestadt Lübeck
- Österreichische Nationalbibliothek in Wien
- Universitätsbibliothek Graz
- Universitätsbibliothek Wien in Wien
- Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien in Wien
- Wiener Stadt- und Landesbibliothek in Wien
- Technische Universität Wien Universitätsbibliothek
- Universitätsbibliothek Klagenfurt in Klagenfurt
- Stiftsbibliothek Admont im Stift Admont
- Schweizerische Landesbibliothek in Bern
- ETH-Bibliothek Zürich in Zürich
- Zentralbibliothek Zürich in Zürich
Weitere Bibliotheken siehe unter Liste von Bibliotheken.
Siehe auch
- Liste der Bibliotheken, Universelle Bibliothek, Die Andere Bibliothek, Portal Bibliothek Information Dokumenation
- Deutsches Bibliotheksinstitut, Fachstellen für öffentliche Bibliotheken, ekz, Gemeinsamer Bibliotheksverbund
- "Bibliothek des Jahres"
- Leseförderung
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Literatur
- Georg Leyh (Hrsg.): Handbuch der Bibliothekswissenschaft. Harrassowitz, Wiesbaden 1952-1965. (2. verm. u. verb. Aufl.)
- Engelbert Plassmann u.a.: Das Bibliothekswesen der Bundesrepublik Deutschland. Harrassowitz 1999. ISBN 3-447-03706-7
- U. Grund, A. Heinen: Wie benutze ich eine Bibliothek? Basiswissen - Strategien - Hilfsmittel. UTB, München 1996. ISBN 3825218341
Weltliteratur, in der Bibliotheken eine zentrale Rolle spielen
- Agatha Christie: Die Tote in der Bibliothek. (engl. The Body in the Library. 1942)
- Umberto Eco: Der Name der Rose. (ital. Il Nome della Rosa. 1980)
- Jorge Luis Borges: Die Bibliothek von Babel. Reclam Nr. 9497, Leipzig 1970, S. 47ff.
Weblinks
- [http://biblio.unibe.ch/stub/vorl96/index.html 5000 Jahre Bibliotheken] Eine Geschichte ihrer Benutzer, Bestände und Architektur. Vorlesung von 1996 von R.Barth.
- [http://www.ib.hu-berlin.de/~pz/zahnpage/bigue.htm Skripte und Literaturhinweise zur Bibliotheksgeschichte]
- [http://www.ib.hu-berlin.de/%7Ewumsta/infopub/bookindex.html Prof. Walther Umstätter, Digitales Lehr- und Handbuch der Bibliothekswissenschaft]
- [http://www.bibliotheksmanagement.de Textbuch zum Management von Bibliotheken und Informationseinrichtung]
- [http://www.bibliotheksstatistik.de Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS)] Nationale Statistik nach EN ISO 2789. Ein Produkt des HBZ-NRW, früher des Deutschen Bibliotheksinstituts.
- [http://www.bix-bibliotheksindex.de/ Deutscher Bibliotheksindex] Ranking für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken
- [http://lux.ub.uni-tuebingen.de/ch/ Clearinghouse für bibliothekarische Meta-Informationen] / UB Tübingen
- [http://linksammlungen.zlb.de/1.2.2.0.0.html Bibliothekarische Werkzeuge] / ZLB Berlin
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/index.html Bibliographischer Werkzeugkasten] / HBZ-NRW
- [http://wwwserv1.rz.fh-hannover.de/bibl/vb/werkzeug.htm Bibliothekarischer Werkzeugkasten] / FH Hannover
- [http://lcweb.loc.gov/global/library/library.html Library and Information Science Resources] / Library of Congress
- [http://www.bib-bvb.de/fachbereich/buchgeschichte.html Chronologie zur Buch- und Bibliotheksgeschichte]
- Das Projekt [http://www.bibliotheksbauten.de Das Buch & sein Haus] - Mitteleuropäische Bibliotheksbauten aus drei Jahrhunderten zeigt Fotographien von zahlreichen Bibliotheken.
- [http://www.hyperkommunikation.ch/bibliothek/bibliothek/crashkurs_hyperbibliothek/ck_hyperbibliothek_top.htm Crashkurs Hyperbibliothek]
- [http://www.biblio.at/index.htm Österreichisches Bibliothekswerk]
Kategorie:Buch
!Bibliothek
Bibliothek
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InstitutionInstitution (lat. institutio – Einrichtung) ist in der Soziologie eine mit Handlungs-Rechten, Handlungs-Pflichten oder normativer Geltung belegte soziale Wirklichkeit, durch die Gruppen und Gemeinschaften nach innen und nach außen hin verbindlich (geltend) wirken oder handeln.
Umgangssprachlich wird unter einer Institution auch eine Organisation (s. dort) verstanden.
Begriffsgeschichte
Die Betrachtung politischer Institutionen geht mindestens auf Jean-Jacques Rousseau zurück. Die frühen politischen Theorien sahen politische Institutionen jedoch lediglich als Arenen in denen politische Handlungen statt finden, die jedoch von fundamentaleren Kräften bestimmt wurden. In der vergleichenden Regierungslehre befasste man sich mit der institutionellen Grundlage der verfassungsmäßigen Ordnung, insbesondere der westlichen Welt. Es ging also um formalen Institutionen.
Seit Mitte der 1970er Jahren begann sich ein neuer Institutionalismus zu entwickeln. Hierbei handelte es sich um eine Gegenbewegung zu herkömmlichen behaviouristischen Theorieansätzen und zu rational choice Ansätzen, die weitgehend als institutionenblind anzusehen sind. Im Neo-Institutionalismus werden, in Abgrenzung zum klassischen Institutionalismus, neben den formalen Institutionen auch nicht-formale betrachtet. Wie weit im einzelnen der Begriff Institution zu fassen ist, bleibt strittig. Wirtschaftswissenschaftlich inspirierte Wissenschaftler definieren den Begriff enger, als soziologisch inspirierte Wissenschaftler, die auch kognitive Regeln des menschlichen Handelns als Institution begreifen.
Als kleinster gemeinsamer Nenner kann gelten, dass eine Institution ein Regelsystem ist, dass eine bestimmte soziale Ordnung hervorruft.
Der Begriff wird in der Volkswirtschaftslehre für die Erklärung der Bildung von Unternehmen und Unternehmensgrenzen verwendet – oft aus Unzufriedenheit mit dem dort (und in der Betriebswirtschaftslehre) vielfach entfalteten Organisationsbegriff.
Der Brockhaus definiert die Institution als eine "gesellschaftliche, staatliche oder kirchliche Einrichtung, in der bestimmte Aufgaben, meist in gesetzlich geregelter Form, wahrgenommen werden." (Brockhaus Enzyklopädie Bd. 10 1989, S. 544)
Die jüngere Soziologie vermied es gern, komplexe Sachverhalte wie Familie oder Bundestag als "Institution" zu bezeichnen, da sie sowohl Aspekte der Institution als auch der Organisation umfassen und organisationssoziologisch weniger Grundlagenprobleme aufzuwerfen scheinen. (Die Institution der Ehe ist derart genommen eine Organisation, deren Mitglieder die jeweilige Ehefrau und der jeweilige Ehemann sind.) Jedoch hat z.B. 2003 Michael Wildt den "Institutions"-Begriff wieder fruchtbar aufgenommen, um das Reichssicherheitshauptamt in der Zeit des Nationalsozialismus zu erklären.
Beispiele
Beispiele für Institutionen sind jegliche Regeln und Normen, Verfassung, Kartellrecht, Strafrecht, Verträge (allgemein), StVO, DIN-/ISO Norm, Unternehmensleitsätze, Landessprache, Benimmregeln, Sitten und Bräuche.
Auf die oft mit parallelen sozialen Prozessen befasste soziologische Debatte zum Ritual ist zu verweisen.
Ziele
Institutionen leiten das Handeln von Menschen, beschränken die Willkür (den Kürwillen) des individuellen Handelns, definieren den gemeinsamen Handlungsrahmen und mit ihm verbundene Verpflichtungen. Zu diesem Regelsatz bilden sich zugehörige Legitimierungsstrategien und Sanktionsmechanismen heraus. Damit üben Institutionen eine entlastende Funktion aus, indem sie eine kollektiv organisierte Bedürfnisbefriedigung sicherstellen und den einzelnen von elementaren Vollzügen freisetzen. Andererseits schützen sie die Gesellschaft vor individuell willkürlichen und chaotisch gegeneinander laufenden Handlungen und überführen sie in gesellschaftlich wohlgeordnete Abläufe.
Nach dem philosophischen Anthropologen Gehlen ersetzen Institutionen dem Menschen, was dem Tier als Instinkt verfügbar ist; Dieter Claessens hat dies biosoziologisch kritisiert und differenziert (Konzept der „Instinktstümpfe“). Sie sind nach Gehlen notwendigerweise undurchschaubar und entfremdet, bieten aber damit die Möglichkeit für eine "höhere" Freiheit des Handelns.
Institutionen regeln für das Individuum und die Gesellschaft elementare Bereiche wie: Reproduktion, (Familie, Verwandtschaft), Erziehung, Bildung und Ausbildung, Nahrungsbeschaffung, Warenproduktion und Verteilung (Wirtschaft) und die Aufrechterhaltung einer gesellschaftlichen Ordnung (Recht, Politik), sowie der Kultur (siehe Bernhard Schäfers 1995 S. 134-137). Sie sind "bewährte Problemlösungen" für den Alltag - welche man sich auch als Komplex von Handlungs- und Beziehungsmustern vorstellen kann. Institutionen können ihr Abbild in Organisationen finden, sind aber davon deutlich zu unterscheiden. Während Institutionen handlungsleitende Regeln zur Verfügung stellen, definieren Organisationen formell Ziele, Mitgliedschaft und Organisationsabläufe.
Wichtig ist hierbei, dass Institutionen beachtet sein müssen, um ihre Wirkung zu entfalten.
Hierarchie
Insitutionen werden häufig in eine hierarchische Ordnung nach dem Grad der Einschränkung von Gestaltungsfreiräumen gebracht. Je weiter unten die Ebene, desto spezifischer ist die zugehörige Institution.
Die erste Ebene stellt hierbei die soziale Verankerung dar. In dieser Ebene sind insbesondere informelle Institutionen wie Tradition, Weltanschauung und Kultur von Bedeutung. Die Institutionen dieser Ebene entwickeln sich nur sehr langsam über eine evolutionäre Veränderung. Die theoretische Basis wird durch die Soziologie gegeben.
Die zweite Ebene wird durch grundsätzliche formelle Spielregeln dargestellt, etwa eine Verfassung und Regeln des Rechts. Die theoretische Basis wird durch die Theorie der Verfügungsrechte gegeben.
Die dritte Ebene ist das Steuerungs- und Anreizsystem. Grundlage sind private Verträge. Die theoretische Basis wird durch die Transaktionskostenökonomik gegeben.
Die vierte Ebene betrifft schließlich die Ressourcenallokation. Die theoretische Basis wird durch die Prinzipal-Agent-Theorie gegeben.
Risiken und Chancen durch Institutionen
Totale Institutionen wie Gefängnisse, Psychiatrische Anstalten, Schiffsbesatzungen, Klöster oder Internate kontrollieren alle Lebensäußerungen ihrer Mitglieder, können also den Freiraum des Individuums überaus stark einschränken und soziale Entwicklungen verhindern. Sie weisen folgende Merkmale auf (nach Goffman):
#Totale Institutionen sind allumfassend. Das Leben aller Mitglieder findet nur an dieser einzigen Stelle statt und sie sind einer einzigen zentralen Autorität unterworfen.
#Die Mitglieder der Institution führen ihre alltägliche Arbeit in unmittelbarer (formeller) Gesellschaft und [informaler] Gemeinschaft ihrer Schicksalsgefährten aus.
#Alle Tätigkeiten und sonstigen Lebensäußerungen sind exakt geplant und ihre Abfolge wird durch explizite Regeln und durch einen Stab von Funktionären vorgeschrieben.
#Die verschiedenen Tätigkeiten und Lebensäußerungen sind in einem einzigen rationalen Plan vereinigt, der dazu dient, die offiziellen Ziele der Institution zu erreichen.
Auf der anderen Seite bergen Prozesse der Deinstitutionalisierung, z. B. in gesellschaftlichen Wandlungsphasen, Risiken des Rückfalls in riskantes, rücksichtsloses und nur auf Durchsetzung der Eigenwünsche bedachtes Verhalten.
Siehe auch: Institutionsvertrauen
Wirkungsmechanismus
Institutionen entfalten ihre Wirkung über Anreize, hierbei insbesondere inhaltliche Vorgaben und Sanktionen.
Auf diese Weise lassen sich Erwartungen, Entscheidungen und Handlungen der Individuen beeinflussen. Letztlich hat dies Einfluss auf kollektive, also etwa gesamtwirtschaftliche, Ergebnisse.
Literatur
- Hartmut Esser, Soziologie. Spezielle Grundlagen'#. Band 5: Institutionen. Frankfurt a. M./New York: Campus 2000
- Arnold Gehlen, Der Mensch, Wiesbaden: UTB 1995
- Arnold Gehlen, Über die Geburt der Freiheit aus der Entfremdung, Gesamtausgabe Bd. 4, Frankfurt a. M. 1983
- Erving Goffman, Asyle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 (zu Totalen Institutionen)
- Bernhard Schäfers (Hrsg.), Grundbegriffe der Soziologie. Opladen: Leske + Budrich, 4.Auflage 1995
- o.V.: Brockhaus Enzyklopädie Bd. 10, 1989, S. 544
Siehe auch
Ritual, Organisation, Sitte, Brauch
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Körperschaft
Kategorie:Volkswirtschaftslehre
ja:制度
ko:기관 (조직)
Öffentliche EinrichtungUnter einer öffentlichen Einrichtung versteht man eine Einrichtung, die von Kommunen für das Interesse der Allgemeinheit, oftmals die Daseinsvorsorge, bereit gestellt wird. Jeder Bürger hat ein Recht, von diesen Einrichtungen Gebrauch zu machen, jedoch steht es im Entscheidungsbereich der Kommune, welche öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden, jedenfalls dann, wenn es nicht in ihren Pflichtaufgabenbereich fällt (siehe dazu kommunale Aufgabenstruktur).
Die zur Leistungsverwaltung zu rechnenden öffentlichen Unternehmen sind nicht immer von den sich wirtschaftlich betätigenden kommunalen Unternehmen abzugrenzen.
Öffentliche Einrichtungen können sein:
- Altenheime
- Bibliotheken
- Friedhöfe
- Gerichte
- Jugendzentren
- Kindergärten
- Kläranlagen
- Museen
- Parkplätze
- Schulen
- Schwimmbäder
- Sportplätze
- Stadthallen
- Straßen
- Stromversorgung
- Theater
- Verkehrsbetriebe
- Wasserversorgungsanlagen
Im jeweiligen Kommunalrecht, meist in der Gemeindeordnung, ist normalerweise geregelt, was eine öffentliche Einrichtung darstellt.
Organisationsrechtsform
Öffentliche Einrichtungen können sowohl öffentlich-rechtlich (z. B. als Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts, Regiebetrieb, Eigenbetrieb), oder privatrechtlich (z. B. als GmbH oder AG) organisiert sein.
Siehe auch: Zweistufentheorie
Kategorie:Kommunalrecht
Bücher
Ein Buch (Plural Bücher) ist eine mit einer Bindung und meistens auch mit Bucheinband (Cover) versehene Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeigneten Materialien. Zudem werden große Textabschnitte, die in sich abgeschlossen sind, als "Buch" bezeichnet. Das ist bei antiken Werken, die aus zusammengehörigen Büchersammlungen bestehen, der Fall. Beispiele hierführ sind: Bibel und Aeneis. Elektronisch gespeicherte Buchtexte werden als digitale Bücher (engl. e-book) bezeichnet. Eine andere moderne Variante des Buches ist das Hörbuch.
Hörbuch
Geschichte
Hauptartikel: Buchgeschichte
Die ältesten Vorläufer des Buches waren die Papyrusrollen der Ägypter, von denen das älteste bekannte Exemplar über 5000 Jahre alt ist (Siehe auch Geschichte der Schrift).
Die Griechen und Römer übernahmen die Papyrusrollen, bis sie ab dem 1. Jahrhundert allmählich vom Codex abgelöst wurden. Der Codex bestand aus mehreren Lagen Pergament, die in der Mitte gefaltet und zusammengeheftet wurden, prinzipiell bereits genauso wie im heutigen Buch.
Ab dem 14. Jahrhundert wurde das Pergament allmählich durch das billigere und viel einfacher zu produzierende Papier ersetzt. Die erste Papiermühle in Deutschland war die des Ulman Stromer in Nürnberg im Jahr 1390. Die von der Erfindung des Buchdrucks (ca. 1450) durch Johannes Gutenberg bis zum Jahr 1500 gedruckten Bücher werden Inkunabel oder Wiegendruck (aus der Zeit, als der Buchdruck noch in der Wiege lag) genannt.
In Korea wurde rund 200 Jahre vor Johannes Gutenbergs Erfindung in Europa der Buchdruck mit beweglichen Lettern aus Metall entwickelt, vermutlich eine Weiterentwicklung chinesischer Druckmaschinen bereits im 11. Jahrhundert mit Tonlettern. Korea präsentiert das im Oktober 2005 als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse, die schon zu Gutenbergs Zeit die hier erfundene Buchdruckkunst verbreitete (in Korea fehlte ein entsprechendes).
Die schnelle Verbreitung der neuen Technik in ganz Europa und die stetige Verbesserung und Weiterentwicklung des Buchdrucks und der Herstellung von Papier machten das Buch zur Massenware, was eine wesentliche Voraussetzung für die Reformation und später für das Zeitalter der Aufklärung wurde. Wissen wurde zum Allgemeingut im Abendland.
Schrift und Bild waren im Buch des Mittelalters eine Einheit. Künstler des Bauhauses schufen im 20.Jahrhundert Bücher von hohem gestalterischen Niveau, die dem Bereich Druckgrafik zuzurechnen sind. Diese Künstlerbücher erscheinen in kleinen limitierten Auflage.
Im dritten Jahrtausend erscheint schließlich dann auch das digitale Buch auf dem Online-Buchmarkt
Der Digitaldruck erlaubt kostengünstige Auflagen ab einem Exemplar: Book on demand
Arten von Büchern
Differenzierung nach Inhalt
- fiktionale Bücher:
- Roman
- Kinderbuch
- Bilderbuch
- Gedichtband
- Liederbuch
- nonfiktionale Bücher, Sachbücher:
- Fachbuch
- Lehrbuch
- Schulbuch
- Handbuch
- Wörterbuch
- Lexikon
- Bibliografie
- Farbbuch: Schwarzbuch, Weißbuch
- Zunächst meist Einzelexemplare:
- Tagebuch
- Rechnungsbuch, Kassenbuch - daher auch Buchhaltung
- Logbuch
- Manuskript
- Drehbuch
- Künstlerbuch, Buchobjekt
Differenzierung nach Herstellungsart
- Kodizes: handgeschriebene Bücher, davon werden einige als schönste Bücher der Menschheitsgeschichte empfunden (singular: Kodex).
- Beutelbuch: Mittelalterliche Sonderform. Es kann wie ein Beutel getragen und am Gürtel befestigt werden.
- Taschenbuch: Kleinformatiges Buch, meist Paperback, zum Transport geeignet.
- Miniaturbuch: Sehr kleines Buch.
- Paperback: Mit weichem Einband und meist mit Klebebindung versehen, früher auch Fadenbindung.
- Broschur: Buchblock mit verschiedenen Arten des weichen Umschlags, in der Regel fadengeheftet.
- Hardcover: Fester Einband. Heute im deutschsprachigen Raum nur noch selten mit Fadenheftung.
- Loseblattsammlung: Einzelne, austauschbare Seiten in einem oder mehreren Ordnern (hier ist nicht die umgangssprachliche Verwendung von Loseblattsammlung gemeint, die kein Buch darstellt).
- E-Book (Elektronisches Buch): in verschiedenen Formaten, elektronisch gespeichert, zum Teil nur auf Bildschirm lesbar, zum Teil druckbar.
- Hörbuch: Hier werden die Texte eines schon vorhandenen Buches vom Autor oder (häufiger) einem Erzähler vorgelesen, manchmal auch von mehreren Erzählern in Rollen. Teilweise werden inzwischen auch Hörspiele unter dieser Bezeichnung vertrieben. Hörbücher werden auf Musik-CDs/Musikkassetten bzw. in Computer-Audiodateien verkauft und verbreitet.
- Faksimile: originalgetreuer Nachdruck historischer Ausgaben.
Audiodatei
siehe auch
- Schönstes Buch Österreichs
- Schönste Bücher aus aller Welt
Listen "empfehlenswerter" Bücher
- [http://www.swr.de/bestenliste/ SWR-Bestenliste]
- Fritz J. Raddatz (Hrsg.): ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher, Frankfurt/Main (Suhrkamp) 11.Aufl. 2002. ISBN 3-518-37145-2 (Eine Zusammenstellung schöngeistiger Literatur)
- ZEIT-Bibliothek der 100 Sachbücher
- Iris Radisch (Hrsg.): Mein Jahrhundertbuch - 51 Liebeserklärungen, Ein ZEIT-Buch, Frankfurt/Main (Suhrkamp) 2003. ISBN 3-518-45554-0
- Marcel Reich-Ranicki: Der Kanon
- [http://www.abebooks.de/docs/ReadingRoom/BesteBuecher/besteBuecher.shtml Die 100 besten Bücher der Welt (abebooks)]
- [http://focus.msn.de/D/DF/DFX/DFX04/dfx04.htm Die 100 besten Bücher (Focus)]
- [http://www.spiegel.de/kultur/charts/0,1518,belletristik,00.html Spiegel Bestsellerliste] wöchentliche Liste der meist-verkauften Belletristiktitel
- [http://www.spiegel.de/kultur/charts/0,1518,sachbuch,00.html Spiegel Bestsellerliste] wöchentliche Liste der meist-verkauften Sachbücher
- [http://www.zeit.de/marktplatz/zvab/index Bestsellerliste antiquarischer Bücher] (Die Zeit)
- ZDF-Lieblingsbücher 2004
Kleines Glossar zur Vorsilbe "Biblio-"
- Biblio-Club: Literaturklub an einer Bibliothek, Beispiel: Biblio-Club der Jugend an der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam
- Bibliograf: Jemand der eine Bibliografie bearbeitet oder zusammenstellt
- Bibliografie: Nachschlagewerk von Literaturhinweisen
- Bibliographisches Institut - 1826 in Gotha gegründete Verlagsbuchhandlung (inzwischen fusioniert mit Brockhaus)
- Biblioklast: Jemand, der Bücher zerstört, indem er Seiten oder Bilder zum Sammeln heraustrennt
- Bibliomanie: übersteigerte, manische Bibliophilie, beispielsweise in Form einer ungesteuerten Sammelwut des Bibliomanen
- Bibliometrie: quantitative Erforschung von Publikationen unter dem Aspekt von Häufigkeitsmerkmalen und -beziehungen; Teilgebiet der Szientometrie
- Bibliophilie: Bücherliebhaberei (Beschäftigung mit besonders schönen, alten oder besonderen Büchern)
- Bibliophobie: Abneigung gegen Bücher (Bücherfeindlichkeit)
- Bibliosophie: Lehre vom Büchersammeln (veralteter Ausdruck)
- Bibliothek: nach bestimmten Prinzipien geordnete Sammlungen von Büchern und anderen
Publikationsformen sowie ein Bibliotheksbau, in dem diese untergebracht sind (siehe auch Bibliothekstyp und Bibliothekswesen).
- Bibliothekar: Angestellter in einer Bibliothek
- Bibliotheksabgabe: Tantieme, die von Bibliotheken an die Verwertungsgesellschaften abgegeben wird.
- Bibliothekswissenschaft: Wissenschaftliche Disziplin von der Funktion und Organisation von Bibliotheken und Bibliothekswesen
- Bibliotherapie: psychotherapeutische Methode, bei der die Lektüre von Büchern zur Heilung beitragen soll; auch Buchkonservierung
Rekorde & Skurriles
- Das kleinste Buch der Welt stammt aus dem Leipziger Verlag Faber & Faber. Mit 2,4 auf 2,9 Millimeter ist es etwa so groß (oder besser gesagt: so klein) wie ein Streichholzkopf. Die 32 Seiten sind mit Buchstabenbildern im Offset bedruckt und in Handarbeit ledergebunden. Erwerben kann man es im [http://www.hnf.de/ Heinz Nixdorf Computermuseum] in Paderborn.
- Im Jahr 2004 brachte der Autohersteller Mazda einen Bildband mit dem wohl größten Format der Welt heraus: 3,07 m x 3,42 m.
Zitate
- „Auch das schlechteste Buch hat seine gute Seite: die letzte.“ (John Osborne)
- Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren ermüdet den Leib. (Salomo in Prediger 12,12 zitiert nach der Schlachter-Bibel, Ausgabe 2000)
Siehe auch
Übergeordnete:
- Liste von Verlagen
- Literatur, Portal:Literatur
Herstellung und Vertrieb:
- Buchbinderei, Buchdruck, Buchhandel, Printmedien, Verlag. Verleger
Organisationen:
- Schweizer Buchzentrum
Format:
- Buchformat
- Studienausgabe
Anwendung:
- Bibliothek, Bookcrossing, BücherWiki, Lesekompetenz
weiteres
- Annalen, Bestseller, Fibel, Lektüre, Schmöker,
- Band, Broschüre, Foliant, Wälzer, Kodex, Inkunabel, Konvolut, Palimpsest, Paperback, Papyrus, Pergament,
- Libretto
- Adressbuch, Bestimmungsbuch, Beschwerdebuch, Ehrenbuch, Gästebuch, Hauptbuch, Hausbuch, Herdbuch, Klassenbuch, Kunstbuch, Kirchenbuch, Logbuch, Meldebuch, Notenbuch, Notizbuch, Soldbuch, Stammbuch, Tagebuch, Jahrbuch, Kochbuch, Kursbuch, Lesebuch, Märchenbuch, Liederbuch, Schwarzbuch, Taschenbuch, Wörterbuch, Zauberbuch
- Geschäftsbuch, Kassenbuch, Rechnungsbuch
Weblinks
- [http://www.vl-ghw.uni-muenchen.de/buchgeschichte.html Linksammlung zur Buchgeschichte]
- [http://www.ifla.org/IV/ifla61/61-gehh.htm Geschichte des Buches in Deutschland (1450–1900)]
- [http://www.bib-bvb.de/fachbereich/buchgeschichte.html Chronologie zur Buch- und Bibliotheksgeschichte]
- [http://www.narrenschiff.ch/abkuerzungen/buchbeschreiben.php#BegriffeamBuch Begriffe am Buch]
- [http://www.artistbooks.de/suchen/suchen-archiv.htm Datenbank des "Archiv für künstlerische Bücher und mehr"]
!Buch
Kategorie:Antiquariat
Kategorie:Bibliothekswesen
Kategorie:Papierprodukt
ja:本
simple:Book
tokipona:lipu toki
PublikationUnter Veröffentlichung oder Publikation (von lat. publicus: öffentlich) versteht man entweder den Vorgang der
öffentlichen Verfügbarmachung eines Mediums (Publizierung) oder das konkrete Medium selbst. Beispiele für
Publikationen sind Bücher, Zeitschriften, Tonträger oder auch Webseiten.
Definition
Publikationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie für die Öffentlichkeit (auch teilweise für geschlossene Gruppen) publiziert werden. Die meisten Kommunikationsmittel wie beispielsweise das Telefon werden nicht als Publikation bezeichnet, da sie nur zur direkten Kommunikation eingesetzt und nicht festgehalten werden. Kunstwerke als Unikate oder in geringer Auflage werden normalerweise auch nicht als Publikation aufgefasst. Das Wesentliche einer Publikation ist in der Regel ihr Inhalt und nicht das einzelne Exemplar beziehungsweise die konkrete Kopie. Publikationen werden auf verschiedenen Trägermedien festgehalten.
Publikationen werden in der Regel von Verlagen geleistet, seltener von Einzelpersonen (eine Form die dann "Selbstverlag" genannt wird). Verlag, und Herausgeber ersieht man aus dem Impressum.
Die Sammlung und Erschließung von Publikationen ist Aufgabe von Bibliotheken und Archiven. Wo diese dies nicht leisten können gibt es oft private Sammler.
Publikationsformen
Die Anzahl der verschiedenen Publikationsformen, das heißt, die verschiedenen Arten von Publikationen (Veröffentlichungen) printmedialer Produkte und anderer Medien, ist in den letzten 500 Jahren sprunghaft angestiegen. Die Medien lassen sich hinsichtlich verschiedenster Kriterien auf unterschiedliche Art und Weise unterteilen.
Inhaltliche Formen
Siehe dazu Genres, Journalistische Darstellungsformen, wissenschaftliche Publikation
Vertriebsformen
Siehe dazu Buchhandel, Verlage...
Trägermaterialien
Zur Verbreitung einer Publikation, muss sich diese auf einem Informationsträger befinden oder über einen Übertragungskanal (Medium) verbreitet werden.
Als Träger von Information eignet sich prinzipiell jedes
transportable Material, unter anderem Tontafeln, Papyrus, Pergament und Papier für Handschriften und Printmedien
und verschiedene Datenträger für digitale Informationen.
Eine übliche Form von Handschriften waren Schriftrollen, die
mit Erfindung des Buchdrucks durch Printmedien abgelöst
wurden.
Zur nicht-physischen Übertragung von Signalen (Rundfunk) werden
in der Regel Elektromagnetische Wellen eingesetzt - eine einfachere aber auch begrenztere Möglichkeit stellen akustische, (Sprache) und Optische Signale (beispielsweise Rauchsignale) dar.
Die Archivierung und Vermittlung von publizierten Informationen
übernehmen seit der Antike Bibliotheken.
Printmedien
Printmedien sind papiergebundene Druckmedien (im Unterschied zu Handschriften. Publikationen auf anderen Trägermedien, beispielsweise elektronischen Datenträgern), bei denen die Informationen auf unterschiedlichste Art und Weise (mechanisch, elektromagnetisch, fotochemisch) auf einem Trägermedium festgehalten werden, werden als Nonprint-Medien davon abgegrenzt.
- Buch, Zeitung, Zeitschrift
- Karten (Landkarten, Stadtpläne, Messtischblätter)
- Flugblatt, Plakat (nicht immer als Publikation)
- Verbesserte Möglichkeiten zur Reproduktion von Bildern
Eine besondere Form von Printmedien sind Blindendrucke
(Publikationen in Blindenschrift).
Audiovisuelle Medien
Unter Audiovisuelle Medien fasst man Bild- und Tonmedien
auf analogen und zunehmend digitalen Speichermedien zusammen.
Tonträger
- Musiktonträger (Compact Disc, Vinyl-Schallplatte, Musikkasette, MiniDisk...) (siehe auch Musik)
- Hörbücher,
- Digitale Audiobänder (DAT und DCC) konnten sich nicht durchsetzen und fanden fast nur im professionellen Bereich Verwendung.
Filmmedien
- Kinofilm
- 16mm-Film (in Bildstellen, zu Lehrzwecken)
- VHS, DVD
andere Formen (S-VHS, Laserdisc, VCD, SVCD) spielen als Medium für den kommerziellen Vertrieb von Filmen praktisch nur in Asien eine Rolle und werden nach und nach von der DVD verdrängt.
- CD-I
Elektronische Publikationen
Elektronische Publikationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie in digitaler Form vorliegen und zur ihrer Benutzung ein Computer benötigt wird. Man unterscheidet
- Offline-Publikationen auf unterschiedlichen Speichermedien (Diskette, CD-ROM, DVD)
- Online-Publikationen, die über das Internet oder über ein Intranet verbreitet werden (beispielsweise Webseiten).
Elektronische Publikationen sind vor allem für Nachschlagewerke, Lernprogramme, elektronische Zeitschriften sowie Computerspiele und Software geeignet. Die von einigen prophezeite Ablösung der Printmedien durch e-Books ist bislang nicht eingetreten.
Elektronische Publikationen unterscheiden sich von anderen Publikationsformen unter anderem durch eine sowohl
funktional (Interaktivität) als auch temporal (Updates) höhere Dynamik aus, was ihre Archivierung schwierig macht.
Siehe auch: Single Source Publishing
Mikroformen
Mikroform ist der Oberbegriff für auf Filmmaterial verkleinerte analoge Abbildungen von gedruckten Vorlagen. Die wichtigsten Mikroformen sind Mikrofiche (Mikroplanfilm) und Mikrofilm (Mikrorollfilm). Am verbreitetsten sind DIN-A6 Mikrofiche und 35mm Mikrofilme. Mikroformen werden vor allem zur Archivierung benutzt.
Medien-Kombinationen
Kombination Buch/CD-Rom, Buch/Audiokassette...
Rundfunk
Keine Publikation, sondern ein Übertragungsmedium. Konvergenz mit Internet (Pay-TV, Digitale Videorecorder, Internet-Radio/TV, Digitales Fernsehen, MHP...)
- Hörfunk und Fernsehen
Siehe auch
- Portal Information und Kommunikation
- Wikiprojekt BID
- Cross Media Publishing
Weitere Artikel zu Medien und Publikationsformen:
- Speichermedium
- Massenmedien sind meist einseitige Kommunikationsmittel zum erreichen von vielen Empfängern
- Lernmedien
- Multimedia
- Kommunikationsmittel, Information
- Mediennutzung, Medienwissenschaft
- Wissenschaftliche Publikation
Kategorie:Medien
Kategorie:Journalismus
Kategorie:Wissenschaftspraxis
DatenbankEine Datenbank ist die elektronische Form eines Karteikastens bzw. eines Systems zusammengehöriger Karteikästen. Es handelt sich um eine Sammlung von Daten, die aus der Sicht des Benutzers zusammengehören, z. B. eine Personaldatenbank oder eine Lagerinventardatenbank.
Die Datenbank wird üblicherweise von einem Datenbankverwaltungssystem (engl. database management system, DBMS) verwaltet. Ein DBMS zusammen mit einer oder mehreren Datenbanken nennt man Datenbanksystem (DBS). Es gibt hierarchische, relationale (RDBMS), multidimensionale und objektorientierte Datenbanken.
In der Praxis wird der Begriff "Datenbank" mehrdeutig verwendet. Er kann sowohl die gesamte Anwendung (DBMS, zugehörige Programme und Dateninhalte) im Sinne einer "Daten-Bank" bezeichnen (engl. databank), als auch den reinen Datenspeicher als technische Daten-Basis (engl. database). Ferner verwenden die einzelnen DBMS-Hersteller geringfügig voneinander abweichende Begrifflichkeiten dafür, was man genau unter einer Datenbank versteht: entweder alle Daten, die von einer DBMS-Installation bzw. -Instanz verwaltet werden, oder nur die jeweils inhaltlich zusammengehörigen Daten.
Das grundlegende Element einer Datenbank ist der Datensatz. Jeder Datensatz besteht wiederum aus einer festen Anzahl von Datenelementen, den Attributen. Vergleicht man eine Datenbank mit einem Karteikasten-System, so entspricht ein Datensatz einer Karteikarte. Die Attribute sind dann Einträge innerhalb der Karte.
Datensätze werden in den meisten Datenbanken in einer Tabelle gespeichert. Mehrere Tabellen können wiederum in einer inhaltlichen Beziehung zueinander stehen. So kann eine Tabelle, die Kundendaten speichert, in Zusammenhang mit einer Tabelle von gekauften Produkten stehen. Eine Firma kann so ermitteln, welcher Kunde welche Produkte gekauft hat.
Verwendung von Datenbanken
Datenbanken sind heute ein zentraler Bestandteil fast jedes Softwaresystems. Sie verwalten Lagerbestände eines Unternehmens, Patienteninformationen in Krankenhäusern, Telefondaten in der Auskunft, Finanztransaktionen in der Bank. Damit stellen sie einen kritischen Teil jedes Unternehmens und jeder Behörde dar. Von der Verfügbarkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten hängt die Aktionsfähigkeit eines Unternehmens ab. Die vollständige Automatisierung von Lagerbeständen macht eine manuelle Verwaltung heute unmöglich. Der Verlust einer Lagerdatenbank kann somit das Unternehmen in sehr kurzer Zeit finanziell ruinieren, da georderte Produkte nicht ausgeliefert werden können oder gar die Aufträge selbst verloren sind. Die Datensicherheit ist daher ein wichtiger und gesetzlich vorgeschriebener Bestandteil der IT eines Unternehmens oder einer Behörde.
Datenbankmanagementsysteme übernehmen somit eine wichtige Funktion eines Softwaresystems. Sie garantieren den schnellen und dauerhaften Zugriff auf die Daten sowie den Schutz gegen unerlaubten Zugriff und Systemfehler. Aus diesem Grunde sind Datenbankmanagementsysteme selbst hochkomplexe Softwaresysteme.
Beispiel von Datenbanktabellen
Die folgenden beiden Tabellen könnten so bei einem Händler verwendet werden:
Beide Tabellen stehen in einer Beziehung zu einander. Jeder Titel gehört zu einer in CD gespeicherten CD. Die Zuordnung geschieht dabei über das Attribut CD_ID.
Geschichte
Die erste Generation von Datenbanken bestand aus Lochkarten. Ein Nachteil war, dass die Lochkarten hintereinander (sequentiell) gelesen werden mussten, was zur Folge hatte, dass alle Informationen, die vor der gesuchten standen, ausgelesen und verarbeitet werden mussten. Eine ähnliche Verarbeitungsform hatten Magnetbänder, auf denen nur sequentielle Daten gespeichert werden konnten.
Die zweite Generation der Datenbanken wurde ca. 1960 entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt begann man, die Daten auf Festplatten zu halten. Deren Eigenschaft des wahlfreien Zugriffs führte zu einem erheblichen Performance-Vorteil. Weiterhin erlaubte der Mehrbenutzerbetrieb vielen Benutzern den gleichzeitigen Zugriff auf die Datenbank.
Zwischen 1965 und 1975 wurde die dritte Generation der Datenbanken entwickelt. In dieser Zeit entstanden das Hierarchische Datenbankmodell und die Netzwerkdatenbank.
Im Gegensatz zu hierarchischen Datenbanken können in Netzwerkdatenbanken die Datensätze auf mehreren Wegen verknüpft sein und nicht nur entlang einfacher Eltern-Kind-Beziehungen. Eine heute noch häufig eingesetzte Netzwerkdatenbank ist IDMS der Firma Computer Associates.
Einen wesentlichen Fortschritt erzielte in den 1960er und 1970er Jahren Edgar F. Codd mit seiner Forschungsarbeit am IBM Almaden Research Center in San Jose. Codd entwickelte die Grundlagen der ersten experimentellen relationalen Datenbank System R. Die Firma Oracle entwickelte das erste kommerzielle Datenbankmanagementsystem.
Relationale Datenbanken sind heute am weitesten verbreitet. In ihnen werden Daten (Texte, Zahlen und Binärdaten) in Tabellen abgespeichert. Die Bezeichnung relational entstammt dem zugrunde liegenden mathematischen Modell, auf dem diese Datenbanken beruhen, der relationalen Algebra.
Eine neuere Entwicklung sind objektorientierte Datenbanken (OODBMS). Bei relationalen Datenbanken geht es zuerst um die Struktur, in der die jeweiligen Daten gespeichert werden sollen. Objektorientierte Datenbanken dagegen folgen der objektorientierten Programmiermethode, d. h. es kommen erst die Daten, an denen sich die Datenbankstruktur dann orientiert. Eine hervorgehobene Eigenschaft von OODBMS ist die Möglichkeit, die Objekte der OO-Programmierungswelt mit wenig Programmieraufwand persistent zu machen, also zwischen Programmläufen abzuspeichern. Ein Beispiel für ein objektorientiertes Datenbankverwaltungssystem ist Caché von Intersystems.
Datenbankmodelle
Es gibt verschiedene Typen von Datenbanken. Im einfachsten Falle kann eine einfache Liste von Datensätzen eine Datenbank sein. Solche Daten werden als zeichenseparierte Datendatei (engl.: comma-separated value file oder kurz CSV file) bezeichnet. Dabei wird jeder Datensatz in einer Zeile gespeichert. Jede Zeile enthält die Attribute, die meist durch Kommata, oft aber auch (dem Namen widersprechend) Tabulatoren getrennt werden.
Diese Vorgehensweise hat jedoch eine Reihe von schwerwiegenden Nachteilen. So ist zum Beispiel nicht vorhersehbar, was beim gleichzeitigen Zugriff mehrerer Benutzer auf diese Datei geschieht. Ausserdem gestaltet sich die Suche in den Daten als sehr aufwändig und muss immer wieder aufs neue erfunden werden. Wird die Datei sehr gross, so wirkt sich vor allem die mangelnde Fähigkeit zur Erstellung eines Indexes negativ auf die Ausführungsgeschwindigkeit aus. Die Datei wird stets mit einer linearen Suche komplett gelesen.
Zu diesem Zwecke wurden Datenbank-Management-Systeme (DBMS) entwickelt, deren Aufgabe die Lösung aller Probleme der Datenverwaltung ist. Hierzu wurden verschiedene Konzepte entwickelt. Die wichtigsten sind:
- Relationalen Datenbankmodell (RDBMS)
- Objektorientiertes Datenbankmodell
- XML-Datenbankmodell
Weiterhin gibt es einige weniger gebräuchliche Sonderfälle:
- Deduktive Datenbanken
- Multidimensionale Datenbanken
- Indexsequentielle Datenbanken (ISAM)
- Hierarchisches Datenbankmodell
- Netzwerkdatenbankmodell
- Verteiltes Datenbankmanagementsystem
- Postrelationales Datenbankmodell (Caché)
- Dokumentorientiertes Datenbankmodell (Lotus Notes)
Siehe auch
- Datenbanksysteme, alphabetische Liste
- Datenbankanwendung
- Informationssystem
- Datenbankmodell/Datenmodell bzw. ER-Modell
- Normalisierung (Datenbank)
- Tuning (Datenbank)
Literatur
- Ramez Elmasri, Shamkant B. Navathe: Grundlagen von Datenbanksystemen, Pearson Studium, ISBN 3-8273-7021-3
- Tobias Eggendorfer: Datenbanksysteme für Wirtschaftsinformatiker - Eine Einführung, Books on Demand, ISBN 3-8334-2493-1
- Helmut Eirund, Ullrich Kohl: Datenbanken, leicht gemacht. Ein Arbeitsbuch für Nicht-Informatiker, Teubner Verlag, ISBN 3-519-02644-9
- Alfons Kemper, André Eickler: Datenbanksysteme, Oldenbourg Verlag, ISBN 3-486-25706-4
- Gottfried Vossen: Datenmodelle, Datenbanksprachen und Datenbankmanagementsysteme, Oldenbourg Verlag, ISBN 3-486-25339-5
- Andreas Heuer, Gunter Saake: Datenbanken: Konzepte und Sprachen, MITP Verlag, ISBN 3-8266-0619-1
- Andreas Heuer, Gunter Saake, Kai-Uwe Sattler: Datenbanken: Implementierungstechniken, MITP Verlag, ISBN 3-8266-1438-0
- Carl A. Zehnder: Informationssysteme und Datenbanken, VDF Hochschulverlag, ISBN 3-7281-3002-8
- Markus Schneider: Implementierungskonzepte für Datenbanksysteme, Springer, ISBN 3-540-41962-4
- Josef L. Staud: Datenmodellierung und Datenbankentwurf - Ein Vergleich aktueller Methoden, Springer, ISBN 3-540-20577-2
- Matthias Schubert: Datenbanken - Theorie, Entwurf und Programmierung relationaler Datenbanken, Teubner, ISBN 3-519-00505-0
- DBLP: Bibliographisches Verzeichnis mit dem Schwerpunkt Datenbanksysteme und Logik Programmierung.
- Rolland, F. D.: Datenbanksysteme im Klartext, Pearson Studium, ISBN 3-8273-7066-3
Weblinks
- [http://www.kreissl.info/diggs/db_inhalt.php Einführung in Datenbankmanagementsysteme - Online Tutorial]
- [http://itse-guide.de/artikel/1 Grundlagen Datenbanken]
- [http://www.madeasy.de/2/datbank.htm Datenbanken - Das Wichtigste]
- [http://www.meddb.info/ Medizinische und Molekularbiologische Datenbanken]
- [http://dbwiki.de/ Datenbank-Entwickler Wiki]
- [http://opendb.de/ Portal zu Open Source Datenbanken]
ja:データベース
ko:데이터베이스
th:ฐานข้อมูล
Erschließung (Dokumentation)
Unter Dokumentation versteht man die Nutzbarmachung von Informationen zur weiteren Verwendung. Ziel der Dokumentation ist es, die dokumentierten Objekte gezielt auffindbar zu machen. Bei den Objekten handelt es sich in der Regel um Dokumente mit einem Informationsgehalt, der mit Hilfe der Dokumentation systematisch verwertet werden soll. Dokumente können in diesem Sinne Fachbücher, Zeitschriftenartikel oder sonstige Druckschriften sein, aber auch Bilder, Filme und ähnliches.
Die Erschließung von Informationen ist eine der wesentlichen Aufgaben von Bibliotheken und anderen Dokumentationseinrichtungen.
Die Beschreibung und Verzeichnung bibliographischer und archivalischer Ressourcen geschieht u.a. durch Katalogisierung, d.h. die Aufnahme von Dokumentationseinheiten in einen Katalog. Dies geschieht in der Regel unter Berücksichtigung von Regelwerken (z.B. RAK oder AACR) und mit Hilfe von Dokumentationssprachen und anderen kontrollierten Vokabularien. Daneben kommen immer häufiger automatische Verfahren des Information-Retrieval zum Einsatz.
Die durch Dokumentation ermittelten Angaben über ein Objekt bezeichnet man als Metadaten.
Sach- und Formalerschließung
In der Bibliotheks- und Dokumentationswissenschaft wird häufig zwischen Formalerschließung und Sacherschließung unterschieden.
Während sich die Formalerschließung auf die (objektiven) formalen Kriterien eines Objektes beschränkt, geht die Sacherschließung auf dessen Inhalt ein.
Zur Zeit der Zettelkataloge wurde zwischen Alphabetischer Katalogisierung und Systematischer Katalogisierung unterschieden. Diese Unterscheidung ist mit Einführung von Datenbanken nicht mehr notwendig.
Qualitätsmerkmale
Einige Qualitätsmerkmale von Dokumentation sind:
Vollständigkeit, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit, Strukturiertheit, Korrektheit, Editierbarkeit, Nachvollziehbarkeit (z.B. Änderungshistorie)
Probleme
Ein grundsätzliches Problem der Dokumentation ist, dass sie sehr kostspielig werden kann und sich erst nach einer Vorlaufzeit wirtschaftlich auszahlt. Aus diesem Grund werden Dokumentationsabteilungen in Unternehmen gerne eingespart.
Siehe auch
- Dokumentationswissenschaft
- Bibliothekskatalog, Dokumentar, Schlagwortkatalog,
- Technische Dokumentation,
- Dokumentenmanagement, Dokumentenanalyse
- Paul Otlet
- Museumsdokumentation
Literatur
- Klaus Haller: Katalogkunde, München, 1998 ISBN 3-598-11364-1
- Elaine Svenonius: The Intellectual Foundation of Information Organization, Cambridge, Mass., 2000 ISBN 0-262-19433-3
- Samulowitz und Ockenfeld: Bibliothek und Dokumentation - eine unendliche Geschichte. In: Information - Wissenschaft & Praxis 54 (2003) S. 453-462 [http://eprints.rclis.org/archive/00001914/]
Weblinks
- Bernhard Eversberg: [http://www.allegro-c.de/regeln/skeptik.htm Katalogisieren? Besonders schwer kann das doch nicht sein!] (Begründung)
- Ders.: [http://www.allegro-c.de/regeln/rak-einf.htm Wie katalogisiert man ein Buch?] (Einführung)
!Dokumentation
Zeitschrift
Zeitschriften sind Printmedien oder Elektronische Publikationen (Elektronische Zeitschrift), die in (regelmäßigen oder unregelmäßigen) Abständen in gleicher Form erscheinen. Oft wird auch der Begriff "Magazin" verwendet.
Im Gegensatz zu Zeitungen sind sie weniger auf Nachrichten, sondern mehr auf Hintergrundberichterstattung zu aktuellen Themen ausgelegt. Meist konzentriert sich eine Zeitschrift auf einen bestimmten Themenbereich. Auflagenstärkste Zeitschrift in Deutschland ist die ADAC Motorwelt, die Mitgliederzeitschrift des ADAC.
Definition
An einer allgemeinen Definition des Begriffs "Zeitschrift" ist die Kommunikationswissenschaft/Medienwissenschaft bisher trotz vielfältiger Versuche gescheitert. Im Gegensatz zu der Tageszeitung, die sich durch die Merkmale Periodizität, Publizität, Disponibilität, Aktualität und Universalität auszeichnet, gelten für die Zeitschrift zwar die ersten drei Merkmale, von den beiden letzteren aber meist nur höchstens eines. Da eine präzise Definition damit aber nicht möglich ist, greift man meistens darauf zurück, die Zeitschrift als periodische Presse, die aber keine Tageszeitung ist, zu bezeichnen. Nach Karl Salzmann (1954) gelten als Zeitschriften alle periodisch erscheinenden Druckschriften eines meist fachlich oder in der Darbietungsform begrenzten Inhalts, der nicht durch Nachrichten über das Tagesgeschehen bestimmt wird, sondern - bei aller Verfasservielfalt - das Wirken einer selbstgestellten Aufgabe erkennen lässt.
Einer der wichtigsten Zeitschriftentheoretiker war Walter Hagemann.
Gattungssystematik
Von der Wissenschaft wurde schon oft versucht, eine Zeitschriftensystematik, die einen Überblick über das breite Spektrum der Zeitschriftengattungen leisten soll, aufzustellen - von den vielen unterschiedlichen Ansätzen konnte sich bisher keiner durchsetzen. Meist werden die
- Publikumszeitschriften (die auflagen- und umsatzstärkste Gattung) von den
- Fachzeitschriften (die titelreichste Gattung) abgegrenzt. Dazu zählen u.a.
- Wissenschaftszeitschriften
- Literaturzeitschrift: Liste
Bezüglich der weiteren Einteilung differieren die Meinungen.
Oft genannte weitere Gattungen sind die
- Mitgliederzeitschriften,
- Kundenzeitschriften,
- Alternativzeitschriften und die
- konfessionellen Zeitschriften, auch
- Amtsblätter- und
- Anzeigenblätter sowie
- Offertenblätter werden oft dazugezählt.
Zur größten Gattung der Publikumszeitschriften gehören wiederum z. B.:
- Illustrierte
- Nachrichtenmagazine
- Wirtschaftsmagazine
- Fernsehzeitschriften
- Klassische Frauenzeitschriften (Mode, Wellness, Hochglanzmagazine etc.)
- Unterhaltende Frauenzeitschriften ('Yellow Press')
- Klassische Männermagazine
- Kinderzeitschriften (wie Bummi)
- Jugendzeitschriften (Bravo, Popcorn etc.)
- Rätselzeitschriften
- populärwissenschaftliche Zeitschriften
- Schwulenmagazine
- Satiremagazine
- Kulturzeitschriften
- Theater heute
- Stadtmagazine
Geschichte und Herkunft
Genauso variationsreich wie das heutige Zeitschriftenspektrum waren auch die Anfänge der Zeitschrift. Sie entwickelte sich aus den unterschiedlichsten Vorläufern: den Flug- und Streitschriften, Relationen und Messrelationen, Avisen und Chroniken. Die ersten bekannten Zeitschriften sind das erstmals im Januar 1665 in Paris erschienene „Journal des Sçavans“ und das die Londoner „Philosophical Transactions of the Royal Society“ aus dem selben Jahr. Der 1674 erstmals verlegte "Götter-Both Mercurius" gilt als erste deutsche Zeitschrift.
Wissenschaftliche Zeitschriften spielen eine fundamentale Rolle für den Fachdiskurs in den Wissenschaften.
Siehe auch
- Verlag, Verleger, Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V., Pressegeschichte, Filmzeitschrift
- Listen: deutschsprachige Zeitschriften, Verlage in Deutschland, Österreich und Schweiz, Abkürzungen von Zeitschriftentiteln, Chronologie deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften, Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften, Chronologie englischsprachiger Medien
Weblinks
- http://www.kaktusmagazin.ch | Kunstzeitschrift
- http://www1.ub.uni-siegen.de/buecher/zs00.htm Zeitschriften im Internet
Kategorie:Medien
!
Kategorie:Journalismus
ja:雑誌
ko:잡지
th:นิตยสาร
Tonträger
Ein Tonträger ist ein technisches Medium zur Speicherung von Musik bzw. Sprache. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher "Tonträger", welche sich hauptsächlich in Punkto Speicherkapazität, Tonqualität und Abmessungen unterscheiden. Der wichtigste Tonträger der Gegenwart (2004) ist (derzeit noch) die CD bzw. Audio-CD; mit weiterem Vordringen der DVDs ist zu rechnen. Mit der Markteinführung von CD-Brennern löste die CD in den wohlhabenden industrialisierten Ländern zuvor die Musik-Kassette als aufnahmefähiges Medium ab.
Liste verschiedener Tonträger mit dem Datum ihrer Markteinführung:
- Stiftwalze aus Holz oder Metall (18. Jahrhundert)
- gelochte Papierbänder als Notenrolle für das Orchestrion und andere mechanische Musikinstrumente (ca. 1883)
- Wachszylinder (1886)
- Notenrolle für selbstspielende Klaviere in Form von gelochten Papierstreifen für das Pianola (ca. 1895)
- Schallplatte aus Schellack (10 Inch = 17,5 cm) mit 78 UPM (1898)
- doppelseitig bespielbare Schallplatte (1904)
- Notenrolle für selbstspielende Klaviere genormt nach der Buffalo Convention von 1909
- Tonfilm (Lichtton) 1922
- Tonscheibe (Lichttonorgel) 1925
- Tonband (Magnettonband) (1928)
- Tonfilm mit Magnetton 1949
- Singleschallplatte mit Mikrorille (7 Inch = 12cm, Vinyl mit 45 UPM) (1947)
- Langspielplatte mit Mikrorille (LP; 12 Inch = 30cm, Vinyl mit 33 UPM) (1948)
- Stereo-Tonband (1953) (erster Stereo-Tonträger für Endverbraucher)
- Stereo-Langspielplatte (1957)
- Vierspur Endloskassette (1960)
- Kassette (Compact Cassette) (1963)
- Achtspur Endloskassette (1966)
- 12 Inch = 30 cm Vinyl-Single mit 45 UPM (1976)
- Bildplatte (1978)
- CD (Compact Disc) (1982)
- 10 Inch = 17,5 cm-Schallplatte (Maxi Single) (198?)
- DAT (Digital Audio Tape) (1990)
- DCC (Digital Compact Cassette) (1992)
- Mini-Disc (1992)
- CD-R (199?)
- DVD (ca. 1997)
- Flash-Memory (1995, Smart Media Card) (in MP3-Abspielern, z.B. CompactFlash, SD-Card, Memory Stick, etc...; siehe Flash-Memory)
- SACD (Super Audio CD) (200?)
- DVD-Audio (200?)
Siehe auch: Speichermedium
Weblinks
- [http://www.pha.oeaw.ac.at/ Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften]
- [http://www.fonoteca.ch/ Schweizerische Landesphonothek Lugano ]
- [http://publicus.culture.hu-berlin.de/lautarchiv/index.htm Berliner Lautarchiv]
- [http://www.ddb.de/wir/ueber_ddb/dma.htm Deutsches Musikarchiv]
- [http://www.dra.de/ Deutsches Rundfunkarchiv]
MikroformMikroform ist der Oberbegriff für auf Filmmaterial verkleinerte analoge Abbildungen von gedruckten Vorlagen. Die wichtigsten Mikroformen sind Mikroplanfilm (Microfiche) und Mikrofilm auf Spulen oder in Kassetten (Rollfilm). Am verbreitetsten ist Mikroplanfilm, Format 105 mm × 148 mm (DIN A 6), 16-mm- und 35-mm-Mikrofilme auf Spulen. Eine Sonderform stellt die Filmkarte dar, eine Lochkarte, in der auf der linken oder rechten Seite ein Fenster ausgestanzt ist, in das ein 35-mm-Mikrofilmbild eingeklebt ist.
Filmmaterial
Mikroformen werden vor allem zur Archivierung benutzt. Ein Grund für die Verfilmung ist die verhältnismäßig lange Haltbarkeit des Mediums. Viele vom Verfall bedrohte Publikationen werden deshalb verfilmt; parallel kann auch eine Digitalisierung vorgenommen werden. Mikrofilme werden mit Mikrofilm-Lesegeräten gelesen und mittels Lese-/Rückvergrößerungsgeräten können neben dem Lesen auch Reproduktionen hergestellt werden.
Mit dem European Register of Microform Masters (EROMM) existiert eine internationale Datenbank, die als Nachweisinstrument für Werke dient, die bereits verfilmt wurden beziehungsweise deren Verfilmung bevorsteht.
Technik
Digitalisierung
Die Eigenschaften von Mikroformen sind in verschiedenen DIN-, EN- und ISO-Normen definiert.
Die Mikrofilmbasis besteht normalerweise aus Polyester (Polyethylenterephtalat), früher wurde auch Acetat verwendet. Die lichtempfindliche Beschichtung besteht aus einer Silberhalogenid-Emulsion (Silberfilm) oder einer Verbindung aus Diazoniumsalzen (Diazofilm). In der Regel werden von dem qualitativ höherwertigen Silberfilm (Master-Film) Abzüge auf Diazofilm gemacht. Standardisierte Verkleinerungsfaktoren für 16-mm-Mikrofilm sind 1:20, 1:24, 1:32, 1:40, 1:42, 1:48 und 1:96; für 35 mm Mikrofilm 1:7,5, 1:10,5, 1:14,8, 1:21, 1:29,7.
Obwohl der Monochromfilm die verbreitetste Form ist, gibt es auch
Farbmikrofilm, der weltweit nur noch von Ilford (Schweiz)
als "ILFOCHROME MICROGRAPHIC" hergestellt wird und sich von herkömmlichen Farbfilmen stark unterscheidet.
Die Haltbarkeit von Mikrofilm soll bei entsprechender Lagerung (21 °C, 50 % relative Luftfeuchte) bis zu 500 Jahre betragen.
Zitat der Firma [http://www.mikrofilm.at/ MSS]: "Digital for now. Analog for ever." (sinngemäß: "Digital für den Moment, Analog für die Ewigkeit.") Es gibt aber noch eine bessere Definition: "Digital speichern, analog archivieren!"
Siehe auch
- Publikationsformen
- Langzeitarchivierung
- Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse
Literatur
- Dag-Ernst Petersen: [http://palimpsest.stanford.edu/iada/ta99_181.pdf Die Mikroform: Chance und Gefahr für das Buch, PDF online] 1999
Weblinks
- [http://www.eromm.org/e-info-g.htm Europäisches Register für Master-Mikroformen und für digitale Reproduktionen (EROMM)]
- [http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestandserhaltung/ Forum-Bestandserhaltung]
- Farbmikrofilm
- [http://www.contentmanagement.de/AT/Mikrofilm/mikrofilm.html contentmanagement.de]
- [http://www.stub.unibe.ch/stub/ryhiner/filmtxdt.html Uni Bern]
Kategorie:Medien
Kategorie:Bibliothekswesen
Kategorie:Archiv
Kategorie:Zeitung
BibliotheksbestandDer Bestand einer Bibliothek umfasst die Gesamtheit der in einer Bibliothek gesammelten Publikationen.
Erschließung und Nutzung
Der Bibliotheksbestand ist in der Regel in einem Bibliothekskatalog verzeichnet und dadurch erschlossen. Man unterscheidet
die Formalerschließung und Sacherschließung. Anhand der so gewonnenen Metadaten, lässt sich ermitteln, ob eine Bibliothek ein gesuchtes Werk besitzt und wo es sich befindet. Je nachdem, ob es sich
um eine Ausleihbibliothek oder eine Präsenzbibliothek handelt, kann
das Werk auch entliehen oder nur im Lesesaal genutzt werden.
Medien in Bibliotheken
Der Bestand einer Bibliothek setzt sich aus verschiedenen Publikationsformen zusammen, wobei die Printmedien,
vor allem Bücher in der Regel den größten Anteil
ausmachen.
Einige Spezialbibliotheken sammeln gezielt bestimmte
Medienarten (z.B. Filmbibliotheken und Hörbüchereien).
Ein einer virtuelle Bibliothek werden oft keine
eigenen Medien gesammelt, sondern lediglich Verweise auf
Online-Publikationen. Gelegentlich werden die Medien
dennoch zur Langzeitarchivierung oder mittels Caching
vorgehalten.
Aufbewahrung
siehe: Regalmeter, Bibliotheksmagazin, Freihandaufstellung
Erwerbung
siehe: Akzession
Kategorie:Bibliothekswesen
Öffentliche BibliothekÖffentliche Bibliotheken werden im deutschen
Bibliothekswesen gemeinhin als öffentlich zugängliche
Bibliotheken mit einem Angebot an
Beständen und Dienstleistungen für die allgemeine Bevölkerung verstanden und damit von den
wissenschaftlichen Bibliotheken
unterschieden. Öffentliche Bibliotheken dienen der allgemeinen
Bildung und Informationsversorgung nach Artikel 5 (1) GG
und als kulturelle Einrichtung für die Freizeitgestaltung
aller Bürger.
Die Öffentliche Bibliothekslandschaft Deutschland ist äußerst
heterogen. Es gibt Öffentliche Bibliotheken verschiedener
Größenordnung. In der Regel werden sie von Kreisen,
Städten oder Gemeinden unterhalten. Einrichtung und
Unterhalt einer Bibliothek sind ihnen jedoch freigestellt, so
dass eine einheitliche Literaturversorgung nicht gewährleistet ist. Es gibt in Deutschland kein Bibliotheksgesetz, weder auf Bundes- noch auf Länderebene. Im Unterschied dazu ist die Einrichtung von Archiven durch Archivgesetze geregelt.
In größeren Städten gibt es in der Regel gestufte Systeme
mit Zentral- und Stadtteilbibliotheken und
im außerstädtischen Bereich Kreis- und
Fahrbibliotheken sowie kleinere Einrichtungen.
Die Arbeit der Öffentlichen Bibliotheken wird in den
einzelnen Ländern durch einzelne Kooperationen und
durch staatliche Fachstellen für öffentliche Bibliotheken unterstützt
(siehe Bibliothekarische Vereinigungen).
Neben den Bibliotheken in öffentlicher Trägerschaft gibt es
auch einige private Bibliotheken, die öffentlich sind.
So unterhalten die Kirchen vor allem im ländlichen Bereich
eine Vielzahl von Bibliotheken, die zum Teil von Ländern und
Kommunen gefördert und in vielen Fällen durch ehrenamtliche
Arbeit am Leben erhalten werden. Auch Bibliotheken, die nur
einer begrenzten Öffentlichkeit zugänglich sind
(Werksbibliotheken, Patientenbibliotheken,
Gefangenenbibliotheken), aber nicht speziell der Forschung
dienen, werden unter "Öffentlichen Bibliotheken"
zusammengefasst.
Das Bild der Öffentlichen Bibliotheken hat sich unter dem Einfluss gesellschaftlicher und medialer Entwicklungen stark gewandelt; sie sind als niedrigschwellige Bildungseinrichtung für alle sozialen Schichten, für alle Altersstufen die meistbesuchte Einrichtung einer Kommune. Sie leisten Integrationsarbeit für Immigranten, arbeiten anderen Einrichtungen und Verstärkern zu, immer mehr auch den Haupt-und weiterführenden Schulen. Sie arbeiten, auch mit medienpädagogischen Angeboten, mit Medien auf dem neuesten Stand - Internet, CD, CD-ROM, DVD, Video usw. Sie bieten Wirtschaftsinformation für kleinere und mittlere Unternehmen und verstehen sich als Dienstleister für die Komunalpolitik.
Die Tätigkeitsmerkmale für Berufe im Bibliothekswesen wurden größtenteils noch in den fünfziger Jahren im BAT formuliert und entsprechen in keiner Weise dem aktuellen Berufsbild.
Da in Deutschland kein Bibliotheksgesetz formuliert wurde, sondern die Öffentlichen Bibliotheken zu den "freiwilligen" Leistungen zählen, sind sie besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten zur Disposition gestellt. Ihre tatsächlichen Bildungsleistungen und ihre permanente Basis-Kulturarbeit werden von der Politik häufig ignoriert.
Arten von Öffentlichen Bibliotheken
Kirche
- Stadtbüchereien
- Kirchliche Bibliotheken (Gemeindebibliotheken)
- Schulbibliotheken und Schulmediotheken
- Musikbibliotheken
- Jugendbibliotheken
- Patienten- oder Krankenhausbibliotheken
- Gefangenen- oder Gefängnisbibliotheken
- Werkbibliotheken
- Blindenbibliotheken
- Truppenbüchereien
Weblinks
- [http://www.public-libraries.net/ Public Libraries International Network]
- http://www.ifla.org/VII/s8/unesco/germ.htm
- [http://buecherei.netbib.de/coma/StartSeite Wiki für öffentliche Bibliotheken]
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/mlist/forumoeb/forumoeb.html Mailingliste Forum ÖB]
Siehe auch: Bibliothekstyp
Kategorie:Bibliothekstyp
ja:公共図書館
Wissenschaftliche BibliothekAls Wissenschaftliche Bibliotheken bezeichnet man gemeinhin jene Gruppe der Bibliotheken, die ihren Bestand vor allem auf das wissenschaftliche Studium und die Forschung ausrichten.
Neben der Bereitstellung von Publikationen, speziell wissenschaftlichen Publikationen, für den unmittelbaren Gebrauch können wissenschaftliche Bibliotheken selbst Forschung betreiben und Archivierungsaufgaben wahrnehmen. Bis auf die großen Universalbibliotheken spezialisieren sich die meisten wissenschaftlichen Bibliotheken auf ein oder einige wissenschaftliche Fachgebiete, beispielsweise als Fachbibliothek.
Im deutschen Bibliothekswesen werden Wissenschaftliche Bibliotheken von öffentlichen Bibliotheken unterschieden. Diese Unterscheidung wird jedoch nicht von allen als unproblematisch angesehen, da die meisten wissenschaftliche Bibliotheken auch öffentlich zugänglich sind und der allgemeinen Informationsversorgung dienen und gleichzeitig öffentliche Bibliotheken auch wissenschaftliche Informationen bereitstellen.
Arten Wissenschaftlicher Bibliotheken
Folgende Bibliothekstypen können der Gruppe der Wissenschaftlichen Bibliotheken zugeordnet werden:
- Nationalbibliotheken und Staatsbibliotheken
- Landesbibliotheken und Regionalbibliotheken
- Universitätsbibliotheken und Hochschulbibliotheken
- Zentrale Fachbibliotheken
- Forschungsbibliotheken
- Parlaments-, Behörden- und Gerichtsbibliotheken
- Fach- oder Spezialbibliotheken
Kategorie:Bibliothekstyp
Literatur
Literatur war bis in das 18. Jahrhundert das Fachwort für Gelehrsamkeit, neueste wissenschaftliche Publikationen, in seltenerer Nebenbedeutung auch für Schriften der griechischen und lateinischen Antike.
Das Wort bezeichnet, nachdem Literaturzeitschriften und ihnen folgend Literaturgeschichten im 18. und 19. Jahrhundert erfolgreich neue Diskussionsangebote in diese Richtung machten, im weitesten Sinn die sprachlich fixierte Überlieferung:
- zu ordnen nach den „Literaturen“ der einzelnen Nationen, Regionen und Sprachen,
- genauer zu untersuchen in den zentralen literarischen Gattungen,
- zu verstehen in einem historischen Prozess, der Kultur- und Literaturgeschichte.
In der neuen Ausgestaltung übernahm die Literatur im 19. Jahrhundert in den Nationen Rang, den zuvor die Religion als Debatten- und Bildungsgegenstand inne hatte. Ihr Kanon wird im wesentlichen im Gebrauch festgelegt, zu dem sie sich eignen muss: Die Würdigung ihrer „künstlerischen“ Qualität und die Interpretation ihrer Fiktionen stehen seit dem 19. Jahrhundert im Zentrum der Beschäftigung mit Literatur.
Etymologie
Das Wort Literatur ist eine spätere Ableitung des lateinischen littera, der „Buchstabe“. Der Plural litterae hatte dabei die eigenen Bedeutungen „Geschriebenes“, „Dokumente“, „Briefe“, „Gelehrsamkeit“, „Wissenschaft(en)“. Im Französischen und Englischen blieb in lettres und letters die besondere Wortbedeutung „Wissenschaften“ erhalten. Das deutsche Wort Belletristik ging aus dem französischen belles lettres, „schöne Wissenschaften“, „schöne Literatur“ hervor.
Die Literaturbesprechung bestimmt, was Literatur sein soll
Der Prozess, in dem im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert Dramen, Romane und Gedichte zu „Literatur“ gemacht wurden (sie hingen vorher unter keinem Wort zusammen), muss unter unterschiedlichen Perspektiven gesehen werden. Ganz verschiedene Interessen waren daran beteiligt, die „Literatur“ im heutigen Wortsinn zum Gegenstand der Literaturdiskussion zu machen.
Die Literaturdiskussion engte ihr Diskussionsthema auf Fiktionen und Poesie ein - sie wuchs im Gegenzug selbst mit dem jetzt viel breiter besprechbaren Gegenstand | | |